DAX-Futures unter Druck: Doppel-Top warnt vor dem nächsten Kursrutsch
|Die DAX-Futures stehen vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Zwar legt der Terminkontrakt am Montag um 0,56 % auf 25.619,5 Punkte zu, doch der Blick auf den Chart macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Entwarnung. Die kurzfristigen Durchschnittslinien sind unterschritten, das Momentum zeigt nach unten und bei 26.665 Punkten hat sich ein Doppel-Top gebildet. Droht dem DAX jetzt die nächste Verkaufswelle?
Noch ist die Lage nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn während die kurzfristigen Signale gegen eine Fortsetzung der Rally sprechen, bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Entscheidend ist nun, ob die Käufer eine wichtige Unterstützung bei rund 25.600 Punkten verteidigen können.
Zum Zeitpunkt der Analyse am 21. September um 1:43 Uhr US-Ostküstenzeit notierten die DAX-Futures bei 25.619,5 Punkten. Da die Tageskerze noch nicht abgeschlossen war, müssen die aktuellen Handelssignale zunächst als vorläufig betrachtet werden.
DAX-Futures: Der Aufwärtstrend gerät ins Wanken
Ein Blick auf die gleitenden Durchschnittslinien zeigt, warum sich die technische Ausgangslage zuletzt verschlechtert hat. Der DAX-Future notiert inzwischen sowohl unter der 20-Tage-Linie bei 25.902 Punkten als auch unter der 50-Tage-Linie bei 25.869,8 Punkten.
Damit haben die beiden Durchschnittslinien ihre Funktion als kurzfristige Unterstützung verloren. Stattdessen bilden sie nun einen Widerstandsbereich, den der Markt zunächst überwinden muss.
Auch der Ichimoku-Indikator spricht derzeit nicht für eine schnelle Rückkehr zu alter Stärke. Der Kurs liegt unterhalb der sogenannten Ichimoku-Wolke, die sich zwischen 25.690 und 25.706,75 Punkten erstreckt.
Das negative Bild wird durch den MACD bestätigt. Der Indikator steht bei minus 129,86 und damit unter seiner Signallinie von minus 82,90. Die Abwärtsdynamik ist folglich weiterhin vorhanden.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 43,55 Punkten. Das signalisiert nachlassende Stärke, allerdings noch keine ausgeprägt überverkaufte Situation. Eine technische Gegenbewegung ist damit zwar jederzeit möglich, ein eindeutiges Kaufsignal lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Für langfristig orientierte Anleger gibt es immerhin einen wichtigen Unterschied zur kurzfristigen Lage: Die 200-Tage-Linie verläuft bei 24.891,2 Punkten und damit weiterhin unter dem aktuellen Kurs.
Solange dieser Durchschnitt nicht unterschritten wird, bleibt das übergeordnete Chartbild konstruktiv. Der DAX befindet sich bislang in einer kurzfristigen Korrektur innerhalb eines längerfristigen Aufwärtstrends.
Das könnte sich allerdings ändern, wenn weitere Unterstützungen fallen.
Doppel-Top beim DAX: Jetzt wird es kritisch
Besondere Aufmerksamkeit verdient die abgeschlossene Doppel-Top-Formation bei rund 26.665 Punkten. Sie hält das Risiko weiterer Kursverluste aufrecht.
Bei einem Doppel-Top scheitert der Markt zweimal in einem ähnlichen Kursbereich. Die Formation deutet darauf hin, dass den Käufern nach einer längeren Aufwärtsbewegung zunehmend die Kraft ausgeht.
Zuletzt bildete sich außerdem im Bereich von 25.597 Punkten eine Doji-Kerze. Eröffnungs- und Schlusskurs lagen dabei eng beieinander, was auf Unsicherheit zwischen Käufern und Verkäufern schließen lässt.
Ein solches Kerzenmuster kann einer Richtungsänderung vorausgehen. Für sich genommen ist es aber noch kein bestätigtes Umkehrsignal.
Hinzu kommt, dass das Handelsvolumen zuletzt zurückgegangen ist. Damit fehlt der aktuellen Bewegung ein Stück weit die Überzeugungskraft. Erst ein bestätigter Ausbruch dürfte zeigen, welche Marktseite sich tatsächlich durchsetzen kann.
Genau deshalb kommt es jetzt auf wenige Kursmarken an.
Die erste wichtige Unterstützung liegt zwischen 25.577 und 25.597 Punkten. In diesem Bereich treffen das Fibonacci-Retracement von 23,6 % und der volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aufeinander.
Gelingt es den Käufern, diesen Bereich zu verteidigen, könnte der DAX-Future zunächst wieder in Richtung der kurzfristigen Durchschnittslinien steigen.
Fällt der Kurs dagegen per Tagesschluss unter 25.577 Punkte, würde sich die technische Lage weiter eintrüben.
Dann rückt die nächste Unterstützung bei 25.206 Punkten in den Mittelpunkt.
Ein Bruch dieser Marke könnte schließlich eine Fortsetzung der Korrektur bis in den Bereich zwischen 24.891 und 24.900 Punkten auslösen. Dort verläuft auch die 200-Tage-Linie.
Für die Bullen wäre es deshalb wichtig, die Marke von 25.206 Punkten nicht dauerhaft preiszugeben.
Was passieren muss, damit der DAX wieder steigt
Auf der Oberseite ist die Ausgangslage ebenso klar. Die wichtigste Hürde befindet sich zwischen 25.869 und 25.902 Punkten, wo die 50-Tage- und die 20-Tage-Linie dicht beieinanderliegen.
Erst ein Tagesschluss oberhalb dieser Zone würde das kurzfristige Chartbild wieder verbessern.
