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Silberpreis Prognose: Warum der Crash noch nicht vorbei sein muss

Der Silber-Future steckt im Tageschart in einem klaren Abwärtstrend. Der Kurs liegt inzwischen rund 16 bis 22 % unter wichtigen gleitenden Durchschnitten, der RSI notiert bei etwa 26 und damit tief im überverkauften Bereich. Genau das macht die Lage so brisant: Silber sieht technisch ausgebombt aus, aber die Bären haben den Markt weiter fest im Griff.

Für Anleger und Trader ist das eine gefährliche Mischung. Denn wer jetzt nur auf den stark gefallenen Kurs schaut, könnte vorschnell auf eine Erholung setzen. Doch ein überverkaufter Markt ist noch lange kein bullischer Markt. Die entscheidende Zone liegt aktuell zwischen 55,70 und 62,50 US-Dollar. Genau dort entscheidet sich, ob Silber zu einer scharfen Gegenbewegung ansetzt oder ob der nächste Abverkauf startet.

Anders gesagt: Die Silberpreis Prognose ist kurzfristig so spannend wie riskant. Die Chance auf einen Rebound ist da. Aber das Risiko, in ein fallendes Messer zu greifen, ist mindestens genauso real.

Silberpreis Prognose

Silber ist in einer brutalen Abwärtsphase

Der Blick auf den Tageschart ist eindeutig. Silber hat ein großes Rounded-Top beziehungsweise ein Distributionsmuster im Bereich zwischen 70 und 90 US-Dollar abgeschlossen. Solche Formationen sind oft ein Warnsignal. Sie zeigen, dass ein Markt über längere Zeit nicht mehr genügend Käufer findet, um neue Hochs nachhaltig zu verteidigen.

Besonders kritisch war der Bruch der horizontalen Unterstützung um 70 US-Dollar. Mit diesem Bruch wurde der sogenannte Markdown-Modus aktiviert. Das ist die klassische Abverkaufsphase nach einer längeren Verteilung. Genau diese Struktur sehen wir jetzt im Silber-Future.

Das bedeutet für dich: Der Markt befindet sich nicht einfach nur in einer normalen Korrektur. Die technische Struktur hat sich deutlich verschlechtert. Aus einer Seitwärts- und Verteilungsphase ist ein klarer Abwärtstrend geworden.

Auch die Trendindikatoren lassen kaum Spielraum für Schönfärberei. Der SuperTrend mit der Einstellung 10,3 liegt bei etwa 69,37 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kurs. Das ist ein klares Zeichen für einen Bärenmarkt. Auch der Ichimoku-Indikator bestätigt das schwache Bild. Der Kurs liegt weit unter der Wolke, die ungefähr zwischen 68,27 und 72,90 US-Dollar verläuft. Alle Komponenten zeigen nach unten.

Dazu kommt ein ADX von rund 33. Wichtig ist dabei nicht nur der Wert selbst, sondern auch die Richtung. Der negative Richtungsindikator liegt deutlich über dem positiven Richtungsindikator. Das zeigt: Dieser Abwärtstrend ist stark, etabliert und alles andere als müde.

Die wichtigste Botschaft daraus lautet: Der Primärtrend bei Silber ist aktuell klar bärisch. Wer jetzt long geht, handelt nicht mit dem Trend, sondern gegen ihn. Das kann funktionieren, aber es ist deutlich riskanter.

Der Markt ist überverkauft – aber das ist keine Entwarnung

Jetzt kommt der Punkt, der viele Trader nervös macht. Denn obwohl das Chartbild schwach ist, zeigen mehrere Indikatoren eine extreme Übertreibung nach unten.

Der RSI liegt bei etwa 26,5 und damit klar unter der Marke von 30. Klassisch gilt ein solcher Wert als überverkauft. Das heißt: Die Verkäufer haben den Markt stark nach unten gedrückt, und eine technische Erholung wird wahrscheinlicher. Auch der Money Flow Index ist mit rund 10,8 extrem schwach. Das zeigt, dass kaum frisches Geld in den Markt fließt. Gleichzeitig sind solche extrem niedrigen Werte häufig Ausgangspunkte für technische Gegenbewegungen.

