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US-Dollar Wochenprognose: Hartnäckige Inflation hält die Geschichte von länger höher bleibenden Zinsen am Leben

  • Der US-Dollar beendet die Woche mit marginalen Verlusten. 
  • Die Wiederaufflammen geopolitischer Spannungen war das prägende Thema. 
  • Die Anleger werden nun ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden US-Verbraucherpreisdaten (CPI) richten.

Die vergangene Woche

Der US-Dollar (USD) zeigte sich diese Woche volatil und ließ den US-Dollar-Index (DXY) leicht positiv in der Nähe der Marke von 101,00 schließen.

Die Kursentwicklung dieser Woche wurde hauptsächlich von den erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie deren Auswirkungen auf die Straße von Hormus beeinflusst, wodurch die anhaltende Sorge über mögliche Devisenmarktinterventionen durch das japanische Finanzministerium (MoF) in den Hintergrund rückte, während die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) stark blieben.

Darüber hinaus entsprach die Veröffentlichung der FOMC-Protokolle weitgehend den Markterwartungen, sodass die letztlich hawkische Botschaft weitgehend antizipiert wurde und die Reaktion des Greenbacks apathisch ausfiel.

Fed bekräftigt Haltung „höher für länger“

Die Fed hat ihre Botschaft „höher für länger“ in der vergangenen Woche durch Äußerungen von Funktionären, die Juni-FOMC-Protokolle und den geldpolitischen Bericht vom Freitag verstärkt.

Fed-Gouverneur Christopher Waller bekräftigte das unerschütterliche Engagement der Zentralbank für ihr Inflationsziel von 2 % und argumentierte, dass eine stärkere Inflation und ein stabilisierender Arbeitsmarkt das Risikogewicht verschoben hätten. Er betonte, dass die Geldpolitik nicht zur Finanzierung von Haushaltsdefiziten eingesetzt werde und dass eine klarere Kommunikation notwendig sei, falls die Reaktionsfunktion der Fed nicht gut verstanden werde.

Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, spiegelte den hawkischen Ton wider und erklärte, dass die Inflation trotz verbesserter Aussichten durch niedrigere Energiepreise weiterhin zu hoch sei. Er beschrieb den Arbeitsmarkt als stabil, bekräftigte, dass die Geldpolitik gut positioniert und datenabhängig sei, und argumentierte, dass Investitionen in KI letztlich die Produktivität steigern sollten, auch wenn sie kurzfristig zur Inflation beitragen könnten.

Die Juni-FOMC-Protokolle zeigten, dass die Entscheidungsträger vor allem über die Inflation besorgt blieben, wobei mehrere Funktionäre warnten, dass Investitionen in KI, Zölle und erneute Spannungen im Nahen Osten den Preisdruck hoch halten könnten. Während die Zinsen einstimmig unverändert blieben, hielten einige Teilnehmer weitere Straffungen für angemessen, falls die Inflation hartnäckiger ausfalle, was die Ansicht bestärkt, dass die Hürde für Zinssenkungen hoch bleibt.

Der halbjährliche geldpolitische Bericht der Fed vermittelte eine ähnliche Botschaft. Die Zentralbank erklärte, dass die Inflation im Frühjahr aufgrund von Zöllen, dem Nahostkonflikt und KI-bezogenen Faktoren weiter beschleunigt habe, betonte jedoch, dass die längerfristigen Inflationserwartungen bei 2 % verankert blieben. Der Bericht beschrieb die wirtschaftliche Aktivität und den Arbeitsmarkt als weitgehend widerstandsfähig trotz erhöhter Unsicherheit, erkannte enge Kreditbedingungen und einen stagnierenden Immobilienmarkt an und kam zu dem Schluss, dass das Finanzsystem solide und widerstandsfähig bleibe.

US-Dollar: Positionierung bleibt konstruktiv, während das bullische Momentum nachlässt

Die spekulative Positionierung im US-Dollar änderte sich in der Woche bis zum 30. Juni kaum, mit einem leichten Anstieg der Netto-Long-Positionen auf 13.000 Kontrakte gegenüber 12.900 in der Vorwoche. Die neuesten Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) deuten darauf hin, dass der jüngste Wiederaufbau der bullischen Exponierung weitgehend abgeschlossen ist, wobei die Anleger ihre konstruktive Haltung beibehalten, ohne die Dollar-Long-Positionen wesentlich auszubauen.

Die wöchentliche Positionierung blieb im Wesentlichen unverändert und sank nur um 181 Kontrakte, während die Veränderung über vier Wochen stabil bei etwas über 12.200 Kontrakten blieb. Zudem verringerte sich das Open Interest leicht von 54.900 auf 54.300 Kontrakte, was auf eine geringe Veränderung der Gesamtmarktteilnahme hinweist. Zusammengenommen deuten die Zahlen auf eine Konsolidierungsphase hin, statt auf eine frische Verschiebung der spekulativen Stimmung.

