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Silberpreis kurz vor dem Signal: Darauf müssen Anleger jetzt achten

Beim Silberpreis herrscht derzeit eine trügerische Ruhe. Seit Tagen bewegt sich das Edelmetall im Tageschart in einer engen Spanne zwischen 65,50 und 70,00 US-Dollar. Käufer und Verkäufer liefern sich ein Patt, während wichtige gleitende Durchschnitte den Kurs von beiden Seiten einengen.

Genau solche Phasen wirken auf den ersten Blick langweilig. An der Börse sind sie es aber oft nicht.

Denn je länger sich ein Markt zusammenzieht, desto heftiger kann die anschließende Bewegung ausfallen. Beim Silberpreis rücken deshalb zwei Marken immer stärker in den Fokus: 72,30 US-Dollar auf der Oberseite und 63,50 US-Dollar auf der Unterseite.

Ein klarer Tagesschluss außerhalb dieser Spanne könnte die aktuelle Seitwärtsphase beenden und eine deutlich dynamischere Bewegung auslösen.

Aktuell notiert Silber bei 66,24 US-Dollar und damit ziemlich genau in der Mitte der laufenden Konsolidierung. Für Anleger ist das momentan die unangenehmste Zone, denn weder die Bullen noch die Bären liefern ein überzeugendes Signal.

Das bestätigt auch der ADX.

Mit einem Wert von 17,41 zeigt der Trendindikator derzeit nur eine geringe Trendstärke an. Werte unter 20 sprechen typischerweise für eine Seitwärtsphase. Genau dort entstehen besonders häufig Fehlausbrüche, bei denen der Kurs zunächst eine wichtige Marke überwindet und kurz darauf wieder in die alte Handelsspanne zurückfällt.

Silberpreis Prognose

Der Silberpreis sitzt zwischen zwei Fronten fest

Technisch betrachtet liefert Silber derzeit widersprüchliche Signale.

Positiv ist zunächst, dass sich der Silberpreis oberhalb der Ichimoku-Wolke hält. Diese verläuft aktuell zwischen 63,52 und 66,54 US-Dollar. Solange der Kurs diesen Bereich verteidigt, bleibt die kurzfristige Struktur vergleichsweise stabil.

Auch der SuperTrend steht weiterhin auf „bullisch“. Eine wichtige Unterstützung liegt hier bei 61,24 US-Dollar.

Auf der anderen Seite wartet jedoch ein erhebliches Hindernis.

Der Silberpreis notiert weiterhin unter seinem 200-Tage-Durchschnitt bei 72,28 US-Dollar. Dieser gleitende Durchschnitt ist für viele Marktteilnehmer eine der wichtigsten langfristigen Trendmarken überhaupt.

Solange Silber darunter bleibt, fehlt dem Markt ein klares technisches Kaufsignal.

Auch beim MACD haben die Käufer derzeit noch nicht die Kontrolle übernommen. Die MACD-Linie liegt bei 1,05 und damit unter der Signallinie von 1,36. Das Momentum spricht somit leicht für die Verkäufer.

Ganz chancenlos sind die Bullen trotzdem nicht.

Im Chart hat sich bei 66,78 US-Dollar eine sogenannte Bull Flag entwickelt, die aktuell zu rund 60 % ausgebildet ist. Solche Formationen können auf eine Fortsetzung der vorherigen Aufwärtsbewegung hindeuten.

Das Entscheidende ist das Wort „können“.

Solange der Silberpreis die entscheidenden Widerstände nicht überwindet, bleibt die Formation lediglich ein mögliches Szenario und noch kein bestätigtes Kaufsignal.

Über 72,30 Dollar könnte Silber plötzlich durchstarten

Für die Bullen gibt es deshalb zwei mögliche Einstiegssignale.

Das aggressivere Szenario beginnt bereits oberhalb von 67,00 US-Dollar. Ein Anstieg über diese Marke könnte erste Käufer zurück in den Markt locken.

Wer mehr Bestätigung abwarten möchte, müsste dagegen auf einen Tagesschluss oberhalb von 72,50 US-Dollar warten.

Diese Marke ist deshalb besonders interessant, weil sie direkt oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts liegt.

Gelingt Silber der Sprung über diesen Bereich, wäre nicht nur ein kurzfristiger Widerstand gebrochen. Der Kurs würde gleichzeitig über eine der wichtigsten langfristigen Trendmarken zurückkehren.

Das könnte technisch einiges verändern.

Das erste Ziel läge in diesem Fall bei 78,00 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis für dieses Szenario liegt bei 3,05 und wird mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Vor allem für Anleger und Trader, die auf Momentum nach einem bestätigten Ausbruch setzen, wäre ein solches Signal interessant.

Sollte sich die Bewegung anschließend beschleunigen, könnten auch 85,00 und später sogar 90,00 US-Dollar in den Fokus rücken.

Das Risiko wäre relativ klar definiert.

Unterhalb von 63,40 US-Dollar würde das bullische Szenario deutlich an Qualität verlieren. Diese Marke liegt unterhalb des 50-%-Fibonacci-Niveaus und der Ichimoku-Wolke.

