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Euro stärkt sich, da die EZB die Zinsen erstmals seit 2023 anhebt

  • Das Paar EUR/USD steigt im Laufe des frühen asiatischen Handels am Freitag auf fast 1,1575.
  • Die EZB kündigte am Donnerstag eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt an, wodurch der Zinssatz für die Einlagenfazilität auf 2,25 % steigt.
  • Trump sagte, er habe geplante Militärschläge gegen den Iran abgesagt.

Das Paar EUR/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Freitag an Stärke und erreicht rund 1,1575. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem US-Dollar (USD) aufgrund der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der verbesserten Risikostimmung leicht an.

Wie allgemein erwartet, entschied die EZB, die Leitzinsen erstmals seit 2023 anzuheben, da der Krieg im Iran die Energiekosten in die Höhe treibt. Der Zinssatz für die Einlagenfazilität wurde nach der Sitzung des EZB-Rats am Donnerstag von 2,0 % auf 2,25 % erhöht. Die EZB hob zudem den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 2,40 % und den Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,65 % an.

„Der Krieg im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck, und die Entscheidung zur Zinserhöhung ist robust über eine Reihe von Szenarien, die aufzeigen, wie sich der Schock entwickeln und die mittelfristigen Aussichten für den Euroraum beeinflussen könnte“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Signale für ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran verbesserten die Risikostimmung und unterstützten die Gemeinschaftswährung. US-Präsident Donald Trump sagte, er habe am Donnerstag neue Militärschläge gegen den Iran abgesagt, da die Verhandlungsführer kurz davorstehen, sich auf die letzten Elemente eines Abkommens zu einigen. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, und jegliche Anzeichen steigender Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und Gegenwind für das Hauptwährungspaar erzeugen.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.


 

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