Silberpreis Prognose: 3 Chartmarken entscheiden über die nächste große Bewegung
|Beim Silberpreis wird es jetzt ernst.
Der Silber-Future notiert aktuell bei rund 62,28 und steht damit ausgerechnet an einer der wichtigsten Marken im gesamten Chart: der 200-Tage-Linie. Genau hier könnte sich entscheiden, ob die jüngste Erholung weitergeht oder der übergeordnete Abwärtstrend wieder mit voller Wucht zuschlägt.
Und das macht die aktuelle Lage so gefährlich.
Denn auf den ersten Blick sieht es so aus, als könnte Silber langsam einen Boden finden. Der Kurs hat sich vom Tief bei rund 56,00 erholt, der RSI steigt und kurzfristig hat der Verkaufsdruck nachgelassen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Der große Trend ist weiterhin klar negativ.
Die entscheidende Frage dieser Silberpreis Prognose lautet deshalb: Ist die aktuelle Bewegung der Beginn einer echten Trendwende oder nur die nächste Falle für zu optimistische Käufer?
Der Abwärtstrend ist stärker, als viele Anleger glauben
Die übergeordnete Lage ist eindeutig. Silber befindet sich weiter in einem klaren Abwärtstrend.
Der SuperTrend liegt bei 70,45 und signalisiert weiterhin ein bärisches Marktumfeld. Der aktuelle Kurs von 62,28 liegt deutlich darunter. Solange Silber diese Marke nicht per Tagesschluss zurückerobert, gibt es aus technischer Sicht keinen überzeugenden Grund, von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen.
Auch der Ichimoku-Indikator sendet ein klares Warnsignal. Der Silberpreis liegt unter der Kumo-Wolke, die sich aktuell zwischen 64,13 und 72,90 erstreckt. Das ist wichtig, denn unterhalb dieser Zone bleibt jede Aufwärtsbewegung zunächst nur eine Erholung innerhalb eines größeren Abwärtstrends.
Noch deutlicher wird das Bild bei den gleitenden Durchschnitten.
Silber notiert unter der 20-Tage-Linie bei 65,43 und ebenfalls klar unter der 50-Tage-Linie bei 72,79. Beide Marken liegen über dem aktuellen Kurs und wirken damit als Widerstände.
Besonders brisant ist jedoch die 200-Tage-Linie bei 62,92.
Genau dort kämpft der Silberpreis aktuell um die Richtung. Und anders als viele Anleger vielleicht vermuten, ist diese Linie im Moment keine Unterstützung. Der Kurs kommt von unten und testet sie als Widerstand.
Das bedeutet: Silber muss erst beweisen, dass die Käufer stark genug sind, diese Zone zurückzuerobern.
Mein Eindruck ist deshalb klar: Solange 70,45 nicht per Tagesschluss gebrochen wird, bleibt jede Stärke beim Silberpreis nur eine Gegenbewegung im Bärenmarkt.
Die Bullen haben eine Chance – aber sie ist fragil
Trotz der schwachen Gesamtstruktur ist die Lage für Käufer nicht hoffnungslos.
Der wichtigste Hoffnungsschimmer liegt bei 56,00. Von dort aus konnte sich Silber zuletzt erholen. Im Chart deutet sich damit ein mögliches Doppelboden-Szenario an, das aktuell zu rund 60 % ausgebildet ist.
Sollte diese Formation bestätigt werden, könnte daraus tatsächlich eine größere Erholungsbewegung entstehen.
Auch die kurzfristigen Momentum-Daten helfen den Bullen.
Die Heikin-Ashi-Kerzen sind grün. Das zeigt, dass sich der Druck nach unten vorerst abgeschwächt hat. Gleichzeitig steigt der RSI und liegt aktuell bei 40,29.
Das ist noch kein Zeichen echter Stärke. Aber es zeigt, dass die Verkäufer etwas an Kontrolle verlieren.
Genau hier liegt die Chance für eine Erholungsrally.
Doch der Spielraum ist begrenzt. Fällt Silber unter 55,96 und damit unter das jüngste Tief, wäre das Doppelboden-Szenario zerstört. Die Hoffnung auf eine größere Erholung würde dann einen schweren Rückschlag erleiden.
Diese Long-Setups sind jetzt entscheidend
Für aggressive Trader könnte ein erstes Long-Signal entstehen, wenn Silber per Tagesschluss über 63,00 steigt.
Damit würde der Kurs die 200-Tage-Linie bei 62,92 zunächst zurückerobern. Der mögliche Stopp läge bei 59,40. Als Kursziele kommen 72,50, anschließend 77 und im stärksten Szenario 80 infrage.
Das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei bis zu rund 4,7 zu 1.
Klingt attraktiv. Doch der Haken ist groß.
Dieser Trade läuft gegen den dominanten Abwärtstrend. Genau deshalb ist dieses Setup vor allem für erfahrene Kontra-Trend-Trader geeignet.
Wer konservativer vorgehen will, könnte auf einen Tagesschluss über der 20-Tage-Linie bei 65,50 warten. Auch hier läge der Stopp bei 59,40. Die Zielzonen bleiben mit 72,50, 77 und 80 identisch.
Der Vorteil: Das Signal wäre stärker bestätigt.
Der Nachteil: Der Einstieg erfolgt später.
Trotzdem dürfte Geduld hier die vernünftigere Strategie sein. Denn der jüngste Anstieg wird von schwachem Volumen begleitet. Genau solche Bewegungen sehen im ersten Moment stark aus und enden dann nicht selten in einer Bull Trap.