Gelingt dieser Schritt, wäre zunächst die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten erreichbar. Darüber liegt der nächste Widerstand bei 26.257 Punkten, bevor das bisherige Hoch bei rund 26.665 Punkten wieder in den Fokus rücken würde.
Dafür müssten die Käufer allerdings zunächst die Kontrolle zurückgewinnen.
Das positive Szenario setzt voraus, dass die Unterstützung zwischen 25.577 und 25.597 Punkten hält und der DAX-Future anschließend über 25.902 Punkte steigt.
Scheitert der Markt dagegen bereits zwischen 25.869 und 25.902 Punkten und fällt anschließend unter die kurzfristige Unterstützung, würde das für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung sprechen.
Ein Rückgang auf 25.206 Punkte wäre dann das nächste mögliche Szenario. Sollte auch diese Unterstützung brechen, käme die 200-Tage-Linie bei rund 24.891 Punkten ins Spiel.
Die entscheidende Frage lautet somit nicht, ob der DAX-Future kurzfristig steigt oder fällt. Viel wichtiger ist, ob sich die aktuelle Bewegung durch einen bestätigten Tagesschluss durchsetzt.
DAX-Futures: Zwei mögliche Szenarien für Trader
Für Trader ergeben sich aus der aktuellen Chartkonstellation zwei unterschiedliche Ansätze, um auf eine Fortsetzung der Korrektur zu setzen.
Das erste Szenario ist für Anleger gedacht, die bereit sind, bereits frühzeitig eine Short-Position einzugehen. Voraussetzung wäre eine Bestätigung der Abwärtsbewegung im Bereich von 25.550 Punkten.
Der Stop-Loss läge bei 25.950 Punkten und damit oberhalb der 20-Tage-Linie sowie des Widerstandsbereichs zwischen den beiden kurzfristigen Durchschnittslinien. Das Kursziel befindet sich bei 24.900 Punkten.
Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,62 zu 1.
Allerdings besitzt dieses Szenario nur eine mittlere Verlässlichkeit. Zwar ist das kurzfristige Momentum negativ, doch der Markt befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe einer Unterstützung. Eine plötzliche Erholung könnte deshalb gerade für aggressive Short-Trader unangenehm werden.
Wer mehr Sicherheit durch eine technische Bestätigung sucht, könnte dagegen einen Tagesschluss unter 25.300 Punkten abwarten.
In diesem zweiten Szenario wäre ein Short-Einstieg erst nach einem solchen Schlusskurs vorgesehen. Der Stop-Loss läge ebenfalls bei 25.950 Punkten, um sich gegen einen gescheiterten Abwärtsausbruch abzusichern.
Das Kursziel befindet sich bei 24.361 Punkten. Das angegebene Chance-Risiko-Verhältnis beträgt 2,97 zu 1.
Auch hier fällt die Zuversicht lediglich mittel aus. Entscheidend ist, dass der Markt den Abwärtsausbruch unterhalb des Fibonacci-Retracements von 23,6 % bestätigt.
Dieser Ansatz richtet sich damit eher an geduldige Trader, die nicht bereits bei der ersten Kursschwäche aktiv werden möchten.
Ein Risiko bleibt beiden Szenarien gemeinsam: Sollte der DAX-Future die Marke von 25.902 Punkten überraschend schnell zurückerobern, könnte sich die aktuelle Abwärtsbewegung als Bärenfalle erweisen.
Dabei würden Anleger, die auf weiter fallende Kurse gesetzt haben, auf dem falschen Fuß erwischt.
Umgekehrt würde ein nachhaltiger Bruch der Unterstützung bei 25.206 Punkten die Abwärtsdynamik verstärken. Prallt der Kurs dagegen an dieser Marke nach oben ab, wäre eher mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung innerhalb der bestehenden Handelsspanne zu rechnen.
DAX-Ausblick: An diesen zwei Marken entscheidet sich alles
Der DAX-Future liefert derzeit ein gemischtes Bild. Die kurzfristigen Indikatoren sprechen für eine Fortsetzung der Korrektur. Gleichzeitig ist der langfristige Aufwärtstrend noch intakt und die nächste Unterstützung befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe.
Genau darin liegt die Schwierigkeit der aktuellen Marktphase.
Wer bereits jetzt auf fallende Kurse setzt, riskiert einen Einstieg unmittelbar vor einer möglichen Gegenbewegung. Wer dagegen auf eine Erholung spekuliert, handelt bislang gegen das negative kurzfristige Momentum.
Deshalb dürften für die weitere Entwicklung vor allem zwei Kursmarken entscheidend sein.
Ein Tagesschluss unter 25.577 Punkten würde die Abwärtsrisiken erhöhen und zunächst den Bereich bei 25.206 Punkten ins Visier rücken. Darunter wäre ein Rückgang bis zur 200-Tage-Linie bei rund 24.891 Punkten möglich.
Gelingt dagegen die nachhaltige Rückeroberung von 25.902 Punkten, würde das Doppel-Top-Szenario an unmittelbarer Bedeutung verlieren. Dann wären 26.000 und anschließend 26.257 Punkte die nächsten möglichen Erholungsziele.
Mein Fazit: Die DAX-Futures stehen an einer entscheidenden Stelle. Das Doppel-Top und die schwachen Momentumindikatoren sprechen derzeit gegen eine schnelle Fortsetzung der Rally. Ein endgültiger Abwärtsausbruch ist allerdings noch nicht bestätigt. Erst ein Tagesschluss unter 25.577 Punkten oder die Rückeroberung von 25.902 Punkten dürfte zeigen, welche Richtung der Markt als Nächstes einschlägt.
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