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Goldpreis am Scheideweg: Bullen brauchen jetzt diesen Ausbruch

Der Goldpreis steht gerade an einem Punkt, an dem Anleger und Trader genauer hinsehen sollten. Nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate ist die Lage plötzlich deutlich weniger eindeutig. Der Gold-Future notiert aktuell bei 4.508,95 US-Dollar und damit unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 4.559,22 US-Dollar.

Das ist kein Crashsignal. Aber es ist auch nichts, was man ignorieren sollte.

Denn genau dieser 200-Tage-Durchschnitt gilt an der Börse als eine der wichtigsten Orientierungslinien überhaupt. Solange der Goldpreis darunter bleibt, haben die Bären kurzfristig einen Vorteil. Gleichzeitig ist der Kurs aber noch nicht weit genug gefallen, um einen klaren Abwärtstrend auszurufen.

Gold steckt deshalb momentan in einem unangenehmen Niemandsland fest.

Zwischen rund 4.450 und 4.650 US-Dollar fehlt eine eindeutige Richtung. Für Trader ist das besonders heikel, weil gerade in solchen Phasen schnelle Ausschläge in beide Richtungen möglich sind.

Die entscheidende Frage lautet also: Kommt jetzt der nächste Rücksetzer beim Goldpreis oder gelingt den Bullen doch noch die Rückeroberung der wichtigsten technischen Marken?

Goldpreis Prognose

Der Goldpreis steht am Scheideweg

Der letzte Kurs des Gold-Futures lag am 4. September 2026 bei 4.508,95 US-Dollar. Damit handelt Gold leicht unter dem 200-Tage-SMA bei 4.559,22 US-Dollar.

Für mich ist das aktuell die wichtigste Marke im gesamten Chart.

Warum? Weil der 200-Tage-Durchschnitt sehr häufig darüber entscheidet, ob Anleger eine Korrektur noch als normale Schwächephase betrachten oder ob zunehmend Zweifel am übergeordneten Trend entstehen.

Solange Gold unter dieser Linie bleibt, ist Vorsicht angebracht.

Dazu passt auch der MACD. Der Indikator hat ein bärisches Kreuzungssignal geliefert und zeigt damit, dass die Dynamik zuletzt nachgelassen hat.

Auch die übrigen gleitenden Durchschnitte sprechen momentan nicht für einen klaren neuen Aufwärtsimpuls.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold unmittelbar vor einem größeren Einbruch steht.

Denn auf der Unterseite liegen mehrere Unterstützungen relativ dicht beieinander.

Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft bei 4.276,58 US-Dollar. Die Ichimoku-Wolke reicht von 4.355,20 bis 4.478,30 US-Dollar. Hinzu kommt die SuperTrend-Linie bei 4.394,98 US-Dollar.

Gerade der Bereich um 4.394 US-Dollar ist deshalb für mich die gefährlichste Marke im Chart.

Fällt der Goldpreis auf Tagesschlussbasis darunter, würde sich das technische Bild deutlich verschlechtern.

Dann wäre ein weiterer Rückgang in Richtung 4.280 US-Dollar durchaus realistisch.

Auf der Oberseite wartet dagegen zunächst der 200-Tage-Durchschnitt bei 4.559,22 US-Dollar.

Darüber liegt das nächste wichtige Swing-High bei 4.755 US-Dollar.

Und genau zwischen diesen Marken steckt Gold derzeit fest.

Was Bullen und Bären jetzt brauchen

Wer aktuell auf fallende Goldpreise setzt, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Ein aggressiver Einstieg auf der Short-Seite wäre bereits im Bereich um 4.520 US-Dollar denkbar.

Dabei handelt es sich allerdings um eine relativ frühe Positionierung innerhalb der bestehenden Seitwärtsphase. Entsprechend hoch ist das Risiko, dass Gold noch einmal nach oben ausschlägt.

Der konservativere Einstieg liegt deshalb erst bei rund 4.390 US-Dollar.

Damit würde Gold zugleich eine wichtige Unterstützungszone nach unten verlassen.

Als Stop bietet sich in diesem Szenario der Bereich um 4.675 US-Dollar an. Die nächsten möglichen Kursziele liegen bei 4.280, 4.150 und schließlich 3.955 US-Dollar.

Je nach Einstieg ergibt sich daraus ein Chance-Risiko-Verhältnis zwischen etwa 1,5 und 3,6.

Auf der bullischen Seite sieht die Sache genau umgekehrt aus.

Ein aggressiver Long-Einstieg wäre denkbar, wenn Gold den Bereich um 4.570 US-Dollar zurückerobert.

Damit würde der Goldpreis wieder oberhalb seines 200-Tage-Durchschnitts notieren.

Wer konservativer vorgehen möchte, wartet dagegen einen Ausbruch über 4.760 US-Dollar ab.

Das wäre ein wesentlich stärkeres Signal, weil Gold damit nicht nur den langfristigen Durchschnitt, sondern auch das bisherige Swing-High überwinden würde.

Der Stop könnte dann im Bereich um 4.415 US-Dollar liegen.

