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Nachrichten

„Gute Nachrichten“ bei der Inflation: Nagel von der EZB sieht keine Zweitrundeneffekte

  • Joachim Nagel sagt, die Weltwirtschaft bleibt trotz der Krise im Nahen Osten auf Wachstumskurs.
  • Der Entscheidungsträger begrüßt die nachlassende Kern- und Dienstleistungsinflation und sieht keine Zweitrundeneffekte bei der Inflation.
  • Nagel sagt, er hätte eine koordinierte Intervention beim Yen bevorzugt und merkt an, dass die Verwendung des Euro auf dem G20-Gipfel diskutiert wurde.

Joachim Nagel, Mitglied des EZB-Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) und Präsident der Bundesbank, äußerte sich am Dienstag trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zuversichtlich hinsichtlich der globalen Wirtschaftsaussichten.

Laut von Reuters berichteten Äußerungen sagte Nagel, die Weltwirtschaft bleibe trotz der Krise im Nahen Osten "auf Wachstumskurs".

Zur Inflation begrüßte der EZB-Politiker den Rückgang der Kern- und Dienstleistungsinflation. Er fügte hinzu, dass er keine Zweitrundeneffekte bei der Inflation sehe.

Nagel äußerte sich auch zu den jüngsten Deviseninterventionen mit dem japanischen Yen (JPY). Er sagte, er hätte eine Koordinierung dieser Interventionen begrüßt, und merkte an, dass die Verwendung des Euro (EUR) bei US- und japanischen Interventionen auf dem Treffen der Gruppe der Zwanzig (G20) diskutiert worden sei.

Wichtige Erkenntnisse

Die Weltwirtschaft befindet sich trotz der Krise im Nahen Osten auf Wachstumskurs.
Der Rückgang der Kern- und Dienstleistungsinflation ist eine gute Nachricht, ich sehe keine Zweitrundeneffekte bei der Inflation.
Ich hätte eine Koordinierung bei der Yen-Intervention begrüßt.
Die Verwendung des Euro bei US-/Japan-Interventionen wurde auf dem G20-Gipfel diskutiert.

Marktreaktion

Der Euro (EUR) zeigte auf Nagels Kommentare kaum Reaktion. EUR/USD handelt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts am Dienstag um 1,1590 und liegt damit im Tagesverlauf 0,24% im Minus.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

Inflation - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.

Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.

Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.

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