Silberpreis vor Ausbruch? Diese Marken entscheiden jetzt
|Der Silberpreis hängt fest - und genau das macht die aktuelle Lage so spannend. Am Montagmorgen notiert Silber bei 61,245 US-Dollar und damit 0,32 % höher. Der kleine Anstieg täuscht allerdings darüber hinweg, dass der Chart technisch weiter unter Druck steht.
Der Silberpreis notiert unter mehreren wichtigen gleitenden Durchschnitten, unter der Ichimoku-Wolke und auch der MACD liefert bislang kein Entwarnungssignal. Gleichzeitig nähert sich der Money Flow Index dem überverkauften Bereich. Damit ist die Ausgangslage klar: Der übergeordnete Trend bleibt schwach, aber eine kurzfristige Gegenbewegung wird zunehmend wahrscheinlicher.
Für Anleger kommt es jetzt auf wenige Marken an.
Silberpreis bleibt unter Druck - aber die Lage spitzt sich zu
Der langfristige Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Silber notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 72,470 US-Dollar. Auch der 20-Tage-Durchschnitt bei 62,799 US-Dollar und der 50-Tage-Durchschnitt bei 64,881 US-Dollar liegen über dem aktuellen Kurs.
Genau darin liegt das Problem.
Solange der Silberpreis diese Marken nicht zurückerobert, bleibt jeder Erholungsversuch technisch anfällig. Die Verkäufer haben damit weiter den Vorteil.
Auch der MACD bestätigt dieses Bild. Die MACD-Linie liegt bei -1,25 und damit unter der Signallinie von -1,16. Das Histogramm bleibt negativ.
Der Abwärtsdruck ist also noch vorhanden.
Trotzdem gibt es einen Punkt, der die Lage interessant macht.
Der Money Flow Index liegt bei 29,91 und damit bereits nahe am überverkauften Bereich. Gleichzeitig bewegt sich Silber mit 61,245 US-Dollar nur knapp über dem VWAP bei 61,170 US-Dollar.
Das erhöht die Chance auf eine kurzfristige Erholung.
Eine solche Bewegung wäre aber noch kein Beweis dafür, dass der Abwärtstrend beendet ist. Dafür müsste der Silberpreis erst wichtige Widerstände überwinden.
Diese Zone entscheidet über die nächste große Bewegung
Besonders wichtig ist jetzt der Bereich zwischen 62,800 und 64,900 US-Dollar.
Hier treffen gleich mehrere technische Widerstände aufeinander: der 20-Tage-Durchschnitt, der 50-Tage-Durchschnitt und der untere Bereich der Ichimoku-Wolke.
Genau deshalb dürfte diese Zone darüber entscheiden, ob Silber lediglich kurz Luft holt oder tatsächlich einen stärkeren Erholungsversuch startet.
Ein Tagesschluss über 64,900 US-Dollar würde das bisher bearishe Bild deutlich abschwächen.
Noch stärker wäre das Signal, wenn der Silberpreis anschließend auch nachhaltig über 68,600 US-Dollar steigt. Erst dann gäbe es klarere Hinweise darauf, dass Silber die aktuelle Handelsspanne nach oben verlassen könnte.
Bis dahin bleibt Vorsicht angebracht.
Auf der Unterseite ist vor allem 59,400 US-Dollar wichtig.
Fällt Silber per Tagesschluss unter diese Marke, wäre der nächste Unterstützungsbereich bei 56,200 US-Dollar schnell wieder im Spiel. Darunter wartet bei 55,000 US-Dollar die nächste wichtige Zone.
Damit wird deutlich, wie eng die aktuelle Entscheidungsspanne ist.
Der Silberpreis steckt zwischen einem wichtigen Widerstandsblock auf der Oberseite und einer Unterstützung, deren Bruch neuen Verkaufsdruck auslösen könnte.
Wichtig ist dabei auch: Die aktuelle Tageskerze war am 12. Oktober 2026 um 1:47 Uhr EDT noch nicht abgeschlossen. Die bisher sichtbare Unsicherheit im Chart sollte deshalb nicht vorschnell als bestätigte Trendwende interpretiert werden.
Was Bären und Bullen jetzt brauchen
Für das bearishe Szenario ist die Sache relativ klar.
Scheitert Silber erneut im Bereich zwischen 62,800 und 64,900 US-Dollar und fällt anschließend unter 59,400 US-Dollar, bleibt die fallende Struktur bestehen.
Ein aggressiver Short-Ansatz würde bei einer bestätigten Ablehnung im Bereich von 62,800 US-Dollar ansetzen. Der Stop läge bei 65,800 US-Dollar und damit oberhalb der Ichimoku-Wolke sowie des 50-Tage-Durchschnitts.
Das mögliche Ziel wäre 56,200 US-Dollar.
Damit ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 2,2 zu 1.
Die Aussagekraft dieses Szenarios liegt im mittleren Bereich. Entscheidend wäre, dass sich die Ablehnung am Widerstand tatsächlich bestätigt.
Vorsichtigere Trader könnten dagegen zunächst einen Tagesschluss unter 59,400 US-Dollar abwarten.
Auch hier läge der Stop bei 65,800 US-Dollar, während das mögliche Ziel bei 55,000 US-Dollar liegt.
Das Chance-Risiko-Verhältnis würde sich damit auf rund 2,6 zu 1 verbessern.
Der Vorteil dieses Szenarios liegt auf der Hand: Der Bruch einer wichtigen Unterstützung wäre bereits bestätigt und das Risiko eines Fehlsignals damit geringer.
Für die Bullen sieht die Sache umgekehrt aus.
Der niedrige MFI spricht dafür, dass Silber kurzfristig bereits stark verkauft wurde. Das allein reicht aber nicht.
Ein echtes technisches Signal würde erst ein klarer Tagesschluss über 64,900 US-Dollar liefern.
Gelingt dieser Ausbruch, könnte sich die Bewegung in Richtung 68,600 US-Dollar fortsetzen.
Erst dann würde sich das derzeit bearishe Bild spürbar verändern.
Silberpreis: Jetzt zählt Geduld
Der Silberpreis steht an einem Punkt, an dem voreilige Entscheidungen teuer werden können.
Technisch spricht weiterhin einiges für die Bären. Silber notiert unter den wichtigsten gleitenden Durchschnitten, die Ichimoku-Wolke liegt über dem Kurs und auch der MACD bleibt schwach.
Gleichzeitig sorgt der niedrige MFI dafür, dass eine kurzfristige Gegenbewegung jederzeit einsetzen kann.
Genau deshalb ist die Mitte der aktuellen Handelsspanne wenig attraktiv.
Unter 64,900 US-Dollar bleiben Erholungen anfällig. Oberhalb dieser Marke würde sich das Bild deutlich verbessern. Auf der Unterseite wäre ein Tagesschluss unter 59,400 US-Dollar dagegen ein neues Warnsignal und könnte den Silberpreis in Richtung 56,200 beziehungsweise 55,000 US-Dollar drücken.
Für Anleger sind damit drei Marken entscheidend: 59,400 US-Dollar auf der Unterseite, 64,900 US-Dollar als zentraler Widerstand und 68,600 US-Dollar als mögliche Bestätigung eines größeren Ausbruchs.
Noch ist keine dieser Marken nachhaltig gefallen.
Genau deshalb dürfte beim Silberpreis jetzt Geduld mehr wert sein als Aktionismus.
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