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Silberpreis vor Trendwende oder Einbruch? Das zeigt der Chart jetzt

Der Silberpreis steht an einer Marke, die kurzfristig über die weitere Richtung entscheiden könnte. Silver Futures (SI1!) notieren am 8. Oktober um 00:20 Uhr EDT bei 60,365 US-Dollar und damit 0,12 % im Plus. Das klingt zunächst unspektakulär. Doch genau das täuscht ein wenig über die eigentliche Lage hinweg.

Denn technisch bleibt das Bild angeschlagen. Gleichzeitig läuft die aktuelle Tageskerze noch, weshalb es sich lediglich um eine Intraday-Momentaufnahme handelt und nicht um einen bestätigten Schlusskurs.

Entscheidend ist deshalb weniger das kleine Tagesplus, sondern die Frage, ob die Unterstützung bei 60 US-Dollar hält.

Genau hier wird es spannend. Der Silberpreis testet eine Zone, die bereits mehrfach verteidigt wurde. Fällt sie, könnte sich der Abwärtsdruck deutlich verstärken. Hält sie dagegen, wäre zumindest eine technische Erholung möglich.

Silberpreis Prognose

Die Bären haben beim Silberpreis noch die Oberhand

Ein Blick auf die wichtigsten Indikatoren zeigt, warum Vorsicht angebracht bleibt.

Der MACD liegt bei -1,41, während die Signallinie bei -1,01 steht. Damit bleibt das Momentum klar negativ. Es gibt bislang also noch kein Signal dafür, dass der Abwärtstrend bereits gebrochen ist.

Auch der SuperTrend spricht weiterhin gegen eine Entwarnung. Er verläuft bei 66,03 US-Dollar und zeigt nach unten. Für den Silberpreis bedeutet das: Selbst wenn es zu einer Erholung kommt, wartet darüber weiterhin eine klar definierte technische Widerstandszone.

Ähnlich sieht es bei der Ichimoku-Wolke aus. Diese liegt zwischen 63,02 und 64,37 US-Dollar. Solange der Silberpreis darunter notiert, bleibt das technische Bild schwach.

Interessant wird es beim Relative-Stärke-Index. Der RSI steht aktuell bei 36,87. Das ist bereits ein vergleichsweise niedriger Wert, aber noch keine extrem überverkaufte Situation.

Genau deshalb ist das Bild derzeit so zweigeteilt.

Der Silberpreis ist schwach genug für eine mögliche Gegenbewegung, aber technisch noch nicht stark genug für eine echte Trendwende.

Auch die Bollinger-Bänder passen dazu. Der Kurs bewegt sich nahe dem unteren Band bei 58,58 US-Dollar. In Verbindung mit der Unterstützung um 60 US-Dollar erhöht das zumindest die Chance auf einen kurzfristigen Rebound.

Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht.

Denn im Chart zeichnet sich gleichzeitig eine nahezu abgeschlossene absteigende Dreiecksformation um die Marke von 60 US-Dollar ab. Das Volumen ist zuletzt zwar zurückgegangen, wodurch das Signal etwas an Aussagekraft verliert. Sollte die Unterstützung jedoch mit deutlich steigendem Volumen brechen, würde sich das bearishe Bild klar verschärfen.

60 Dollar sind jetzt die entscheidende Marke

Aus technischer Sicht dreht sich beim Silberpreis momentan fast alles um diese eine Zone.

Die Marke von 60 US-Dollar wurde laut Chart bereits viermal getestet. Das macht sie zu einer wichtigen Unterstützung.

Solange sie hält, bleibt eine Gegenbewegung möglich.

Fällt der Silberpreis dagegen auf Tagesschlussbasis unter 60 US-Dollar, wäre die absteigende Dreiecksformation bestätigt. Das erste technische Ziel läge dann bei 55,50 US-Dollar.

Darunter würden im längerfristigen bearishen Szenario zunächst 50 US-Dollar und anschließend 45,50 US-Dollar in den Fokus rücken.

Auf der Oberseite wartet zunächst bei 61,50 US-Dollar der erste wichtige Widerstand. Diese Marke wäre vor allem dann relevant, wenn der Silberpreis kurzzeitig unter 60 US-Dollar fällt und anschließend versucht, das Niveau zurückzuerobern.

Deutlich wichtiger ist jedoch die Zone zwischen 63,02 und 64,37 US-Dollar.

Hier verläuft die Ichimoku-Wolke. Erst wenn der Silberpreis diesen Bereich nachhaltig überwinden kann, würde das derzeit schwache Chartbild ernsthaft infrage gestellt.

