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WTI hält sich über 74,00 USD, nahe dem Zwei-Wochen-Hoch, da Bären bei US-Iran/Hormuz-Risiken zögern

  • WTI zieht nach einer starken zweitägigen Rallye einige Verkäufer an, wobei das Abwärtspotenzial jedoch begrenzt zu sein scheint.
  • Händler bewerten eine geopolitische Risikoaufschlag ein angesichts der Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
  • Sorgen über Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus stützen ebenfalls den Rohstoff.

West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – driftet während der asiatischen Handelssitzung am Donnerstag nach unten und entfernt sich von einem zweiwöchigen Hoch in der Region um 75,75 USD, das am Vortag erreicht wurde. Der Rohstoff notiert derzeit über der Marke von 74,00 USD und liegt für den Tag 0,30 % im Minus, wobei das Abwärtspotenzial angesichts einer erneuten Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran begrenzt zu sein scheint.

Das US-Militär startete eine neue Welle von Angriffen gegen den Iran als Vergeltung für Teherans Angriffe auf Handelsschiffe in der stark umkämpften Straße von Hormus. Der Iran reagierte mit Angriffen auf etwa 85 US-Militärstützpunkte und Vermögenswerte in Bahrain und Kuwait. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch erklärte, dass das Memorandum of Understanding mit dem Iran, das auf die Beendigung des Konflikts im Nahen Osten abzielte, nun beendet sei. Die Händler reagierten schnell und bewerteten den geopolitischen Risikoaufschlag ein, was wiederum eine starke zweitägige Rallye bei den Rohölpreisen auslöste.

Die USA haben außerdem einen wichtigen Zugeständnis zurückgezogen, das dem Iran den Verkauf von Öl auf den internationalen Märkten erlaubte. Darüber hinaus teilte eine informierte Sicherheitsquelle dem iranischen Press TV mit, dass Teheran plane, die Straße von Hormus als Reaktion auf die jüngsten US-Angriffe auf die Islamische Republik erneut zu schließen. Die Quelle fügte hinzu, dass der Iran geschworen habe, für jedes von Amerika auf sein Territorium getroffene Ziel zwei Ziele anzugreifen. Dies belebt die Sorgen um Versorgungsunterbrechungen wieder, gleicht die Entscheidung der OPEC+ über eine weitere Produktionszielerhöhung aus und erweist sich als weiterer Faktor, der die Rohölpreise stützt.

Unterdessen berichtete die US Energy Information Administration (EIA) von einem größeren als erwarteten Anstieg der Lagerbestände für die Woche bis zum 3. Juli, was den ersten Anstieg seit 11 Wochen markiert. Laut den neuesten Daten stiegen die kommerziellen Rohölbestände um 2,998 Millionen Barrel und übertrafen die Analystenerwartungen deutlich. Die Märkte reagierten jedoch kaum auf den Bericht, da der Fokus weiterhin auf den Entwicklungen rund um den Nahostkonflikt und die strategische Straße von Hormus liegt.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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