Schweizer Franken unter Druck: Commerzbank sieht erst 2027 die Wende
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer Schweizer Franken (CHF) dürfte nach Einschätzung von Commerzbank-Devisenanalyst Michael Pfister im weiteren Verlauf des Jahres 2026 unter Druck bleiben. Grund dafür sei, dass die Märkte ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) allmählich zurücknehmen dürften. Pfister verweist auf die niedrige Inflation in der Schweiz, den begrenzten Spielraum der SNB für Interventionen und den wachsenden Zinsabstand zur Europäischen Zentralbank (EZB). Für 2027 rechnet er jedoch mit einer Erholung des Franken. EUR/CHF dürfte sich demnach im dritten Quartal bei rund 0,94 stabilisieren.
SNB-Erwartungen bremsen den Franken vorerst
„Vor einigen Wochen kamen Berichte auf, wonach die SNB ihre Zinsen möglicherweise bis Ende 2027 unverändert lassen könnte. Trotz dieser Berichte preist der Markt die erste Zinserhöhung weiterhin bis Mitte 2027 ein. Angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung erscheint dies unwahrscheinlich.“
„Wir sind fest davon überzeugt, dass die Inflation in der Schweiz in den kommenden Monaten niedrig bleiben dürfte. Folglich wird der Markt seine Erwartungen schrittweise anpassen müssen. Trotz der Berichte über die internen Prognosen der SNB wird die erste Zinserhöhung weiterhin bis Mitte kommenden Jahres erwartet.“
„Die SNB dürfte allerdings durchaus zufrieden damit sein, wenn diese Erwartungen nach und nach ausgepreist werden. Sollte die EZB ihren Leitzins im September wie von uns erwartet ein zweites Mal anheben, würde sich der Zinsabstand weiter vergrößern. Das dürfte zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Franken ausüben.“
„Der Schweizer Franken dürfte daher bis zum Jahresende weiter mit Gegenwind zu kämpfen haben, bevor er sich im kommenden Jahr wieder erholt.“
„Mittelfristig dürfte die SNB allerdings kaum verhindern können, dass der Franken wieder aufwertet. Sobald die verbliebenen Erwartungen an Zinserhöhungen ausgepreist sind, dürften die begrenzten Möglichkeiten der SNB zur Schwächung des Franken erneut deutlich werden: Sie ist nicht bereit, aggressiver am Devisenmarkt zu intervenieren, und ihr Spielraum für Zinssenkungen ist begrenzt.“
„Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass sich EUR/CHF bis zum Ende des dritten Quartals bei 0,94 stabilisieren wird.“
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