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Goldpreis Prognose: Ein überraschender Käufertrend stützt den Markt

Der Goldpreis bekommt Gegenwind. Wells Fargo hat seine Goldpreis Prognose für Ende 2027 gesenkt und nennt dafür zwei klare Gründe: steigende Zinsen und einen stärkeren US-Dollar.

Das klingt zunächst nach einer schlechten Nachricht für Goldanleger. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Denn trotz der niedrigeren Prognose erwartet das Wells Fargo Investment Institute weiter steigende Goldpreise. Vor allem Zentralbankkäufe, wieder zunehmende ETF-Zuflüsse und die anhaltenden geopolitischen Risiken sprechen aus Sicht der Analysten dafür, dass die Gold-Rally noch nicht vorbei ist.

Konkret senkte das Institut sein Kursziel für Ende 2027 von bislang 5.400 bis 5.600 US-Dollar auf nun 5.200 bis 5.400 US-Dollar je Feinunze.

Der Grund dafür liegt vor allem beim Zinsumfeld.

Gold zahlt keine Zinsen. Steigen die Renditen anderer Anlagen, werden etwa Anleihen im Vergleich attraktiver. Gleichzeitig stärkt ein höheres Zinsniveau häufig den US-Dollar. Auch das kann Gold belasten, weil der Dollar damit selbst zu einer interessanteren Alternative wird.

Die Ausgangslage hat sich für Gold also verschlechtert. Von einem Ende des Aufwärtstrends wollen die Analysten trotzdem nichts wissen.

Warum Wells Fargo weiter steigende Goldpreise erwartet

Für den Goldpreis spricht aus Sicht des Instituts vor allem die Nachfrage.

Die Goldkäufe der Zentralbanken ziehen wieder an, nachdem sie sich im ersten Quartal 2026 zunächst abgeschwächt hatten. Damit kommt ein wichtiger Käufer zurück, der den Goldmarkt in den vergangenen Jahren immer wieder gestützt hat.

Auch bei den Anlegern gibt es eine Veränderung.

Die Kapitalströme in börsengehandelte Goldfonds drehten im Juli wieder ins Plus und verstärkten sich im August weiter. Wells Fargo wertet das als Zeichen dafür, dass Privatanleger wieder stärker in Gold investieren.

Das ist für die weitere Goldpreis Prognose nicht unwichtig.

Denn damit kommen gleich mehrere Käufergruppen zusammen: Zentralbanken erhöhen ihre Nachfrage wieder und gleichzeitig fließt auch über ETFs neues Geld in das Edelmetall.

Hinzu kommen die zahlreichen Unsicherheiten, die an den Märkten weiterhin eine Rolle spielen.

Wells Fargo nennt geopolitische Risiken, Sorgen rund um Staatsfinanzen und Haushalte, eine mögliche Entwertung von Währungen sowie die allgemeine Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Genau in solchen Phasen wird Gold häufig wieder interessanter.

Anleger nutzen das Edelmetall zur Diversifikation und als vermeintlich sicheren Hafen. Bleiben die Risiken hoch, könnte diese Nachfrage einen Teil des Gegenwinds durch höhere Zinsen auffangen.

Das größte Problem für Gold sitzt bei der Fed

Die entscheidende Frage für Gold dürfte deshalb sein, wie stark die Zinsen noch steigen.

Das Wells Fargo Investment Institute erwartet, dass geopolitische Risiken bestehen bleiben und gleichzeitig hohe Technologieausgaben der Unternehmen zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen.

Die US-Notenbank Federal Reserve könnte darauf mit weiteren Zinserhöhungen reagieren.

Für den Goldpreis wäre das zunächst negativ.

Steigende Zinsen machen verzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen damit die Opportunitätskosten von Gold. Gleichzeitig könnte der US-Dollar weiter zulegen.

Damit kämen genau die beiden Faktoren zusammen, die Wells Fargo nun dazu veranlasst haben, seine Goldpreis Prognose zu senken.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt.

Das Institut erwartet, dass höhere Zinsen und der anhaltende Inflationsdruck das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen werden.

Auch für die USA wird mit einer schwächeren Dynamik gerechnet.

Steigende Finanzierungskosten, eine geringere Kaufkraft, hohe Treibstoffkosten und eine nachlassende fiskalische Unterstützung dürften das Wirtschaftswachstum belasten.

Das macht die Lage für Gold gleichzeitig kompliziert.

Denn höhere Zinsen und ein stärkerer Dollar sprechen gegen das Edelmetall. Eine schwächere Wirtschaft und anhaltende Unsicherheit könnten dagegen die Nachfrage nach Gold wieder erhöhen.

Genau deshalb fällt Wells Fargo trotz der gesenkten Prognose nicht grundsätzlich bearish aus.

Goldpreis Prognose: 5.400 Dollar bleiben drin

Am Ende bleibt die entscheidende Botschaft recht klar.

Wells Fargo erwartet für Ende 2027 einen Goldpreis zwischen 5.200 und 5.400 US-Dollar je Feinunze. Das bisherige Ziel von 5.400 bis 5.600 US-Dollar wurde zwar gekappt, doch der übergeordnete Aufwärtstrend soll bestehen bleiben.

Für Goldanleger kommt es jetzt vor allem darauf an, welche Kräfte sich stärker durchsetzen.

Auf der einen Seite stehen höhere US-Zinsen und ein festerer Dollar. Auf der anderen Seite ziehen die Zentralbankkäufe wieder an, ETF-Zuflüsse kehren zurück und geopolitische sowie wirtschaftliche Unsicherheiten bleiben hoch.

Genau diese Mischung macht die Goldpreis Prognose derzeit so spannend.

Der Weg nach oben dürfte schwieriger werden. Dass die Gold-Rally bereits vorbei ist, glaubt Wells Fargo aber ausdrücklich nicht.

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