Silberpreis Prognose: Jetzt wird es brandgefährlich
|Der Silberpreis steht an einer entscheidenden Stelle. Nach dem massiven Rückgang ist der Markt technisch angeschlagen, die Bären haben weiterhin die Kontrolle und ein Bruch der Marke von 56 US-Dollar könnte den nächsten heftigen Kursrutsch auslösen.
Dann wären Kurse um 50 US-Dollar plötzlich alles andere als unrealistisch.
Doch noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Genau an der aktuellen Unterstützung könnte sich auch ein Doppelboden bilden und damit die Grundlage für eine kräftige Gegenbewegung entstehen. Anleger stehen deshalb vor einer schwierigen Situation: Ist der jüngste Rückgang bereits eine Kaufchance oder droht beim Silberpreis erst noch der eigentliche Absturz?
Meine Silberpreis Prognose fällt kurzfristig eindeutig aus: Die Bären haben den Vorteil. Aber wer jetzt blind auf weiter fallende Kurse setzt, könnte ebenfalls zu früh dran sein.
Denn eine einzige Kurszone dürfte darüber entscheiden, wie es weitergeht.
Der Silberpreis bleibt im Abwärtstrend
Wer sich den Tageschart ansieht, kommt an einer Tatsache kaum vorbei: Der übergeordnete Trend zeigt weiter nach unten.
Der SuperTrend liefert bei 69,29 US-Dollar ein bestätigtes Short-Signal. Damit bleibt der dominante Abwärtstrend auf Tagesbasis intakt. Auch der Ichimoku-Indikator macht den Bullen derzeit wenig Hoffnung.
Der Silberpreis notiert unter der Wolke, unter dem Kijun bei 66,80 US-Dollar und auch unter dem Tenkan bei 59,715 US-Dollar. Gleich mehrere technische Signale bestätigen damit die bärische Marktstruktur.
Hinzu kommt der ADX mit einem Wert von 36,1. Da der negative Richtungsindikator über dem positiven liegt, spricht auch diese Kennzahl für einen starken, trendenden Bärenmarkt.
Das ist wichtig.
Denn damit befindet sich Silber aktuell nicht einfach nur in einer chaotischen Seitwärtsphase. Der Markt besitzt eine klare Richtung und diese Richtung zeigt nach unten.
Solange der Kurs deutlich unter dem Bereich zwischen 63 und 69 US-Dollar bleibt, würde ich deshalb jede stärkere Erholung zunächst eher als Rallye innerhalb eines Bärenmarktes betrachten und noch nicht als echte Trendwende.
Genau hier liegt die Gefahr für Anleger. Nach einem heftigen Rückgang sieht eine Erholung schnell nach dem Beginn eines neuen Aufwärtstrends aus. Doch technisch wäre das derzeit verfrüht.
Jetzt wird die Marke von 56 US-Dollar entscheidend
Die wichtigste Unterstützung liegt aktuell bei 56 US-Dollar.
Diese Marke wurde bereits zweimal getestet und könnte deshalb die Grundlage für einen möglichen Doppelboden bilden. Für die Bullen wäre das ein wichtiger Hoffnungsschimmer.
Aber Vorsicht: Das Muster ist bisher nur zu rund 50 % ausgebildet.
Von einer bestätigten Bodenbildung kann also noch keine Rede sein.
Auch die letzte Tageskerze liefert keine eindeutige Antwort. Bei 58,97 US-Dollar entstand ein Spinning Top. Dieses Kerzenmuster steht vor allem für Unentschlossenheit.
Nach einem starken Abverkauf ist das durchaus bemerkenswert. Die Verkäufer dominieren zwar weiterhin das große Bild, doch unmittelbar an der Unterstützung scheint der Markt zu zögern.
Genau deshalb ist die Silberpreis Prognose aktuell so spannend.
Hält die Marke von 56 US-Dollar, könnte eine technische Gegenbewegung starten. Fällt sie dagegen auf Tagesschlussbasis, würde sich das Chartbild erneut deutlich verschlechtern.
Dann könnte es schnell ungemütlich werden.