Noch auffälliger ist der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten. Silber liegt rund 16,9 % unter dem 20-Tage-Durchschnitt und rund 21,7 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Das ist ein enormer Abstand. Märkte neigen dazu, nach solchen Übertreibungen zumindest zeitweise wieder in Richtung ihrer Mittelwerte zurückzulaufen.

Genau deshalb ist die aktuelle Situation so tückisch. Rein technisch schreit Silber fast nach einer Erleichterungsrally. Aber diese Rally würde gegen einen starken Abwärtstrend laufen. Und genau dort verlieren viele Anleger Geld: Sie sehen einen stark gefallenen Kurs, wittern ein Schnäppchen und unterschätzen die Dynamik des Trends.

Ein weiterer Risikofaktor ist die hohe Volatilität. Der ATR liegt bei rund 4,24 US-Dollar, was etwa 7,5 % entspricht. Das bedeutet: Die täglichen Bewegungen sind groß. Wer hier ohne klaren Plan handelt, kann sehr schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Besonders wichtig war auch der Breakdown am 24. Juni. Dort kam es zu einer hohen Volumenspitze. Das spricht nicht für einen zufälligen Rücksetzer, sondern für Verkäufe mit Überzeugung. Der Markt wurde nicht einfach nur schwächer. Er wurde aktiv verkauft.

Die Silberpreis Prognose bleibt damit zweigeteilt: Kurzfristig ist eine Erholung möglich. Übergeordnet bleibt das Bild aber klar angeschlagen.

Diese Kurszone entscheidet jetzt alles

Die wichtigste Zone liegt aktuell zwischen 55,70 und 62,50 US-Dollar. In diesem Bereich treffen zwei völlig unterschiedliche Szenarien aufeinander. Auf der einen Seite steht die Chance auf einen technischen Rebound. Auf der anderen Seite steht das Risiko, dass jede kleine Erholung sofort wieder verkauft wird.

Die Long-Zone liegt zwischen 54,50 und 55,70 US-Dollar. Dort befindet sich auch die Nähe zum 78,6-%-Fibonacci-Retracement bei 54,58 US-Dollar. In Kombination mit den extrem überverkauften Indikatoren ist dieser Bereich ein möglicher Ausgangspunkt für eine technische Gegenbewegung.

Aber Vorsicht: Eine Reaktion in dieser Zone wäre zunächst nur ein Bounce. Noch keine Trendwende. Genau dieser Unterschied ist entscheidend. Viele starke Abwärtstrends liefern zwischendurch kräftige Erholungen, nur um danach weiter zu fallen.

Die Short-Zone liegt zwischen 62,50 und 65,00 US-Dollar. Dieser Bereich ist besonders interessant, weil dort ein Retest des Hochs der Breakdown-Kerze um 62,40 US-Dollar möglich wäre. Gleichzeitig könnte die frühere Unterstützung nun zum Widerstand werden. Genau solche Bereiche sind in starken Abwärtstrends häufig klassische Zonen für „Sell the Rally“.

Für dich heißt das: Steigt Silber in Richtung 62,50 bis 65,00 US-Dollar und zeigt dort erneut Schwäche, könnten Verkäufer wieder zuschlagen. Das wäre dann kein Zeichen von Stärke, sondern möglicherweise nur eine Gegenbewegung im Bärenmarkt.

Zwischen 55,70 und 62,50 US-Dollar ist die Lage am schwierigsten. Diese Zone ist aus meiner Sicht eine No-Trade-Zone. Nicht, weil dort nichts passieren kann. Im Gegenteil. Dort kann sehr viel passieren. Aber das Chance-Risiko-Verhältnis ist für beide Seiten schlecht. Long-Trader greifen möglicherweise zu früh ins fallende Messer. Short-Trader laufen Gefahr, in eine scharfe Erholungsbewegung hineinzushorten.

