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US-Rendite 10-jähriger Staatsanleihen stürzt ab, da das Finanzministerium eingreift, um den Anleihemarkt zu beruhigen

  • Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fällt auf 4,651%, nachdem sie am Mittwoch zuvor 4,712% erreicht hatte.
  • Das US-Finanzministerium verdoppelt die Größe einiger Rückkaufoperationen für langfristige Schulden, um die Marktliquidität zu stützen.
  • Anleger warten nun auf das Fed-Protokoll und eine Auktion 20-jähriger Anleihen, während die Inflationsrisiken weiterhin erhöht bleiben.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sinkt am Mittwoch deutlich und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 4,651%, nachdem sie im Tagesverlauf ein Hoch von 4,712% erreicht hatte. Die Bewegung folgt auf eine überraschende Ankündigung des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten (US), wonach es den Umfang seiner Liquiditätsstützungs-Rückkaufoperationen für länger laufende Wertpapiere verdoppeln wird.

Das US-Finanzministerium erklärt, dass der Umfang der Rückkaufoperationen für nominale Kupon-Wertpapiere in den Laufzeitbereichen 10 bis 20 Jahre und 20 bis 30 Jahre von 2 Milliarden Dollar auf mindestens 4 Milliarden Dollar je Operation steigen wird. Die Änderungen treten vom 9. September bis zum 4. November in Kraft. Die Ankündigung folgt auf einen starken Anstieg der langfristigen Finanzierungskosten, der teilweise durch Sorgen über Haushaltsdefizite, Inflation und das Angebot an Staatsverschuldung getrieben wurde.

Die Reaktion ist besonders ausgeprägt am langen Ende der Renditekurve. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen fällt deutlich, nachdem sie am Dienstag den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte. Der Rückgang schlägt auf die 10-jährige Rendite durch und deutet darauf hin, dass Anleger Washingtons Bereitschaft begrüßen, einzugreifen, um Spannungen am Anleihemarkt zu lindern.

Die längerfristigen Auswirkungen der Maßnahme bleiben jedoch ungewiss. Gennadiy Goldberg, Leiter der US-Ratestrategie bei TD Securities, sagt, die Entscheidung stelle die erste von mehreren möglichen Maßnahmen dar, die das Finanzministerium ergreifen könnte, um das lange Ende der Kurve zu stützen. Laut Goldberg könnte eine dauerhaftere Lösung darin bestehen, das Volumen langfristiger Anleiheauktionen zu reduzieren.

Jeremy Stretch, Leiter der G10-Devisenstrategie bei CIBC, merkt ebenfalls an, dass der Schritt zeige, dass das US-Finanzministerium den Druck auf den Anleihemarkt erkenne und bereit sei, die Politik anzupassen, um ihn einzudämmen.

Die Intervention trägt auch zur Schwäche des US-Dollars (USD) bei, da fallende Renditen einen Teil der Zinsunterstützung für die Währung verringern. Der Fokus richtet sich nun auf das Protokoll der jüngsten Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC), das später am Mittwoch veröffentlicht wird. Anleger werden nach Hinweisen darauf suchen, dass einige Vertreter der Federal Reserve (Fed) nach der jüngsten Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh, der keine klare Forward Guidance zum geldpolitischen Kurs gegeben hat, eine weitere Zinserhöhung in Erwägung ziehen.

Die Märkte werden außerdem die Auktion 20-jähriger US-Staatsanleihen am Mittwoch beobachten. Eine starke Nachfrage könnte den Renditerückgang verstärken, während eine enttäuschende Auktion rasch erneut Sorgen über die Nachfrage der Anleger nach langfristigen US-Staatsanleihen wecken könnte.

US-Leitzinsen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.

Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.

Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.

Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.

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