EZB vor neuer Liquiditätswende: Diese Langfristkredite könnten den Markt bewegen
| |Übersetzung überprüftZum OriginalRabobank-Analyst Bas van Geffen untersucht, wie die geplanten strukturellen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (LTROs) die regulären Refinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB) ergänzen könnten, wenn die Überschussliquidität im Bankensystem weiter zurückgeht. Dem Bericht zufolge könnten zwölfmonatige LTROs über Tender mit variablem Zinssatz angeboten werden, sobald die Nachfrage nach Hauptrefinanzierungsgeschäften (MROs) etwa 100 bis 125 Milliarden Euro erreicht. Dadurch könnten die längerfristigen Geldmarktsätze im Euroraum etwas sinken, ohne die Auswirkungen der quantitativen Straffung vollständig auszugleichen.
Strukturelle LTROs und die Nachfrage nach Zentralbankreserven
„Die EZB könnte gegen Ende dieses Jahres mit Gesprächen über die Ausgestaltung struktureller LTROs beginnen. Der Starttermin hängt jedoch von der Nachfrage der Banken nach Zentralbankreserven ab. Wir halten eine Laufzeit von zwölf Monaten für diese Geschäfte für plausibel. Zudem könnte die EZB die LTROs über Auktionen vergeben, anstatt das Verfahren mit festem Zinssatz und vollständiger Zuteilung zu nutzen.“
„Sollte die EZB ihre Berichten zufolge bestehenden Pläne zur Anhebung der Mindestreservepflicht umsetzen, könnte dies die Gespräche über die Ausgestaltung struktureller LTROs beschleunigen. Der EZB-Rat könnte sich im vierten Quartal oder Anfang kommenden Jahres damit befassen, bevor die Geschäfte später im Jahr 2027 starten. Letztlich hängt der Zeitpunkt für die Einführung dieser LTROs jedoch von der Nachfrage der Banken nach Zentralbankreserven ab.“
„Soweit sich historische Erfahrungen auf die heutige Liquiditätssituation übertragen lassen, deuten die Daten darauf hin, dass LTROs beginnen könnten, sobald die Nachfrage nach MROs 100 bis 125 Milliarden Euro erreicht. Das kleinste dreimonatige LTRO-Tender hatte ein Volumen von 15 Milliarden Euro, als die Nachfrage nach MROs strukturell bei mindestens 100 Milliarden Euro lag.“
„Derzeit werden verschiedene Kennzahlen zur Verfügbarkeit und zu den Kosten längerfristiger Refinanzierung beobachtet, um abzuschätzen, wie nahe die Liquidität dem Wendepunkt bereits gekommen ist. Mit der fortschreitenden quantitativen Normalisierung rechnen wir mit weiterem Aufwärtsdruck auf die längerfristigen Zinssätze. LTROs könnten einen Teil dieser Entwicklung jedoch wieder umkehren.“
„Das bedeutet, dass LTRO-Mittel insgesamt wahrscheinlich vor allem an Banken mit den höchsten Refinanzierungskosten an den Märkten für längerfristige Finanzierungen vergeben werden. Deren Wechsel zu Zentralbankliquidität könnte die gewichteten durchschnittlichen Refinanzierungskosten bei längeren Laufzeiten nach unten drücken. Wir bezweifeln allerdings, dass sich dadurch die Spreads zwischen Euribor und OIS deutlich verringern werden, was an der Zusammensetzung des Euribor-Panels liegt.“
Die Informationen auf diesen Seiten enthalten zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken und Ungewissheiten in sich bergen. Die auf dieser Seite beschriebenen Märkte und Instrumente dienen nur zu Informationszwecken und sollen keinesfalls als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dieser Vermögenswerte verstanden werden. Sie sollten Ihre eigenen gründlichen Recherchen anstellen, bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen. FXStreet garantiert in keiner Weise, dass diese Informationen frei von Fehlern, Irrtümern oder wesentlichen Falschaussagen sind. FXStreet garantiert auch nicht, dass diese Informationen zeitnah zur Verfügung stehen. Investitionen in offene Märkte sind mit einem großen Risiko verbunden, einschließlich des Verlusts Ihrer gesamten Investition oder eines Teils davon, sowie mit psychischen Belastungen. Alle Risiken, Verluste und Kosten, die mit einer Investition verbunden sind, einschließlich des vollständigen Verlusts des Kapitals, liegen in Ihrer Verantwortung. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die der Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die offizielle Linie oder Position von FXStreet oder seinen Werbekunden wider.