Darüber wartet bei 66,03 US-Dollar noch der SuperTrend. Ein Anstieg über dieses Niveau wäre ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die technische Ausgangslage dreht.

Vier Szenarien für den Silberpreis

Wer aktuell bearish positioniert ist, sollte vor allem auf einen bestätigten Bruch der 60-Dollar-Marke achten.

Ein offensiver bearish geprägter Einstieg wäre bei rund 59,50 US-Dollar denkbar, allerdings erst nach einem Tagesschluss unterhalb von 60 US-Dollar. Ein möglicher Stop läge bei 61,50 US-Dollar. Das Kursziel wäre 55,50 US-Dollar.

Das ergibt ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 2 zu 1.

Die Aussagekraft dieses Szenarios bleibt allerdings nur mittel, solange der eigentliche Ausbruch noch nicht bestätigt ist.

Etwas konservativer wäre es, nach dem Bruch der 60-Dollar-Marke zunächst auf einen Rücklauf zu warten.

Scheitert der Silberpreis anschließend daran, die 60 US-Dollar zurückzuerobern, wäre ein Einstieg bei etwa 59 US-Dollar möglich. Auch hier läge die Absicherung bei 61,50 US-Dollar und das Ziel bei 55,50 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt ebenfalls bei rund 2 zu 1.

Der Vorteil dieses Ansatzes: Ein gescheiterter Retest würde die Wahrscheinlichkeit reduzieren, auf einen Fehlausbruch hereinzufallen.

Natürlich gibt es auch ein bullishes Szenario.

Sollte der Silberpreis im Bereich von 60 US-Dollar eine klare bullishe Umkehrkerze ausbilden, wäre ein offensiver Einstieg bei etwa 60,50 US-Dollar denkbar.

Die Absicherung läge dann bei 58,50 US-Dollar, also unterhalb der wichtigen Unterstützungszone. Das Ziel wäre 64,50 US-Dollar.

Auch hier ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 2 zu 1.

Allerdings wäre dieser Trade deutlich spekulativer. Denn er läuft gegen das aktuell negative Momentum.

Wer mehr Sicherheit sucht, müsste auf eine deutlich stärkere Bestätigung warten.

Ein konservativer bullisher Einstieg wäre erst oberhalb von 64,50 US-Dollar interessant, also nach einem Ausbruch über die Ichimoku-Wolke. Der Stop könnte dann bei 61,50 US-Dollar liegen, während das erste Ziel bei 68 US-Dollar läge.

Das Chance-Risiko-Verhältnis wäre mit etwa 1,4 zu 1 zwar geringer, dafür hätte sich das technische Bild zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich verbessert.

Wann sich das Bild beim Silberpreis wirklich dreht

Für die Käufer ist das Szenario relativ klar.

Die 60-Dollar-Marke muss zunächst halten.

Danach müsste der Silberpreis die Widerstandszone zwischen 63,02 und 64,37 US-Dollar zurückerobern. Gleichzeitig wäre es wichtig, dass auch der MACD nach oben dreht.

Erst dann würde die aktuelle bearishe Ausgangslage deutlich an Gewicht verlieren.

Auf der Unterseite ist die Sache noch einfacher.

Ein bestätigter Tagesschluss unter 60 US-Dollar würde die absteigende Dreiecksformation vollenden. Das erste Ziel läge dann bei 55,50 US-Dollar.

Sollte auch diese Unterstützung nicht halten, würde das Risiko eines Rückgangs in Richtung 50 US-Dollar steigen. Im weiter gefassten bearishen Szenario liegt die nächste relevante Zone bei 45,50 US-Dollar.

Genau deshalb ist die aktuelle Situation so spannend.

Der Silberpreis steht nicht irgendwo im Chart. Er steht direkt an einer Marke, an der sich das Kräfteverhältnis zwischen Käufern und Verkäufern kurzfristig entscheiden könnte.

Das kleine Plus von aktuell 0,12 % spielt dabei kaum eine Rolle.

Viel wichtiger ist, ob die Käufer die 60-Dollar-Marke verteidigen können.

Solange der Silberpreis unter der Ichimoku-Wolke notiert, bleiben Erholungen technisch anfällig. Gelingt dagegen der Sprung über 64,37 US-Dollar, würde sich das Bild deutlich aufhellen.

Fällt die 60-Dollar-Marke per Tagesschluss, wäre hingegen Vorsicht angesagt. Dann könnte aus der bisherigen Konsolidierung relativ schnell die nächste Abwärtswelle werden.

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