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EUR/USD-Ausblick: Fed lockert, EZB abwartend – Frankreich sorgt für Unsicherheit

  • EUR/USD hat sich nach dem starken Rückgang am Montag etwas stabilisiert.
  • Der US-Dollar traf auf frischen Verkaufsdruck nach einem weiteren Trump-Fed-Ereignis.
  • Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im August leicht verringert, berichtete das Conference Board.

Der Euro (EUR) erholte sich am Dienstag, wobei EUR/USD die Bandbreite von 1,1660–1,1670 zurückeroberte, nachdem der Rückgang vom Montag überwunden wurde. Der Anstieg kam, als der US-Dollar (USD) an Boden verlor, belastet durch den Versuch von Präsident Trump, die Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was das Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank erschütterte.

Handelskonflikte kühlen sich ab, aber Zölle belasten

Washington und Peking verlängerten ihren Handelsstillstand um 90 Tage und vermieden damit knapp neue Zölle. Trump verschob die Erhöhungen bis zum 10. November, während China gegenseitige Schritte versprach. Dennoch bleiben die Zölle hoch: 30% auf chinesische Waren, die in die USA gehen, und 10% in die andere Richtung.

Die USA und die EU erzielten ebenfalls einen Kompromiss: Washington verhängte einen Zoll von 15% auf die meisten europäischen Importe, während Brüssel zustimmte, die Abgaben auf US-Industriwaren abzuschaffen und den Zugang zu amerikanischen Agrar- und Meeresfrüchten zu erweitern. Eine Senkung des US-Zolls auf europäische Autos steht zur Debatte, jedoch nur, wenn die EU neue Gesetze verabschiedet.

Französische Politik wieder im Fokus

In Europa richtet sich die Aufmerksamkeit auf Frankreich. Premierminister Francois Bayrou steht am 8. September einer Vertrauensabstimmung über seine umfassenden Haushaltskürzungen gegenüber.

Die rechtsextreme Nationalversammlung, die Grünen und nun auch die Sozialisten haben alle erklärt, dass sie ihn nicht unterstützen werden, was seine Minderheitsregierung am seidenen Faden hängen lässt.

Wenn Bayrou verliert, könnte Präsident Emmanuel Macron einen neuen Premierminister ernennen, Bayrou in einer Übergangsrolle behalten oder Neuwahlen ansetzen.

Fed: Warten auf die Daten

Die Federal Reserve (Fed) hielt die Zinssätze bei ihrem letzten Treffen stabil. Vorsitzender Jerome Powell nahm einen ausgewogenen Ton an, verpflichtete sich jedoch nicht zu einem Schritt, ließ aber die Tür für eine Zinssenkung bereits nächsten Monat weit offen. Er warnte, dass die Risiken für den Arbeitsmarkt wachsen, auch wenn die Inflation noch nicht auf das Ziel der Fed gesunken ist.

Die Anleger konzentrieren sich nun stark auf den Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht für August, der am 5. September fällig ist, und die nächste Runde von Inflationsdaten in der folgenden Woche, die die Waage dafür kippen könnten, ob die Fed die Zinsen senkt.

EZB: Vorläufig stabil

Über den Atlantik klang die Europäische Zentralbank (EZB) entspannter. Präsidentin Christine Lagarde beschrieb das Wachstum in der Eurozone als "solide, wenn auch etwas besser", und die Entscheidungsträger haben es nicht eilig, zu lockern.

Die Märkte erwarten derzeit, dass die EZB die Zinsen bis weit ins nächste Jahr stabil hält, wobei die erste Senkung für das Frühjahr 2026 eingeplant ist.

Spekulanten setzen auf bullische Wetten

Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigten, dass die Netto-Long-Positionen im Euro auf ein Drei-Wochen-Hoch von fast 118,7K Kontrakten gestiegen sind, während die institutionellen Netto-Shorts auf ein Zwei-Wochen-Tief gesunken sind. Darüber hinaus ist das offene Interesse zum zweiten Mal in Folge gestiegen, was darauf hindeutet, dass sich die Positionierung festigt.

Wichtige Niveaus im Blick

Der erste Widerstand liegt am August-Hoch bei 1,1742 (22. August), gefolgt vom wöchentlichen Höchststand bei 1,1788 (24. Juli) und der Obergrenze von 1,1830 (1. Juli). Ein Durchbruch nach oben könnte den Weg zum September 2021-Hoch bei 1,1909 ebnen, das nur knapp unter der 1,2000-Marke liegt.

Auf der Abwärtsseite wird vorübergehende Unterstützung am 100-Tage einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) bei 1,1495 gesehen, vor dem August-Boden bei 1,1391 (1. August) und der wöchentlichen Basis von 1,1210 (29. Mai).

Die Momentum-Indikatoren sind gemischt: Der Relative Strength Index (RSI) schwebt knapp über 50, was auf ein neutrales Signal hinweist, das auf ein mildes Aufwärtspotenzial hindeutet. Inzwischen steckt der Average Directional Index (ADX) unter 11 fest, was zeigt, dass der Markt ohne klare Richtung driftet.

EUR/USD Tages-Chart

Das große Ganze im Blick

Bisher wird erwartet, dass EUR/USD in seiner Konsolidierungsphase bleibt. Ein Ausbruch wird wahrscheinlich einen Katalysator benötigen, sei es durch frische Signale der Fed oder neue Schlagzeilen zum Handel. Bis dahin scheinen die Entwicklungen rund um den Greenback die Richtung des Preises zu bestimmen.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

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