BoJ-Rückblick: Nicht so hawkish wie erwartet
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDie Bank of Japan (BoJ) erhöhte ihr kurzfristiges Zinssziel in einer 7-2-Abstimmung auf 1,25% von 1,00% und markierte damit einen weiteren Schritt in der Normalisierung der Geldpolitik, was weitgehend dem entsprach, was seit Wochen allgemein erwartet worden war. Gouverneur Kazuo Ueda sagte, die geldpolitische Phase habe sich verändert, da sich die zugrunde liegende Inflation 2% nähere, betonte jedoch, dass Zeitpunkt und Tempo weiterer Erhöhungen von den Aussichten und den kumulierten Auswirkungen früherer Zinsschritte abhängen würden.
Der Beschluss stieß auf den Widerstand der Vorstandsmitglieder Asada und Sato, die argumentierten, dass die Verbraucherpreisinflation weiterhin unter 2% liege und sich die wirtschaftlichen und preislichen Entwicklungen nicht genug beschleunigt hätten, um eine weitere Erhöhung zu rechtfertigen. Die Mehrheit urteilte jedoch, dass die geldpolitische Unterstützung reduziert werden müsse, um sicherzustellen, dass das Inflationsziel nachhaltig und stabil erreicht werde.
Die BoJ sagte, die zugrunde liegende Inflation nähere sich 2% und der Preisdruck werde immer hartnäckiger. Die Großhandelspreisinflation bleibt wegen der Ölpreise, der Yen-Schwäche und der Nachfrage im Zusammenhang mit KI erhöht, während höhere Kosten zwischen Unternehmen auf die Verbraucherpreise übergreifen. Unternehmen geben zudem weiterhin höhere Löhne über ihre Verkaufspreise weiter, und die Inflationserwartungen steigen.
Ueda beschrieb die japanische Wirtschaft als sich moderat erholend, wenn auch mit einigen Schwächen, während die finanziellen Bedingungen weiterhin akkommodierend blieben. Er sagte, die geldpolitische Phase habe sich verändert, und die BoJ werde die Zinsen weiter anheben und den Grad der geldpolitischen Lockerung in Reaktion auf Wirtschaftstätigkeit, Preise und finanzielle Bedingungen anpassen. Einen vorgegebenen Zeitplan schloss er jedoch aus, sagte, es sei schwierig, den Endzins zu bestimmen, und der Endpunkt werde erst im Nachhinein klar werden.
Er nannte zudem mehrere Risiken für den Ausblick: den Konflikt im Nahen Osten, Ölpreise, KI-bezogene Nachfrage und FX-Volatilität. Er sagte, eine zweite Phase von Preisanstiegen im Zusammenhang mit der Nahost-Krise finde bereits statt, und die BoJ müsse präventiv handeln, falls die Inflation drohe, 2% zu überschreiten. Gleichzeitig wollen die Entscheidungsträger die finanziellen Schäden vermeiden, die durch eine übermäßig schnelle Straffung verursacht würden, was bedeutet, dass größere oder aufeinanderfolgende Zinsschritte nur dann eingesetzt würden, wenn das Risiko eines Überschießens erheblich werde.
Ueda betonte außerdem, dass die BoJ keine Geldpolitik betreibe, um den Yen-Kurs zu steuern, auch wenn Wechselkursbewegungen wegen ihrer Auswirkungen auf die Preise weiterhin wichtig seien. Er sagte, die Frühjahrs-Lohnverhandlungen im Geschäftsjahr 2027 würden entscheidend dafür sein, ob sich die Trendinflation bei rund 2% stabilisiere, und er betonte, dass die Bank ihre Unabhängigkeit wahren und angemessen mit der Regierung zusammenarbeiten werde.
Zusammenfassend
Der Ton der Veranstaltung war hawkish, aber maßvoll. Die BoJ ist eindeutig in eine neue Phase der geldpolitischen Normalisierung eingetreten, wobei die zugrunde liegende Inflation, die Weitergabe höherer Löhne und steigende Erwartungen ein stärkeres Argument für eine weitere Straffung liefern. Uedas Betonung der kumulierten Auswirkungen früherer Zinsschritte, der Notwendigkeit, ein übermäßiges Tempo zu vermeiden, und des Fehlens eines festen Zeitplans deuten jedoch darauf hin, dass künftige Schritte schrittweise und stark datenabhängig sein werden.
Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.
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