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Australischer Dollar stärkt sich, da das US-EU-Standoff den Greenback belastet

  • Der Australische Dollar weitet seine Gewinne aus, da die Ängste vor einem Handelskrieg den Greenback unter Druck setzen.
  • Europäische Führer warnen vor Vergeltungsmaßnahmen nach Trumps Zollandrohung.
  • Chinas positive BIP-Daten und Spekulationen über eine Zinserhöhung der RBA bieten zusätzliche Rückenwinde.

Der Australische Dollar (AUD) legt am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD) zu, da die Anleger ihre Engagements im Greenback angesichts steigender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union (EU) reduzieren. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert AUD/USD bei etwa 0,6744 und setzt die Gewinne zum zweiten Mal in Folge fort.

Der US-Dollar wird durch erneute 'Sell America'-Stimmung untergraben, nachdem US-Präsident Donald Trump frische Zölle auf acht europäische Länder angedroht hat, um die Kontrolle über Grönland zu sichern.

Europäische Führer haben stark gegen die Zollandrohung protestiert und gewarnt, dass Vergeltungsmaßnahmen ergriffen werden könnten. Die Eskalation hat Ängste vor einem umfassenderen Handelskrieg neu entfacht und das Risiko erhöht, dass die Europäische Union das im letzten Jahr vereinbarte Handelsabkommen mit den USA aussetzen könnte.

Früher am Dienstag haben US-Beamte die Handelsposition der Regierung bekräftigt. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagte, die Zollandrohung von Präsident Trump in Bezug auf Grönland sei eine "angemessene Nutzung von Zöllen" und fügte hinzu, dass die Europäische Union "nichts" unternommen habe, um das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU umzusetzen. Unterdessen warnte US-Handelsminister Howard Lutnick, dass die Vereinigten Staaten reagieren würden, wenn Europa Vergeltungsmaßnahmen ergreift, und sagte, es würde zu einer "Tit-for-Tat"-Situation kommen.

Die Rechtmäßigkeit von Präsident Trumps Zöllen bleibt jedoch ungewiss. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte es am Dienstag ab, über die Maßnahmen zu entscheiden, was darauf hindeutet, dass die rechtlichen Herausforderungen gegen seine Handelspolitik mindestens einen weiteren Monat in Anspruch nehmen könnten. Da das Gericht in eine vierwöchige Pause geht, ist der nächste mögliche Termin für eine Entscheidung der 20. Februar.

In der Zwischenzeit haben chinesische Daten zusätzlichen Rückenwind für den Australier gegeben, angesichts der starken Handelsabhängigkeit Australiens von China. Am Dienstag beließ die People's Bank of China ihren Leitzins unverändert bei 3%. Zuvor zeigten am Montag veröffentlichte Daten, dass die chinesische Wirtschaft im vierten Quartal um 1,2% gegenüber dem Vorquartal wuchs und damit die Erwartungen von 1% übertraf, während das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,5% im Jahresvergleich über den Prognosen von 4,4% lag.

Im Hinblick auf die Geldpolitik wächst die Spekulation, dass der nächste Schritt der Reserve Bank of Australia (RBA) eine Zinserhöhung bei ihrer Sitzung im Februar sein könnte. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die australischen Beschäftigungsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht werden und die kurzfristigen Erwartungen beeinflussen könnten.

In den Vereinigten Staaten wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze bei ihrer Sitzung am 27.-28. Januar unverändert lässt, obwohl die Märkte weiterhin zwei Zinssenkungen später in diesem Jahr einpreisen.

Händler blicken nun auf die bevorstehenden US-Daten, einschließlich des Inflationsberichts der persönlichen Konsumausgaben (PCE) und der vorläufigen Schätzung des annualisierten BIP für das dritte Quartal, die am Donnerstag fällig sind.

RBA - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.

Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.

Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.

Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.

Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.

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