Als mögliche Kursziele ergeben sich 4.805, 5.000 und 5.200 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis bewegt sich hier je nach Einstieg und Ziel zwischen etwa 1,5 und 4,1.

Entscheidend ist aber etwas anderes.

Solange der Goldpreis zwischen 4.450 und 4.650 US-Dollar festhängt, ist die Lage neutral.

Genau dort sollten Anleger nicht versuchen, zwanghaft eine Richtung vorherzusagen.

Warum der Bereich um 4.450 Dollar so wichtig ist

Spannend wird es im Chart rund um 4.450 US-Dollar.

Dort treffen mehrere technische Faktoren aufeinander.

Zum einen liegt hier das 38,2-%-Fibonacci-Retracement. Zum anderen verläuft in diesem Bereich die Ichimoku-Wolke.

Solche Überschneidungen sind häufig wichtig, weil mehrere Marktteilnehmer unterschiedliche Indikatoren beobachten und dadurch ähnliche Preiszonen ins Visier nehmen.

Hinzu kommt eine auffällige Serie von Dojis rund um 4.526 US-Dollar.

Doji-Kerzen entstehen, wenn Eröffnungs- und Schlusskurs eng beieinander liegen.

Für Anleger ist das vor allem ein Zeichen von Unentschlossenheit.

Weder Käufer noch Verkäufer schaffen es momentan, die Kontrolle dauerhaft zu übernehmen.

Und genau das passt perfekt zur derzeitigen Goldpreis-Entwicklung.

Der Markt wartet auf ein neues Signal.

Interessant ist außerdem das Handelsvolumen.

Zwischen 4.100 und 4.300 US-Dollar wurde in der Vergangenheit vergleichsweise viel umgesetzt.

Das kann darauf hindeuten, dass in diesem Bereich bei einem stärkeren Rücksetzer wieder verstärkt Käufer auftreten.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der Goldpreis unter 4.394 US-Dollar fällt, ist darunter nicht automatisch freier Fall angesagt.

Es gibt mehrere Preiszonen, in denen Nachfrage zurückkehren könnte.

Gold bleibt extrem schwankungsanfällig

Ein Punkt wird bei solchen Chartanalysen häufig unterschätzt: die aktuelle Schwankungsbreite.

Der ATR liegt beim Goldpreis bei 103,56 US-Dollar pro Tag.

Das entspricht ungefähr 2,3 %.

Das ist ordentlich.

Für Trader bedeutet das, dass Gold selbst innerhalb einer Seitwärtsphase an einem einzigen Handelstag mehr als 100 US-Dollar schwanken kann.

Genau deshalb ist die aktuelle Lage so gefährlich.

Ein Trader kann mit seiner grundsätzlichen Einschätzung richtig liegen und trotzdem ausgestoppt werden, wenn die Position zu eng gewählt ist.

Umgekehrt kann ein zu weiter Stop zu hohen Verlusten führen.

Die aktuelle Marktphase verlangt deshalb vor allem eines: Disziplin.

Wer gegen eine Seitwärtsbewegung handelt, braucht klare Marken.

Und genau die liefert der Chart derzeit.

Unter dieser Marke wird es beim Goldpreis kritisch

Für mich läuft aktuell sehr viel auf den Bereich um 4.394 US-Dollar hinaus.

Dort verlaufen sowohl der SuperTrend als auch wichtige Bestandteile der Ichimoku-Struktur.

Ein Tagesschluss darunter wäre deshalb ein klares Warnsignal.

Dann könnten Anschlussverkäufe einsetzen und den Goldpreis zunächst in Richtung 4.280 US-Dollar drücken.

Fällt auch diese Marke, kommen 4.150 und später 3.955 US-Dollar ins Spiel.

Auf der anderen Seite müssen die Bullen zunächst den 200-Tage-Durchschnitt bei 4.559,22 US-Dollar zurückerobern.

Das wäre der erste wichtige Schritt.

Wirklich stark würde der Chart aber erst wieder aussehen, wenn Gold anschließend auch über das Swing-High bei 4.755 US-Dollar ausbricht.

Dann wären 4.805 US-Dollar nur noch die nächste Zwischenmarke.

Darüber würden 5.000 und 5.200 US-Dollar wieder realistisch.

Bis dahin bleibt die Lage allerdings offen.

Und genau das ist momentan der wichtigste Punkt.

Der Goldpreis befindet sich nicht in einem sauberen Aufwärtstrend, aber auch noch nicht in einem bestätigten Abwärtstrend.

Er steht dazwischen.

Für Anleger und Trader ist das oft die schwierigste Marktphase überhaupt.

Wer jetzt handelt, sollte deshalb nicht versuchen, den nächsten Ausbruch zu erraten.

Viel wichtiger ist es, vorher zu wissen, welche Marke die eigene Einschätzung bestätigt oder widerlegt.

Unter 4.394 US-Dollar wird es kritisch.

Über 4.559 US-Dollar verbessert sich das Bild.

Und oberhalb von 4.755 US-Dollar wären die Bullen wieder klar am Zug.

Bis dahin bleibt beim Goldpreis vor allem eines gefragt: Geduld.

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