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Gold schwächt sich ab aufgrund der Deeskalation zwischen den USA und dem Iran, Erwartungen an Fed-Verschärfungen

  • Gold (XAU/USD) fällt um fast 1 % nach Anzeichen einer Deeskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.
  • Die Märkte bleiben vor den US-Iran-Gesprächen am Dienstag in Doha und den US-Arbeitsmarktdaten später in dieser Woche vorsichtig.
  • Die Erwartungen an eine restriktive Geldpolitik belasten weiterhin die Attraktivität des Edelmetalls.

Gold (XAU/USD) notiert zum Zeitpunkt der Erstellung am Montag bei rund 4.050 USD und liegt damit am Tag 0,96 % im Minus, da Investoren ihre Positionen in sicheren Häfen nach den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran leicht reduzieren.

Nach einem Schlagabtausch in der Nähe der Straße von Hormus am Wochenende sagte ein US-Beamter am Sonntag, dass Washington und Teheran Angriffe einstellen würden, um Schiffen freie Fahrt zu ermöglichen. Laut Axios sollen beide Seiten am Dienstag in Doha die Verhandlungen wieder aufnehmen, um die Gespräche zu allen im Memorandum of Understanding abgedeckten Bereichen fortzusetzen.

Nach Angaben von Reuters sagte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur IRNA, dass 6 Milliarden der in Katar eingefrorenen 12 Milliarden US-Dollar iranischer Vermögenswerte freigegeben werden sollten. Dieser Schritt könnte als vertrauensbildende Maßnahme vor der nächsten Runde der US-Iran-Gespräche in Doha angesehen werden.

Trotz dieser Entspannung der Spannungen bleiben die Märkte vorsichtig. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte, dass die Verantwortung für die Straße von Hormus allein bei Teheran liege, und warnte, dass jeder Versuch, die von Iran bevorzugte Route zu umgehen, erneute Spannungen auslösen könnte. Die Straße von Hormus bleibt ein strategischer Engpass für fast 20 % der globalen Energieflüsse, was die Investoren wachsam gegenüber jeglichem Risiko von Lieferunterbrechungen hält.

Gleichzeitig bewerten Händler weiterhin den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed). Höhere Energiepreise, getrieben durch geopolitische Spannungen, schüren weiterhin Inflationssorgen, stützen die Erwartungen, dass die Zinssätze länger hoch bleiben könnten, und mindern die Attraktivität von nicht-verzinslichen Anlagen wie Gold.

Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte nun eine etwa 48%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bereits im September ein. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juni, wobei die Veröffentlichung der Nonfarm Payrolls (NFP) am Donnerstag ansteht. Ökonomen erwarten, dass die US-Wirtschaft 114.000 Arbeitsplätze hinzugefügt hat, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleibt – Daten, die die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Fed beeinflussen könnten.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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