Die Bären haben den einfacheren Trade
Während die Käufer auf eine Trendwende hoffen, haben die Verkäufer einen entscheidenden Vorteil: Sie handeln mit dem bestehenden Trend.
Der SuperTrend ist bei 70,45 bärisch. Der Kurs liegt unter der Ichimoku-Wolke. Er notiert unter der 20- und der 50-Tage-Linie.
Das ist technisch betrachtet ein sauberes Abwärtstrend-Setup.
Noch wichtiger ist die Entwicklung beim Volumen.
Während Silber zuletzt gestiegen ist, hat das Volumen nachgelassen. Das zeigt, dass der Bounce bislang nicht von besonders starker Nachfrage getragen wird.
Der Kurs steigt, aber die Käufer wirken nicht überzeugend.
Für Short-Trader ist das interessant.
Der bearishen These würde allerdings ein schwerer Schlag versetzt, wenn Silber per Tagesschluss über 70,45 steigt. Dann wäre die aktuelle Abwärtsstruktur klar beschädigt.
So könnte die nächste Abwärtsbewegung aussehen
Ein aggressives Short-Signal könnte entstehen, wenn Silber per Tagesschluss wieder unter 62,00 fällt.
Damit würde der Kurs erneut klar unter die 200-Tage-Linie rutschen. Der mögliche Stopp läge bei 65,50. Als Ziele kommen zunächst 56, anschließend 50 und später 48,50 infrage.
Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei bis zu rund 3,9 zu 1.
Dieses Szenario ist vor allem für Trendfolger interessant, die bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen.
Konservativere Trader könnten auf einen Rückgang auf 59,50 warten. Entscheidend wäre dabei ein Break und anschließender Retest der lokalen Unterstützung.
Auch hier läge der Stopp bei 65,50. Die Kursziele bleiben unverändert bei 56, 50 und 48,50.
Besonders wichtig bleibt die Marke von 56,00.
Dort liegt nicht nur die Unterstützung des möglichen Doppelbodens. Sollte Silber diese Marke sauber nach unten durchbrechen, könnte sich der Abverkauf deutlich beschleunigen.
Hier solltest du jetzt genau hinsehen
Für Long-Trader liegt die wichtigste Zone zwischen 56,00 und 58,00.
Hier treffen die mögliche Doppelboden-Struktur und eine psychologisch wichtige Kursregion aufeinander. Eine starke Reaktion in diesem Bereich könnte die Grundlage für eine größere Erholung bilden.
Auf der Short-Seite wird es zwischen 69,00 und 70,50 besonders spannend.
In dieser Zone liegen der SuperTrend und das 38,2-%-Fibonacci-Retracement bei 69,03. Sollte Silber bis in diesen Bereich steigen und dort wieder nach unten drehen, wäre das ein technisch interessantes Short-Szenario.
Dazwischen gibt es jedoch einen Bereich, in dem Vorsicht angebracht ist.
Zwischen 59,50 und 65,50 befindet sich die aktuelle No-Trade-Zone. Genau hier notiert der Silberpreis momentan.
Die 200-Tage-Linie liegt mitten im Markt. Die 20-Tage-Linie ist nicht weit entfernt. Der Kurs bewegt sich unruhig und weder Käufer noch Verkäufer haben einen eindeutigen Vorteil.
Genau solche Marktphasen verleiten zu schlechten Einstiegen.
Die größte Gefahr ist jetzt eine Bull Trap
Der aktuelle Status bei 62,28 bleibt neutral.
Silber klemmt direkt an der 200-Tage-Linie und der Markt hat sich noch nicht entschieden.
Allerdings gibt es ein erstes Warnsignal.
Die bearishe Kerze vom 6. Juli nahe des Widerstands an der 200-Tage-Linie deutet darauf hin, dass die Rally an Kraft verlieren könnte.
Für Käufer besteht deshalb ein klares Risiko: Silber könnte kurz über die 200-Tage-Linie bei 62,92 steigen, Optimismus auslösen und anschließend wieder nach unten drehen.
Das wäre eine klassische Bull Trap.
Deshalb sind Intraday-Bewegungen aktuell mit Vorsicht zu genießen. Ein kurzer Ausbruch reicht nicht. Entscheidend sind bestätigte Tagesschlusskurse.
Mein Fazit zur Silberpreis Prognose
Beim Silberpreis läuft jetzt die Entscheidung.
Die Bullen haben mit dem möglichen Doppelboden bei 56,00, dem steigenden RSI bei 40,29 und der kurzfristigen Entspannung beim Momentum durchaus Argumente auf ihrer Seite.
Doch die größere Struktur spricht weiterhin für die Bären.
Silber liegt unter der Ichimoku-Wolke, unter der 20- und der 50-Tage-Linie und kämpft von unten mit der 200-Tage-Linie. Gleichzeitig bleibt der SuperTrend bei 70,45 klar bärisch.
Für mich bedeutet das: Short-Setups bleiben aktuell technisch sauberer als Long-Trades gegen den Trend.
Die entscheidenden Marken sind jetzt klar. Oberhalb von 63,00 und später 65,50 verbessert sich die Lage für die Käufer. Ein Tagesschluss über 70,45 könnte die gesamte bärische Struktur infrage stellen.
Auf der Unterseite wird es unter 59,50 kritisch. Fällt Silber anschließend unter 56,00, könnte sich der Abwärtstrend deutlich beschleunigen.
Bis dahin gilt: Nicht jede Bewegung ist eine Chance.
Gerade jetzt könnte der teuerste Fehler darin bestehen, eine kurzfristige Erholung mit einer echten Trendwende zu verwechseln.
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