Bekanntlich will Donald Trump die US-Wirtschaft wieder stark machen. Das gilt aber nicht für den USD. Gestern verdeutlichte Donald Trump, dass sein Interesse an fortgesetzter USD-Stärke nicht gegeben ist. Er sagte unmissverständlich, dass der USD zu stark sei. Das gefährdet die US-Exportfähigkeit und erhöht die Importe. Beide Tendenzen im Außenhandel belasten BIP und US-Arbeitsmarkt.
Der Markt sollte genau hinhören. Die gestrige zarte Reaktion in der Bewertung des USD ist zunächst recht überschaubar. Das gilt um so mehr, als dass USD-Longpositionen der aktuelle Modetrend am Markt waren und noch sind.
Schließlich hören auch die Großkonzerne der Welt die Signale Trumps. Hyundai will jetzt auch Mrd. USD in die Hand nehmen und in den USA investieren. In den Geprächen Trumps mit Bayer/Monsanto war auch Traktion der Trumponomics fassbar. Bayer wird 8 Mrd. USD in Forschung und Entwicklung in den USA stecken und beabsichtigt, 3.000 neue Jobs zu schaffen.
In einem lesenswerten Artikel von Holger Zschäpitz in der Welt wurde die BigMac Bewertung des USD thematisiert. Wir sind grundsätzlich keine Fans von derartigen Betrachtungen, da sie zu monokausal sind. Sie passen aber in diesen aktuellen Kontext. Der faire Preis des Euros läge demnach bei circa 1,30.
Es ist unüblich, dass sich Präsidenten oder ein „President elect“ zum USD äußern. Donald Trump geht neue Wege.
Theresa May war neben Donald Trump der „Market Mover“. Theresa May stellte gestern den Brexit-Plan vor. Er sieht einen Ausstieg aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion vor, ergo handelt es sich vordergründig um den viel zitierten harten Brexit. Natürlich will man dabei bester Freund und Partner der EU sein. Ein Freihandelsabkommen wird mit der EU angestrebt – das wäre dann bezüglich der geäußerten Wünsche des UK im Ansatz wieder der „Soft Brexit a’la Carte“. Aber man wäre auch bereit, eigene Wege ohne Abkommen zu gehen.
Das Ergebnis wird beiden britischen Parlamentskammern zur Abstimmung vorgelegt, die laut Brexit-Minister jedoch für den Brexit irrelevant ist. Dagegen ist die Position Theresa Mays die, dass das Parlament im Einklang mit dem Willen des Volkes entscheiden wird.
Die Chance des Exit aus dem Brexit ist losgelöst von den Einlassungen des Brexit-Minsiters David Davis, einem waschechten Brexiteer, gegeben. Voraussichtlich wird der Stress im UK mangels angemessener Investitionstätigkeit per 2017 zunehmen. Das wird in der Bevölkerung Stimmungsveränderungen zur Folge haben.
Wie sagte Frau May: Das Parlament wird im Einklang mit dem Willen des Volkes entscheiden - Ist der Wille der Bevölkerung die Momentaufnahme am 23. Juni 2016 oder die Befindlichkeit zum Zeitpunkt der Abstimmung im Parlament? Diese Frage muss noch beantwortet werden.
Fakt ist, dass das GBP deutlich anzog – offensichrtlich sind wir mit unseren Gedanken nicht alleine …
Die Eurozone punktet derweil weiter bei Konjunktur- und Strukturdaten – die Wahrnehmung an Märkten und im EZB-Rat ist jedoch unterproportional ausgeprägt. Höflicher können wir das hier nicht ausdrücken. Schauen wir in Richtung Athen. Während negative Schlagzeilen eben auch Schlagzeilen im besten Sinne des Wortes waren und sind, fallen positive Akzente und Daten aus Athen regelmäßig unter alle medialen Tische. Dem wollen wir hier mit Herz und Verstand entgegenwirken, da Sachlichkeit unsere Arbeit bestimmt. Laut griechischem Finanzministerium ergab sich per 2016 im öffentlichen Haushalt ein Primärüberschuss in Höhe von 4,4 Mrd. Euro. Das Ziel im Rahmen des Sparprogramms lag bei 1,98 Mrd. Euro. Diese Entwicklung darf als eine „Schwalbe“, aber noch nicht als Sommer klassifiziert werden.
Aus Deutschland erreichten uns weiter erfrischende Daten aus dem Sentimentsektor, die im Gegensatz zu den USA im Einklang mit den harten Daten und Fakten stehen. Der deutsche ZEW-Sentimentindex legte per Berichtsmonat Januar von 13,8 auf 16,6 Punkte zu. Damit wurde das höchste Niveau seit Juni letzten Jahres markiert.

Mehr noch stieg der Lageindex für Deutschland dynamisch und erreichte mit 77,3 nach zuvor 63,5 Punkten das höchste Niveau seit Juli 2011!

Dagegen konnte die Veröffentlichung aus den USA nicht die Erwartungen erüllen. Rückläufige Sentimentindikatoren nach den fulminanten Anstiegen in den letzten beiden Monaten nähern sich langsam den nicht wesentlich veränderten harten Daten der US-Wirtschaft an.
Der Index des NY-Fed Manufaturing Survey sank per Berichtsmonat Januar von zuvor 7,6 (revidiert von 10,0) auf 6,5 Punkte. Die Prognose lag bei 7,6 Zählern. Die Niveaus sind oberhalb der Nullmarke kommod, aber eben Ausdruck von Hoffnungswerten, die in den realen Daten bisher nicht erkennbar waren.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0320-1.0350 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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