Konjunkturell bleiben die Vorzeichen in Europa positiv. So zeigen die heute veröffentlichten Daten aus Frankreich, dass die Expansion in der Wirtschaft weiter Raum greift und der Geschäftsklimaindex das höchsten Level seit Mitte 2011 bei 109 Punkten markiert. Auch die Aussichten werden positiver von den französischen Unternehmern beurteilt, so hellte sich bei den Dienstleistern und Einzelhändlern sowie am Bau die Stimmung weiter auf.
Aus dem Bausektor kommen aus Deutschland ebenfalls positive Daten. Mittlere und größere Unternehmen konnten im zurückliegenden Monat Neuaufträge über 6,3 Mrd. Euro aquirieren. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vergleichsmonat in 2016 von 2,4% - und dem höchsten Stand seit 22 Jahren. Okay, die Daten sind nicht preisbereinigt, aber die Baubranche boomt wie keine andere. So sollen kurzfristig 25.000 neue Jobs entstehen und der Umsatz der Branche in diesem Jahr um 6% steigen. Das sind nicht nur gute Nachrichten für den Sektor, sondern für alle, denn die Rufe nach einer Ausweitung der Neubauten waren sehr laut in den vergangenen Monaten. Werden jetzt noch sinnvolle Voraussetzungen vom Gesetzgeber geschaffen, die kostengünstiges Bauen erlauben, bleiben nicht nur Hoffnungen auf bezahlbaren Wohnraum, sondern sie könnten tatsächlich Wirklichkeit werden. Die Niederlande zeigen wie es geht.
Dass die Bäume in Europa konjunkturell nicht in den Himmel wachsen, zeigen die letzten Einkaufsmanagerindizes von Markit. Das ist nicht negativ zu verstehen, Mammutbäume kommen in unseren Gefilden nicht vor (anders als in den USA, aber das ist eine andere Geschichte…) Es findet eine Konsolidierung auf hohem Niveau statt, wie Markit in seinen Flash-Zahlen veröffentlicht hat, die bereits 85% der gesamten Umfrage abdecken.
Auch im Juli stehen die Zeichen voll auf Expansion, mit etwas gebremsten Schaum:
- Verarbeitendes Gewerbe gibt nach: -0,6 Punkte auf 56,8.
- Dienstleistungssektor unverändert bei 55,4 Zählern.
- Der Sammelindex „Composite“ fällt von 56,3 auf 55,8 Punkte auf ein Sechs-Monats-Tief.
- Trotzdem bleibt der Index nahe dem 6-Jahres-Höchststand.
- Voraussichtliches BIP-Wachstum im 3.Quartal 0,6% nach 0,7%.

Später fand die Veröffentlichung der US-Einkaufsmanagerindizes statt. Der Index signalisiert zunehmende Wirtschaftstätigkeit bei 54,2. Punkten nach 53,9 im Juni. Dienstleister waren unverändert bei 54,2 Zählern, die Industrie bei +1,2 Punkten nach 52,0. Nach dieser Lesart stellt sich das aktuelle BIP-Wachstum der USA auf 2,0%.

Der Sektor Immobilien befindet sich ebenfalls in einer Konsolidierung. Schwächer als erwartete Daten zeigen, dass die Absätze um 1,8% auf 5,52 Mio. Einheiten gefallen sind. Gerechnet wurde nur mit einem Rückgang von -1,0%, nachdem im Mai ein Topwert erreicht wurde. Im Jahresvergleich liegen die aktuellen Daten um 0,7% über dem Vorjahr.

Der durch verschiedene Faktoren eingesetzte Verkaufsdruck an den Aktienmärkten dürfte erst einmal vorüber sein. Nach Analyse der vorgenannten Daten zeigt sich, dass sich die Wachstumsentwicklungen in der Euro-Zone auf dem hohen Niveau halten können, während der Preisauftrieb an Dynamik verliert und insgesamt die Inflation an Schwung verliert.
In den USA kristallisiert ein niedrigeres BIP-Wachstum heraus, bei gleichzeitig anderen offenen Punkten. Zweifel an dem angekündigten Zinserhöhungszyklus bleiben groß, politisch kann Trump bisher nichts bewegen. Im Gegenteil – um vom innenpolitischen Stillstand abzulenken, werden außenpolitische Konflikte geschürt. Dazu gehört eine härtere Gangart gegenüber dem Iran, die die EU irritiert, oder auch hartes verbales Vorgehen gegen Russland.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1420-1.1450 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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