Deshalb ist Geduld hier besonders wichtig. Silber muss aus dieser Zone heraus klare Signale liefern. Erst dann wird die nächste Bewegung besser handelbar.

Unter 55,70 US-Dollar droht der nächste Schlag

Das bärische Szenario bleibt so lange dominant, wie Silber unter den wichtigen Widerständen notiert. Besonders kritisch wird es, wenn der Markt per Tagesschluss unter 55,70 beziehungsweise 55,695 US-Dollar fällt. Dann wäre das bullische Rebound-Szenario zunächst kaputt.

Ein solcher Bruch würde zeigen, dass selbst die überverkaufte Lage nicht reicht, um Käufer in den Markt zu bringen. Genau das wäre ein gefährliches Signal. Denn wenn ein Markt trotz extremer Übertreibung nach unten weiter fällt, ist der Verkaufsdruck oft stärker, als viele erwarten.

Ein Trendfolge-Short wäre in diesem Fall das logischere Setup. Aggressive Trader könnten bereits den Bruch der Zone um 55,70 US-Dollar handeln. Konservativere Trader würden auf einen Tagesschluss unter dieser Marke warten und einen Einstieg im Bereich von etwa 55,50 US-Dollar suchen.

Der Stop läge in diesem Szenario ungefähr bei 59,00 US-Dollar. Die möglichen Ziele wären 48 US-Dollar, 42 US-Dollar und 37,50 US-Dollar. Das grobe Chance-Risiko-Verhältnis läge damit je nach Ziel bei etwa 2,1 zu 1, 3,9 zu 1 oder 5,1 zu 1.

Warum dieses Setup funktionieren kann? Weil es mit dem übergeordneten Trend läuft. Der Markt ist schwach, die Struktur ist gebrochen, und ein neuer Rutsch unter 55,70 US-Dollar würde den Abwärtstrend bestätigen. Die Ziele liegen an psychologischen Marken, möglichen Volumenlücken und größeren Unterstützungsbereichen.

Trotzdem ist dieses Szenario nicht ohne Gefahr. Silber ist extrem überverkauft. Das bedeutet: Auch in einem starken Bärenmarkt können jederzeit schnelle Short-Squeezes auftreten. Besonders wenn viele Trader auf fallende Kurse setzen, kann eine plötzliche Gegenbewegung brutal ausfallen.

Solange der RSI unter 30 bleibt und der ADX über 30 notiert, bleibt der Trend aber technisch stark. Das spricht weiter für die Verkäufer.

Über 58,09 US-Dollar könnte der Rebound starten

Das Gegenszenario ist ein Rebound-Long. Dieses Setup ist spekulativer, aber nicht uninteressant. Denn die überverkaufte Lage ist extrem. Wenn Silber Käufer findet, kann die Gegenbewegung scharf ausfallen.

Aggressive Trader könnten im Bereich um 57 US-Dollar auf eine bullische Umkehrkerze achten. Konservativere Trader würden auf einen Schlusskurs über 58,09 US-Dollar warten und erst danach einen Einstieg im Bereich um 60 US-Dollar suchen.

Der Stop läge bei etwa 55,60 US-Dollar. Die Ziele wären 62,40 US-Dollar, 68,25 US-Dollar und 72,90 US-Dollar. Daraus ergibt sich grob ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 3,9 zu 1, 8,0 zu 1 oder sogar 11,4 zu 1.

Das klingt stark. Aber genau hier liegt die Falle. Ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis macht einen Trade nicht automatisch sicher. Der Long-Trade läuft klar gegen den Haupttrend. Er setzt darauf, dass Silber nach der starken Übertreibung nach unten wieder in Richtung seiner Mittelwerte läuft.

Technisch wäre das plausibel. Der Kurs ist weit von seinen gleitenden Durchschnitten entfernt. Auch eine Bewegung zurück zum 20-Tage- oder 50-Tage-Durchschnitt wäre nach einem solchen Abverkauf nicht ungewöhnlich. Zusätzlich könnte der Ichimoku-Kijun im Bereich um 68,25 US-Dollar als Ziel einer stärkeren Gegenbewegung dienen.