Ein Rückfall darunter wäre deshalb ein Warnsignal.

Unter 63,50 Dollar wird es für Silber kritisch

Die Verkäufer haben allerdings ebenfalls eine klare Chance.

Ein erster negativer Impuls würde entstehen, wenn der Silberpreis unter 65,00 US-Dollar fällt.

Deutlich wichtiger wäre jedoch ein Bruch unter 63,50 US-Dollar.

Genau dort verläuft eine zentrale technische Unterstützung. Fällt sie, würde die aktuelle Seitwärtsbewegung nach unten verlassen und die Bullen hätten ein Problem.

Das nächste deutlichere Verkaufssignal würde dann unterhalb von 61,00 US-Dollar entstehen.

Das erste Kursziel auf der Unterseite liegt bei 59,00 US-Dollar.

Für dieses Szenario wird ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,66 angegeben, ebenfalls bei mittlerer Zuversicht.

Sollte der Verkaufsdruck anschließend weiter zunehmen, könnten auch 55,00 US-Dollar und im Extremfall 50,00 US-Dollar wieder zum Thema werden.

Die Absicherung für ein solches Short-Szenario liegt oberhalb von 68,60 US-Dollar. Zusätzlich wird ein Puffer von 1,5-mal der Average True Range berücksichtigt.

Der Hintergrund ist einfach: Silber kann kurzfristig ausgesprochen volatil sein. Ein zu enger Stopp kann deshalb selbst bei einem grundsätzlich richtigen Szenario schnell ausgelöst werden.

Die Lage lässt sich damit auf zwei Marken reduzieren.

Unter 63,50 US-Dollar verlieren die Käufer ihre wichtigste kurzfristige Unterstützung. Oberhalb von 72,30 US-Dollar geraten dagegen die Verkäufer zunehmend in Bedrängnis.

Die gefährlichste Zone liegt genau dazwischen

Und was passiert zwischen diesen beiden Marken?

Genau dort liegt derzeit das eigentliche Problem.

Die Spanne zwischen 65,50 und 70,00 US-Dollar ist aktuell eine klassische No-Trade-Zone.

Der Silberpreis besitzt dort zu wenig Trendstärke für ein überzeugendes Momentum-Signal, gleichzeitig sind die nächsten wichtigen Unterstützungen und Widerstände nicht weit entfernt.

Wer innerhalb dieser Zone auf jeden kleinen Kursausschlag reagiert, läuft deshalb Gefahr, immer wieder auf Fehlsignale hereinzufallen.

Gerade der niedrige ADX macht diese Marktphase so tückisch.

Ein kurzer Sprung über 67 oder 68 US-Dollar muss noch lange nicht bedeuten, dass Silber tatsächlich ausbricht. Ebenso wenig muss ein Rückgang unter 65 US-Dollar sofort eine größere Abwärtsbewegung auslösen.

Solange der Kurs in der aktuellen Spanne bleibt, hat der Markt schlicht noch keine Entscheidung getroffen.

Für Anleger kann Nichtstun deshalb momentan genauso sinnvoll sein wie eine Positionierung.

Beim Silberpreis droht jetzt die klassische Ausbruchsfalle

Der wichtigste Punkt für die kommenden Handelstage ist deshalb nicht nur, ob Silber 63,50 oder 72,30 US-Dollar erreicht.

Entscheidend ist, wie der Kurs diese Marken durchbricht.

Bei einem ADX unter 20 und einer Bewegung zwischen wichtigen gleitenden Durchschnitten ist der erste Ausbruch häufig ein Fehlsignal.

Deshalb spielt das Handelsvolumen eine besonders wichtige Rolle.

Ein Sprung über 72,30 US-Dollar wäre wesentlich überzeugender, wenn gleichzeitig das Volumen deutlich zunimmt. Gleiches gilt für einen Rutsch unter 63,50 US-Dollar.

Ein echter Ausbruch braucht Käufer oder Verkäufer, die bereit sind, mit entsprechendem Kapital hinter der Bewegung zu stehen.

Fehlt dieses Volumen, steigt das Risiko, dass Silber kurz aus der Spanne läuft und anschließend wieder zurückkehrt.

Genau deshalb ist die aktuelle Situation so interessant.

Auf dem Papier passiert beim Silberpreis derzeit nicht besonders viel. Unter der Oberfläche baut sich jedoch zunehmend Spannung auf.

Die technischen Marken liegen eng beieinander, die Trendstärke ist gering und der Markt steckt zwischen mehreren bedeutenden Indikatoren fest.

Früher oder später muss eine Seite nachgeben.

Oberhalb von 72,30 US-Dollar würde sich das technische Bild deutlich zugunsten der Käufer verschieben und zunächst Potenzial in Richtung 78,00 US-Dollar eröffnen. Unterhalb von 63,50 US-Dollar würde dagegen die Gefahr einer größeren Korrektur deutlich zunehmen.

Bis dahin bleibt die Spanne zwischen 65,50 und 70,00 US-Dollar das Niemandsland des Silberpreises.

Und genau deshalb könnte es sich diesmal lohnen, nicht den ersten Ausschlag zu handeln, sondern auf die Bestätigung zu warten.

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