Unter 56 US-Dollar droht der nächste große Rutsch
Ein Blick auf die Fibonacci-Marken zeigt, wie viel Abwärtspotenzial bei einem Bruch der Unterstützung noch vorhanden sein könnte.
Ausgehend vom Hoch bei 90,105 US-Dollar vom 13. Mai und dem Tief bei 56 US-Dollar vom 24. Juni liegt ein wichtiges Retracement bei 69,03 US-Dollar.
Das ist besonders auffällig, weil diese Marke fast exakt mit dem SuperTrend bei 69,29 US-Dollar zusammenfällt.
Damit wird deutlich: Der Bereich um 69 US-Dollar ist auf der Oberseite ein massiver technischer Widerstand.
Auf der Unterseite sieht es deutlich gefährlicher aus.
Aus der jüngeren Abwärtsbewegung ergibt sich die 127,2-%-Extension bei 49,90 US-Dollar. Darunter warten weitere mögliche Unterstützungen bei 48,75 US-Dollar und schließlich bei 43,50 US-Dollar. Dort liegt die 161,8-%-Extension.
Die Konsequenz ist klar.
Solange 56 US-Dollar halten, bleibt eine Gegenbewegung möglich. Fällt die Unterstützung jedoch per Tagesschluss, würde sich der Weg in Richtung 50 US-Dollar öffnen.
Und sollte auch dieser Bereich nicht halten, könnte sich die Abwärtsbewegung sogar bis in Richtung 43,50 US-Dollar ausweiten.
Das bedeutet nicht, dass dieses Szenario zwangsläufig eintreten muss. Aber Anleger sollten das Risiko kennen.
Gerade weil der übergeordnete Trend ohnehin nach unten zeigt, wäre ein Bruch der Unterstützung deutlich gefährlicher als in einem stabilen Aufwärtstrend.
Wo sich ein Einstieg überhaupt lohnen könnte
Für Käufer liegt die spannendste Zone zwischen 56 und 57,50 US-Dollar.
Dort treffen mehrere Faktoren zusammen. Die mögliche Doppelboden-Struktur liegt in diesem Bereich, gleichzeitig befindet sich der Kurs in der Nähe des unteren Bollinger Bands.
Aus technischer Sicht kann das ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis schaffen.
Aber ich würde diesen Bereich trotzdem nicht als sichere Kaufzone bezeichnen.
Der Grund ist einfach: Jeder Long-Einstieg dort läuft gegen den dominanten Haupttrend.
Wer in diesem Bereich kauft, setzt also darauf, dass die Unterstützung hält und eine Gegenbewegung einsetzt. Das kann funktionieren. Es bleibt aber ein aggressiver Trade.
Auf der Oberseite wird es dagegen zwischen 63,20 und 66,80 US-Dollar besonders interessant.
Bei 63,20 US-Dollar verläuft ungefähr der 20-Tage-Durchschnitt. Bei 63,73 US-Dollar liegt ein wichtiges Zwischenhoch, das zugleich als mögliche Nackenlinie des Doppelbodens betrachtet werden kann. Darüber wartet bei 66,80 US-Dollar der Ichimoku-Kijun.
Damit entsteht eine breite Widerstandszone.
Sollte Silber in diesen Bereich steigen, könnten die Bären versuchen, die Rallye erneut zu verkaufen.
Genau deshalb ist die Zone zwischen 63,20 und 66,80 US-Dollar für mich aktuell einer der wichtigsten Bereiche im gesamten Chart.
Diese Kurszone würde ich meiden
Zwischen 57,50 und 63,19 US-Dollar ist die Lage deutlich unattraktiver.
Hier ist die Volatilität hoch, während eine klare Struktur fehlt.
Für Anleger bedeutet das: viel Bewegung, aber wenig Vorteil.
Gerade in solchen Bereichen entstehen häufig Fehlsignale. Der Markt steigt kurz an, dreht wieder nach unten, startet den nächsten Erholungsversuch und sorgt dabei auf beiden Seiten für falsche Einstiege.
Ich würde deshalb nicht jeden kleinen Kursausschlag überbewerten.
Manchmal ist es an der Börse die bessere Entscheidung, nichts zu tun.
Und genau das könnte beim Silberpreis aktuell der Fall sein.
