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Ethereum unter Druck: Heiße US-Inflation schickt ETH unter 2.500 Dollar

Ethereum (ETH) hat seine Verluste am Donnerstag unter 2.500 Dollar ausgeweitet. Höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten lösten am Kryptomarkt eine neue Verkaufswelle aus. Zum Zeitpunkt der Erstellung notiert der führende Altcoin nahe 2.430 Dollar und damit 3,1 Prozent tiefer als vor 24 Stunden.

Hohe Inflation belastet ETH - Verkaufsdruck an Termin- und Kassamärkten steigt

Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im September um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das entsprach den Markterwartungen und folgte auf einen Zuwachs von 0,4 Prozent im August. Die jährliche Gesamtinflation sprang jedoch von 3,4 auf 3,7 Prozent und übertraf damit die Prognose von 3,6 Prozent.

Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, erhöhte sich auf 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erwartet worden waren lediglich 0,2 beziehungsweise 2,5 Prozent.

Nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten sprang die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zunächst auf 5,32 Prozent, bevor sie wieder in Richtung 5,22 Prozent nachgab.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, stieg ebenfalls über 102,80 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2025.

Zudem erhöhte sich die vom CME FedWatch Tool ausgewiesene Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung im Oktober die Zinsen anhebt, von 22 auf 35 Prozent.

Steigende Renditen von US-Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten riskanter Anlagen wie Kryptowährungen. Ein höherer DXY belastet die Kryptopreise zusätzlich, da diese überwiegend in US-Dollar bewertet werden. Steigende Zinsen entziehen risikoreicheren Anlagen zugleich Liquidität.

Im Zuge dieser Marktbewegungen fiel Ethereum um 3,1 Prozent auf rund 2.430 Dollar. Nach Daten von Coinglass wurden dadurch innerhalb der vergangenen 24 Stunden Positionen im Volumen von 65,42 Millionen Dollar liquidiert. Davon entfielen 83 Prozent auf Long-Positionen. Es war bereits der zweite Tag in Folge mit steigenden Long-Liquidationen, nachdem die heftigen Kursschwankungen am Dienstag Long-Positionen auf ETH im Wert von 120 Millionen Dollar ausgelöscht hatten.

Der Verkaufsdruck beschränkt sich nicht auf den Terminmarkt. Der Nettofluss von ETH an Kryptobörsen, der die Differenz zwischen ein- und ausgehenden Coins misst, weist seit Sonntag wie schon in der Vorwoche einen positiven Trend auf. Damit fließen mehr Coins an die Börsen, als von dort abgezogen werden. In der Vergangenheit ging dieses Signal häufig mit steigendem Verkaufsdruck einher, wie die folgende Grafik zeigt.

ETH-Nettoflüsse an Kryptobörsen | Quelle: CryptoQuant

Technischer Ausblick für Ethereum: ETH kämpft mit der Marke von 2.548 Dollar

Im Tageschart bleibt der kurzfristige Ausblick für ETH bärisch. Der Kurs notiert unter dem exponentiell gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei 2.498 Dollar und der 20-Tage-Linie bei 2.563 Dollar. Zwar hält sich Ethereum weiterhin über dem 100-Tage-Durchschnitt bei 2.353 Dollar, der den übergeordneten Trend stützt. Solange die kurzfristigen Durchschnittslinien jedoch nicht zurückerobert werden, bleibt das Erholungspotenzial begrenzt.

Der Relative-Stärke-Index für 14 Tage liegt nahe 38, während der Stochastik-Oszillator bei rund 7 notiert. Dies deutet auf eine schwache Dynamik und eine überverkaufte Marktlage hin. Der Abwärtsdruck könnte sich dadurch verlangsamen, eine Trendwende ist bislang jedoch nicht erkennbar.

Auf der Oberseite wartet der erste Widerstand am 50-Tage-Durchschnitt. Es folgen die horizontale Barriere bei 2.548 Dollar und der 20-Tage-Durchschnitt. Zusammen bilden diese Marken eine dichte Angebotszone, bevor die nächsten Hürden bei 2.636 und 2.781 Dollar in den Blick rücken.

ETH/USDT-Tageschart

Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung am jüngsten Schlusskurs von 2.432 Dollar. Darunter folgen die horizontale Marke bei 2.355 Dollar und der 100-Tage-Durchschnitt bei 2.353 Dollar. Sollte der Verkaufsdruck erneut zunehmen, befinden sich weitere Auffangzonen bei 2.204 und 1.971 Dollar.

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