In den letzten 48 Stunden setzten politische Themen entscheidende Akzente:
Die Brüskierung der EU-Staaten auf dem Nato-Gipfel in Brüssel durch US-Präsident Trump war dabei nur eine Facette. Man könnte seitens der EU-Teilnehmer der Nato durchaus einmal die Frage stellen, wie selbstkritisch die USA mit sich in ihrer Außenpolitik sind und den daraus resultierenden Folgen für die Nato-Mitglieder (u.a. Flüchtlingsströme).
Ist man seitens der USA bereit, die Fehler und internationalen Rechtsverstöße anzuerkennen und dafür auch die volle Verantwortung zu übernehmen?
Wieviel Schaden ist der Nato implizit durch die unilateralen Militäroperationen und „Regime-Change“ Attacken der exzeptionellen USA zugefügt worden? Ist dafür auch ein Preis seitens der USA zu entrichten?
Diese aktuell von den USA forcierte Debatte über Geldmittel ist recht eindimensional. Erreicht man Frieden durch Waffen oder durch politische Mittel, beispielweise Gespräche miteinander, Aufbau gemeinsamer Projekte (Modell Hanse)?
Die kompromisslose und undiplomatische Haltung Donald Trumps, die unter Umständen stärker auf die US-Innenpolitik ausgerichtet ist als auf die reale Außenpolitik, signalisiert Hybris seitens der US-Politik in einer Phase struktureller Schwäche der US-Wirtschaft, die in wesentlichen Teilen am weit aufgedrehten Schuldentropf hängt und kaum von selbsttragenden Kräften geprägt ist..
Diese Konstellation lautester Töne, auch unsachlicher Qualität, gekoppelt mit den im Raum stehenden US-Forderungen erlauben Vergleiche zu einem Pokerspiel, definitiv nicht mit einem Schachspiel.
Hinsichtlich des Gesprächs Trumps mit Vertretern der EU ist man als Nachrichtenkonsument nahezu atemlos.
Weniger wegen des Ausfalls gegen die deutsche Autoindustrie, als vielmehr bezüglich des Mangels an Basiswissen auf Seiten der USA.
Dort ist den Verhandlungsführern noch nicht einmal bewusst, dass nicht die Einzelstaaten der EU, sondern die EU die Handelspolitik gestaltet. Wer macht da seine Hausaufgaben nicht? Wer ist professionell?
Wenn Herr Trump mit der deutschen Autoproduktion in den USA spielen will, dann nur weiter so - die Wachstumsmärkte der Welt sind nicht mehr die USA (Bestandsmarkt), sondern liegen im Osten und Fernen Osten oder im Süden ....
Der Ausblick für das G-7 Treffen in Sizilien ist wenig vielversprechend. Klimathemen und Handelspolitik bestimmen die Agenda. In beiden Themenbereichen sind die Positionen der EU mit denen der USA wenig kompromissfähig.
Fazit:
Die Fragmentierung und Entfremdung nimmt in der westlichen Welt zu. Das stellt ein Risiko dar, es ist aber auch eine Chance für Europa, sich dem Teil der Welt zuwenden, wo das Wachstum nachhaltig ist!
Es mag zu der politischen Auseinandersetzung der USA passen, wenn eine US-Ratingagentur von weiteren Abstufungen Chinas fabuliert. Moody’s hat das bei China nicht ausgeschlossen. Die Strukturreformen dürften nicht ausreichen, um die steigende Verschuldung zu stoppen lautet es aus den Hallen der Agentur.
Wir sind Freunde der Fakten:
Aktuelle Daten des IWF per 04/2017 Fiscal Monitor
US-Staatsverschuldung bei 108,3% des BIP versus Chinas Staatsverschuldung bei 49,3% des BIP.
Manchen stünde es gut an, vor ihrer eigenen Haustür zu kehren. Diese Asymmetrien, die westliche Institutionen ausgeprägt gegen Russland und China leben, sind Katalysatoren für eine potentielle Abwendung der entscheidenden aufstrebenden Länder vom Westen. Sie sind definitiv Ermunterung zu einer Emanzipation von dem westlichen Organigramm.
Am Ende isoliert sich der Westen durch diese Arroganz der Missachtung der Fakten. Ist man sich in Brüssel, Paris und Berlin dieser mittel- und langfristigen Risiken für unser europäisches Geschäftsmodell bewusst?
Damit kommen wir zu den Themen Zins und Konjunktur:
Das Protokoll des Offenmarktausschusses liefert starke Verbalakrobatik. Quintessenz ist die Darstellung der schwachen Konjunkturlage als vorübergehendes Phänomen (das fünf Quartale andauert!). Dieses Thema eignet sich als Facette der Debatte über alternative Fakten ....
Fazit: Man will offiziell Zinserhöhungen - man will, dass der Markt an Zinserhöhungen glaubt ....
Die US-Konjunkturdaten lieferten ein durchwachsenes Bild:
Der Absatz zuvor genutzter Wohnimmobilien sank unerwartet per Berichtsmonat April von zuvor 5,70 auf 5,57 Millionen Objekte in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung.
Der vorläufige Report über Großhandels- und Einzelhandelslagerbestände war per April wenig erbaulich. Hier kam es zu einem unerwarteten Rückgang um 0,3%. Der Vormonatswert wurde von +0,2% auf +0,1% revidiert.
Strukturell sieht es im US-Außenhandel prekär aus. Die vorläufigen Zahlen der Handelsbilanz im reinen Warenverkehr lieferte einen Anstieg des Defizits von zuvor 65,1 auf 67,6 Mrd. USD.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0970-1.1000 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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