WTI steigt, da Spannungen beim Angebot den Aufbau der US-Lagerbestände in den Schatten stellen
| |Übersetzung überprüftZum Original- WTI-US-Öl legt am Freitag um 0,63 % zu und bleibt nahe seinem höchsten Stand seit mehr als drei Wochen.
- Die Pattsituation zwischen Washington und Teheran über die Straße von Hormus hält die Sorgen um die weltweite Energieversorgung auf einem erhöhten Niveau.
- Ein stärker als erwarteter Anstieg der US-Rohöllagerbestände begrenzt die Aufwärtsdynamik der Ölpreise.
West Texas Intermediate (WTI) US-Öl notiert am Freitag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 86,50 USD und liegt damit 0,63 % im Plus. US-Öl bleibt nahe dem Donnerstagshoch von 87,38 USD, dem höchsten Stand seit mehr als drei Wochen, da Sorgen über die weltweite Energieversorgung die Preise weiterhin stützen.
Die Spannungen im Nahen Osten bleiben der Haupttreiber des Ölmarktes. Die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran zeigen weiterhin keine Anzeichen einer Annäherung bei der Wiederherstellung der kommerziellen Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Die anhaltende Schließung dieser strategischen Wasserstraße in Kombination mit Störungen in der Bab-el-Mandeb-Straße hält einen erheblichen Risikoaufschlag in den Energiepreisen aufrecht.
Die Risiken für die regionalen Ölströme werden auch durch die Spannungen im Roten Meer erhöht. Die vom Iran unterstützte Huthi-Gruppe im Jemen gibt an, seit Ende Juli mehrere saudische Öltanker ins Visier genommen zu haben. Diese Entwicklungen schüren die Sorge, dass eine weitere Eskalation des Konflikts die Rohölexporte stören und das verfügbare Angebot auf dem Weltmarkt verringern könnte.
Unterdessen erhöht US-Präsident Donald Trump den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Er droht mit einer umfassenden Sanktionskampagne gegen den Iran und mit Strafen für Länder, Finanzinstitute oder Unternehmen, die weiterhin kommerzielle Beziehungen zu dem Land unterhalten. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi verurteilt die Drohungen als "illegal und unmenschlich" und hebt damit das Fehlen diplomatischer Fortschritte hervor, die die Spannungen rasch lindern könnten.
Die geopolitische Unterstützung für WTI wird jedoch teilweise durch einen stärker als erwarteten Anstieg der US-Lagerbestände ausgeglichen. Nach Angaben der Energy Information Administration (EIA) stiegen die US-Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 14. August um 4,405 Millionen Barrel, verglichen mit den Markterwartungen eines Rückgangs um 600.000 Barrel. Der Aufbau folgt auf einen Anstieg um 17,422 Millionen Barrel in der Vorwoche und könnte die Gewinne der Ölpreise begrenzen, wenn sich der Trend fortsetzt.
Trotz des Anstiegs der US-Lagerbestände stehen unmittelbare Sorgen über das globale Angebot weiterhin im Vordergrund. Solange es keine Anzeichen einer Deeskalation zwischen Washington und Teheran oder einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus gibt, dürfte das Risiko weiterer Störungen WTI kurzfristig weiterhin stützen.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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