Nachrichten und Daten aus Europa setzten gestern positive Akzente:
Die Griechenlandgespräche implizieren Potential für eine absehbare Einigung. Mehr noch sieht der Chef des ESM Griechenland ab 2018 in der Lage, wieder an den Kapitalmarkt zurückzukehren und damit die bisher vollzogene Alimentierung durch ESM und IWF hinter sich zu lassen.
Die Anzahl offener Stellen am deutschen Arbeitsmarkt hat mit 1,044 Millionen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung markiert. Mehr und mehr mutiert der deutsche Arbeitsmarkt damit zu einer Wachstumsbremse, da es an qualifiziertem Personal mangelt.
Inkludiert man Russland in das Bild Kontinentaleuropas, wo Russland ohne Wenn und Aber auch hingehört, dann darf man auch hier mehr und mehr Konjunkturblüten erkennen.
In dem Zusammenhang fällt mir ein Ausspruch Bismarcks ein: „Gegen Russland kann man nicht gewinnen, man kann mit Russland nur gemeinsam die Zukunft gestalten.“
Wo sind nur die Bismarcks des 21. Jahrhunderts?
Der deutsche Autobauer Mercedes baut ein Werk in der Nähe Moskaus. Dort sollen mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Start der Produktion ist per 2019 geplant.
Übrigens, die Industrieproduktion per Januar nahm in Russland um 2,3% nach zuvor 0,2% im Jahresvergleich zu.

Die Einkaufsmanagerindices der Eurozone setzten gestern markante positive Ausrufungszeichen. Die Indikatoren implizieren das stärkste Wachstum seit April 2011 oder 70 Monaten.
Der kombinierte Index von Markit für die Sektoren Dienstleistung und Produktion legte per Februar von 54,4 auf 56,0 Punkte zu (Prognose 54,3). Der Dienstleistungsindex stieg von 53,7 auf 55,6 Punkte (Prognose 53,7). Der Index für den Sektor Produktion nahm leicht von 55,2 auf 55,5 Zähler zu (Prognose 55,0).
Mehr noch ergab sich laut diesen Indices der stärkste Arbeitsplatzaufbau seit circa sechs Jahren. Gerade diese Entwicklung unterstreicht das stabile von widerkehrenden Einkommen bestimmte Bild der kontinentaleuropäischen Wirtschaft.
Chart: Indikatoren zum Arbeitsmarkt

Chart: Markit Composite Index mit Schattierung des Wachstums der Eurozone

Die Einkaufsmanagerindices aus den USA verfehlten die positiven Prognosen nachhaltig:
Derzeit passiert genau das, was wir in diesem Report unterstellten. Die Divergenz zwischen euphorischen Einkaufsmanagerindices und den realen Daten löst sich in den USA zu Lasten der Sentiment-Indikatoren auf.
Der Markit Composite Index sank per Februar unerwartet von 55,8 auf 54,3 Punkte und markierte damit den schwächsten wert seit zwei Monaten. Der Dienstleistungsindex sank von 55,6 auf 53,9 Zähler (Prognose 55,7), während der Index für den Sektor Produktion von 55,0 auf 54,3 Punkte verlor (Prognose 55,2).

Fazit:
Als Konsequenz dieser datentechnischen positiven Konfluenz aus der Eurozone und der unerwarteten negativen Daten aus den USA sank der Euro an den Devisenmärkten und der Bund Future legte nahezu wie im Krisenmodus zu (=sinkende Zinsen).
Wir nehmen diesen Spagat, der sich in der Bewertung der Finanzmärkte außerhalb des Aktienmarkts zur Kenntnis und empfehlen VWL-Studenten bei den Vorlesungen zur Markteffizienztheorie mindestens kritische Fragen zu stellen.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0350-1.0320 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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