Historische Messgrößen zeigen weiterhin, dass der Greenback weit davon entfernt ist, ein überfüllter Trade zu sein. Die aktuelle Netto-Position liegt im 57. Perzentil ihres 5-Jahres-Bereichs, während die spekulative Exponierung bei 24 % liegt, was dem 49. Perzentil entspricht. Beide Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Positionierung der Spekulanten von den zu Jahresbeginn niedrigen Niveaus erholt hat, aber weiterhin im Einklang mit dem historischen Durchschnitt steht.

Insgesamt zeichnen die neuesten CFTC-Daten ein Bild eines Marktes, der dem Dollar gegenüber moderat konstruktiv bleibt, ohne jedoch starke Überzeugung zu zeigen. Die Anleger haben in den vergangenen Monaten einen Teil ihrer bullischen Exponierung wieder aufgebaut, doch die jüngste Positionierung hat sich stabilisiert, sodass noch ausreichend Spielraum für weitere Akkumulation besteht, falls die eingehenden US-Wirtschaftsdaten und die Fed-Erwartungen den Dollar weiterhin unterstützen.

Das Dilemma des US-Dollars: Inflation vs. Beschäftigung

Der US-Dollar steht in letzter Zeit im Kreuzfeuer widersprüchlicher makroökonomischer Signale.

Die Inflation erweist sich als hartnäckiger als erwartet: Die Verbraucherpreise stiegen im Mai stark an, wobei der Gesamt-VPI auf 4,2 % im Jahresvergleich von 3,8 % und die Kerninflation auf 2,9 % von 2,8 % anstieg. Der jüngste Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) unterstrich diesen Punkt und deutet darauf hin, dass die zugrundeliegenden Preisdruckfaktoren hartnäckig sind, was die Argumentation für die Fed stärkt, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten.

Der Greenback geriet nach einem enttäuschenden Bericht zu den Nonfarm Payrolls im Juni unter Druck. Tatsächlich wurden in diesem Monat nur 57.000 Arbeitsplätze geschaffen, während der vorherige Wert von 172.000 auf 129.000 nach unten revidiert wurde. Zudem sank die Arbeitslosenquote leicht auf 4,2 % von 4,3 %, wobei die Verbesserung offenbar teilweise auf einen Rückgang der Erwerbsbeteiligung zurückzuführen ist.

Trotz der schwächeren Arbeitsmarktdaten zeigt Fed-Chef Kevin Warsh wenig Neigung, den Fokus von der Inflation abzuwenden, was die Anleger dazu veranlasst, sich zu fragen, ob die jüngste Schwäche bei den Beschäftigtenzahlen ausreicht, um den geldpolitischen Ausblick zu verändern.

Im weiteren Sinne bleibt die Marktstimmung vorsichtig. Die Anleger wägen weiterhin die unsichere Lage im Nahen Osten gegen die nach wie vor unklare Strategie des Weißen Hauses zur Lösung des Konflikts ab, während die Aufmerksamkeit zunehmend auf den US-Verbraucherpreisindex (CPI) am kommenden Dienstag gerichtet ist, der den nächsten wichtigen Auslöser sowohl für den US-Dollar als auch für die Erwartungen an die Fed-Politik in der Zukunft darstellen könnte.

Was kommt als Nächstes?

Als nächstes steht der Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni an, der ein entscheidender Faktor für die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Fed sein könnte. Die Anleger werden auch die halbjährliche geldpolitische Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress am Dienstag und Mittwoch sowie die Einzelhandelsumsätze im Juni und die vorläufige Verbraucherstimmungsumfrage der University of Michigan für Juli im Auge behalten.

Neben dem Wirtschaftskalender werden die Entwicklungen im Nahen Osten und neue Äußerungen von Fed-Vertretern die Hauptfaktoren sein, die die Marktstimmung und den US-Dollar beeinflussen.

Der beste Freund des Dollars: Hartnäckige Inflation

Wenn die letzten Monate eines gezeigt haben, dann, dass es eine Herausforderung ist, die Inflation von erhöhten Niveaus zu senken, während es eine ganz andere ist, sie vollständig auf das Ziel zurückzuführen.

Das könnte sich in den kommenden Monaten als die größte Stütze für den US-Dollar erweisen.

Die Märkte haben möglicherweise unterschätzt, wie schwierig die letzte Phase des Disinflationsprozesses immer sein würde. Solange die zugrundeliegenden Preisdruckfaktoren hartnäckig bleiben, sollte die Aussicht auf länger anhaltend höhere Zinsen den Buck weiterhin stützen.

Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.

Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.

Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.

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