US-Dollar verliert seinen Status als sicherer Hafen - Yen und Franken profitieren
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer US-Dollar verliert in turbulenten Marktphasen zunehmend seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen. Darauf verweist ING-Devisenstratege Francesco Pesole angesichts der jüngsten Aktienverkäufe, die durch steigende Ölpreise und Sorgen um künstliche Intelligenz ausgelöst wurden. Statt in den Dollar flüchten Anleger verstärkt in den japanischen Yen (JPY) und den Schweizer Franken (CHF). Gleichzeitig sinken die US-Anleiherenditen, während die Erwartungen an eine aggressive Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed nachlassen. Größere Kursverluste des Dollar hält Pesole dennoch für begrenzt, sofern sich die Risikostimmung stabilisiert und die US-Einkaufsmanagerindizes im Wachstumsbereich bleiben.
US-Dollar unter Druck: Yen und Schweizer Franken als sichere Häfen gefragt
„Der gestrige Handelstag war von einer deutlich verschlechterten Risikostimmung geprägt. Steigende Ölpreise und Sorgen rund um künstliche Intelligenz lösten weltweit Verkäufe an den Aktienmärkten aus. Die Bewegungen am Devisenmarkt haben dabei einmal mehr gezeigt, dass der US-Dollar derzeit keineswegs die erste Wahl als sicherer Hafen ist. Stattdessen profitierten vor allem der japanische Yen und der Schweizer Franken davon, dass Anleger ihre Portfolios defensiver ausrichteten.“
„Entscheidend ist, dass sich die negative Korrelation zwischen Anleihen und Aktien wieder stärker durchsetzt. Diese Entwicklung bestimmt zunehmend auch das Geschehen am Devisenmarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel erstmals seit einem Monat wieder unter die Marke von 5,0 Prozent. Zugleich reagieren die Renditen immer weniger empfindlich auf steigende Ölpreise. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den kürzeren Laufzeiten: Der zweijährige SOFR-Swapsatz sank gestern um 15 Basispunkte auf 4,50 Prozent.“
„Allerdings scheint die Hürde weiterhin hoch, eine Zinserhöhung der Fed im Dezember vollständig aus den Markterwartungen auszupreisen. Das dürfte größere Kursverluste des US-Dollar vorerst verhindern. Sollte sich die Risikostimmung stabilisieren, könnte sich der Dollar gegenüber den meisten Währungen festigen, während Yen und Schweizer Franken einen Teil ihrer jüngsten Stärke einbüßen könnten. Wie der Devisenmarkt auf weitere Verkaufswellen bei risikobehafteten Anlagen reagieren dürfte, zeichnet sich inzwischen jedoch wesentlich klarer ab.“
„Auf der Konjunkturseite richtet sich der Blick heute auf die Einkaufsmanagerindizes von S&P Global. Der Marktkonsens erwartet für die USA eine leichte Abschwächung. Die Indikatoren dürften allerdings weiterhin deutlich im Wachstumsbereich liegen.“
Die Informationen auf diesen Seiten enthalten zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken und Ungewissheiten in sich bergen. Die auf dieser Seite beschriebenen Märkte und Instrumente dienen nur zu Informationszwecken und sollen keinesfalls als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dieser Vermögenswerte verstanden werden. Sie sollten Ihre eigenen gründlichen Recherchen anstellen, bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen. FXStreet garantiert in keiner Weise, dass diese Informationen frei von Fehlern, Irrtümern oder wesentlichen Falschaussagen sind. FXStreet garantiert auch nicht, dass diese Informationen zeitnah zur Verfügung stehen. Investitionen in offene Märkte sind mit einem großen Risiko verbunden, einschließlich des Verlusts Ihrer gesamten Investition oder eines Teils davon, sowie mit psychischen Belastungen. Alle Risiken, Verluste und Kosten, die mit einer Investition verbunden sind, einschließlich des vollständigen Verlusts des Kapitals, liegen in Ihrer Verantwortung. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die der Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die offizielle Linie oder Position von FXStreet oder seinen Werbekunden wider.