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Euro hält sich nahe Vierwochenhoch - Fed-Signale und Nahost bremsen

  • EUR/USD kämpft damit, Folgekäufe anzuziehen, angesichts gemischter fundamentaler Signale.
  • Nachlassende Fed-Zinserhöhungserwartungen halten die USD-Bullen in der Defensive und stützen die Kassapreise.
  • Die eskalierenden US-Iran-Spannungen und Inflationsängste helfen, USD-Verluste zu begrenzen und deckeln das Paar.

Das Paar EUR/USD hält sich während der asiatischen Sitzung am Donnerstag stabil über dem Niveau von 1,1450 und konsolidiert seine starken Gewinne der letzten zwei Tage, auf dem höchsten Stand seit dem 18. Juni.

Der US-Dollar (USD) hat Schwierigkeiten, nennenswerte Käufer anzuziehen, und verharrt nahe einem Vier-Wochen-Tief, das am Mittwoch nach der Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (EPI) erreicht wurde. Tatsächlich berichtete das US Bureau of Labor Statistics (BLS), dass der EPI im Juni unerwartet um 0,3 % gefallen ist. Dies kommt zu einem schwachen US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Bericht vom Dienstag hinzu und veranlasst Händler, ihre Wetten auf eine sofortige Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) zu reduzieren. Die Aussichten halten die USD-Bullen in der Defensive, was als Schlüsselfaktor gilt, der dem Paar EUR/USD Rückenwind verleiht.

Unterdessen hat sich der US-Iran-Konflikt seit Anfang dieser Woche verschärft, wobei US-Streitkräfte am Mittwoch eine neue Runde von Luftangriffen auf iranische Raketen- und Drohneninfrastruktur starteten. Teheran reagierte seinerseits mit Vergeltungsangriffen mittels Drohnen und Raketen auf US-nahe Militäranlagen in der Region. Hinzu kommt die US-Seekriegsblockade iranischer Häfen und die Schließung der Straße von Hormus, was die Rohölpreise auf einem hohen Niveau hält. Dies schürt Sorgen über energiegetriebene Inflation und belebt die hawkischen Fed-Erwartungen, begrenzt USD-Verluste und deckelt das Paar EUR/USD.

Die Händler blicken nun auf den US-Wirtschaftskalender – mit den monatlichen Einzelhandelsumsätzen, dem Philly Fed Manufacturing Index und den üblichen wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Dies, zusammen mit Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder, wird die USD-Nachfrage antreiben und dem Paar EUR/USD einen gewissen Impuls verleihen. Dennoch erfordert der oben genannte gemischte fundamentale Hintergrund Vorsicht, bevor neue bullische Wetten eingegangen und Positionen für eine weitere Aufwertung aufgebaut werden.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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