Das ist das wahrscheinlichste Szenario
Mein Hauptszenario bleibt die Fortsetzung des Abwärtstrends.
Entscheidend dafür wäre ein Bruch der Marke von 56 US-Dollar.
Ein Tagesschluss unter dieser Unterstützung, idealerweise begleitet von steigendem Handelsvolumen, wäre ein starkes Signal. Dann wäre bestätigt, dass die Käufer die wichtige Zone nicht mehr verteidigen können.
In diesem Fall würde der Bereich um 49,90 US-Dollar in den Fokus rücken.
Darunter folgen 48,75 US-Dollar und später möglicherweise 43,50 US-Dollar.
Aus heutiger Sicht besitzt dieses bärische Szenario die höchste Wahrscheinlichkeit.
Der Grund liegt nicht in einer einzelnen Kennzahl. Entscheidend ist die Kombination aus mehreren Faktoren: Der übergeordnete Trend zeigt nach unten, der SuperTrend bleibt bärisch, der Ichimoku bestätigt die Schwäche und auch der ADX spricht für einen starken Abwärtstrend.
Die Marke von 56 US-Dollar ist deshalb die letzte wichtige Verteidigungslinie der Bullen.
Fällt sie, könnte der Verkaufsdruck erneut deutlich zunehmen.
Doch die Bullen sind noch nicht geschlagen
Trotzdem wäre es ein Fehler, eine Gegenbewegung vollständig auszuschließen.
Sollte der Silberpreis im Bereich zwischen 56 und 57 US-Dollar erneut Käufer finden, könnte eine Erholung beginnen.
Die ersten Ziele lägen dann bei 60 US-Dollar, anschließend bei 63,20 US-Dollar und später bei 66,80 US-Dollar.
Das wäre das aggressive Szenario.
Deutlich wichtiger wäre für mich jedoch ein Tagesschluss über 63,73 US-Dollar.
Diese Marke entspricht der möglichen Nackenlinie des Doppelbodens. Erst ein Ausbruch darüber würde das technische Bild spürbar verbessern.
Dann könnte der Silberpreis wieder Spielraum in Richtung des 20-Tage-Durchschnitts und später des Kijun erhalten.
Zusätzliche Bestätigung könnten ein bullisches MACD-Kreuz und eine Rückkehr des RSI über die Marke von 40 liefern.
Erst dann würde aus einer einfachen Erholung langsam ein ernst zu nehmendes Reversal-Szenario.
Bis dahin bleibt jede Aufwärtsbewegung technisch anfällig.
Mein Fazit zur Silberpreis Prognose
Die Silberpreis Prognose bleibt kurzfristig klar von den Bären geprägt.
Der Abwärtstrend ist intakt, mehrere technische Indikatoren bestätigen die Schwäche und die wichtigste Unterstützung steht massiv unter Druck.
Trotzdem würde ich auf dem aktuellen Niveau weder blind kaufen noch aggressiv auf einen weiteren Absturz setzen.
Der Grund ist die Marke von 56 US-Dollar.
Hält sie, könnte sich ein Doppelboden entwickeln und der Silberpreis zu einer kräftigen technischen Gegenbewegung ansetzen.
Fällt sie dagegen per Tagesschluss, droht der nächste Rutsch in Richtung 49,90 bis 48,75 US-Dollar. Im schlimmsten Fall könnte später sogar der Bereich um 43,50 US-Dollar ins Visier geraten.
Für mich ist die Situation deshalb eindeutig: Abwarten kann aktuell die beste Entscheidung sein.
Ein Bruch unter 56 US-Dollar würde das bärische Szenario bestätigen. Ein Ausbruch über 63,73 US-Dollar wäre dagegen das erste echte Signal, dass die Bullen wieder zurückkommen.
Die wichtigste Invalidationsmarke für Käufer liegt bei 55,95 bis 56 US-Dollar. Für die Bären wäre dagegen ein Tagesschluss über 69,30 US-Dollar das klare Warnsignal.
Aktuell haben die Verkäufer den Vorteil.
Aber die nächste große Bewegung dürfte erst dann beginnen, wenn der Silberpreis an einer dieser entscheidenden Marken Farbe bekennt.
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