Damit dieses Szenario glaubwürdiger wird, müsste der RSI wieder über 30 steigen. Auch der Money Flow Index müsste nach oben drehen. Noch stärker wäre das Signal, wenn sich bullische Divergenzen im RSI oder MFI zeigen. Das würde bedeuten: Der Kurs macht möglicherweise noch neue Tiefs, aber die Dynamik nach unten lässt bereits nach.

Doch auch dann bleibt Vorsicht Pflicht. In einem starken Bärenmarkt kann jede Erholung ein Dead-Cat-Bounce sein. Der Markt springt kurz nach oben, lockt Käufer an und dreht anschließend wieder nach unten. Genau deshalb sollte man einen Rebound nicht mit einer echten Trendwende verwechseln.

Erst über 69,37 US-Dollar wird es für die Bären gefährlich

Das bärische Bild wäre erst dann ernsthaft angeschlagen, wenn Silber per Tagesschluss über den SuperTrend bei etwa 69,37 US-Dollar steigt. Das ist aktuell weit entfernt. Genau deshalb bleibt jede bullische Interpretation zunächst nur kurzfristiger Natur.

Auch die Ichimoku-Wolke zwischen etwa 68,27 und 72,90 US-Dollar bleibt eine schwere Hürde. Erst wenn Silber diesen Bereich zurückerobert, könnte man über eine nachhaltigere Verbesserung des Chartbildes sprechen. Bis dahin bleibt der Markt technisch angeschlagen.

Das ist für die Silberpreis Prognose entscheidend. Ein Bounce bis 62,40 US-Dollar wäre kurzfristig stark, aber noch kein Befreiungsschlag. Eine Bewegung bis 68,25 US-Dollar wäre beeindruckend, aber immer noch ein Test wichtiger Widerstände. Erst oberhalb der Zone um 69,37 bis 72,90 US-Dollar müssten die Bären wirklich nervös werden.

Vorher gilt: Der Trend bleibt abwärtsgerichtet. Und in Abwärtstrends werden Rallys häufig verkauft.

Mein Fazit zur Silberpreis Prognose

Silber steht an einem entscheidenden Punkt. Der Markt ist technisch massiv überverkauft, aber noch nicht bullisch. Genau das macht die Lage so gefährlich und gleichzeitig so spannend. Wer jetzt handelt, muss wissen, was er tut.

Das Primärbild bleibt klar bärisch. Der Bruch der Unterstützung um 70 US-Dollar hat eine aktive Markdown-Phase ausgelöst. Der SuperTrend, der Ichimoku-Indikator und der ADX bestätigen den starken Abwärtstrend. Gleichzeitig zeigen RSI, MFI und der große Abstand zu den gleitenden Durchschnitten, dass Silber kurzfristig stark überdehnt ist.

Für konservative Trader ist Abwarten aus meiner Sicht die sauberste Strategie. Ein stabiler Ausbruch über 62,50 US-Dollar würde zeigen, dass der Rebound ernst zu nehmen ist. Ein klarer Bruch unter 55,70 US-Dollar würde dagegen neues Abwärtspotenzial eröffnen und das bärische Szenario bestätigen.

Aggressive Trader können die beschriebenen Zonen handeln, sollten aber sehr enges Risikomanagement nutzen und die Positionsgröße klein halten. Denn bei einer ATR von rund 4,24 US-Dollar sind die Schwankungen brutal. Ein falscher Einstieg kann schnell teuer werden.

Die wichtigste Erkenntnis lautet: Silber ist billig gefallen, aber noch nicht günstig bestätigt. Solange der Markt keine wichtigen Widerstände zurückerobert, bleibt jede Rally verdächtig. Erst wenn Silber Stärke zeigt und zentrale Marken zurückgewinnt, verbessert sich die Lage nachhaltig.

Bis dahin bleibt die Silberpreis Prognose klar: Die Chance auf eine Erholung ist da. Aber die Bären haben noch immer das Kommando.

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