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Silberpreis Prognose: Warum das Chance-Risiko-Verhältnis jetzt kaum überzeugt

Der Silberpreis steckt in einer gefährlichen Lage. Während einige Anleger nach dem jüngsten Rückgang bereits auf eine Erholung hoffen, zeigt der Tageschart ein deutlich anderes Bild. Der Abwärtstrend ist intakt, wichtige Widerstände liegen direkt über dem aktuellen Kurs und die Bullen haben bislang wenig vorzuweisen.

Besonders brisant: Der Silber-Future SIc3 notiert unter der 20-, 50- und 200-Tage-Linie. Gleichzeitig wartet bei 56 US-Dollar eine Unterstützung, die über die nächste große Bewegung entscheiden könnte.

Doch genau hier liegt auch das Problem.

Zwischen dieser wichtigen Unterstützung und dem massiven Widerstandsbereich bei 69 bis 70,50 US-Dollar befindet sich Silber aktuell in einer wenig attraktiven Zone. Für neue Trades ist das Chance-Risiko-Verhältnis momentan eher schwach.

Was bedeutet das für dich? Und welche Marken könnten jetzt über den nächsten großen Kursimpuls entscheiden?

Silberpreis Prognose

Die Silber-Bullen haben ein ernstes Problem

Ein Blick auf den Tageschart reicht aus, um die aktuelle Lage zu verstehen.

Der Silberpreis befindet sich in einem dominanten Abwärtstrend. Der Kurs notiert klar unter der 20-Tage-Linie bei 64,70 US-Dollar und noch deutlicher unter der 50-Tage-Linie bei 72,50 US-Dollar.

Auch die langfristig wichtige 200-Tage-Linie bei 61,435 US-Dollar bleibt umkämpft.

Das ist kein besonders gutes Zeichen.

Denn solange sich der Silberpreis nicht nachhaltig über diesen wichtigen gleitenden Durchschnitten etablieren kann, bleibt der technische Druck hoch.

Noch deutlicher wird das Bild beim Ichimoku-Indikator. Der Kurs notiert unterhalb der Kumo-Wolke, die aktuell zwischen 63,65 und 72,90 US-Dollar verläuft.

Damit bleibt die übergeordnete Lage klar bärisch.

Auch der SuperTrend bestätigt dieses Bild. Das Short-Signal im Bereich von 70,45 US-Dollar ist weiterhin aktiv. Die bisherigen Kursanstiege waren deshalb noch kein echter Trendwechsel, sondern lediglich Erholungen innerhalb eines bestehenden Abwärtstrends.

Für Anleger und Trader ist das entscheidend.

Solange Silber unter dem Bereich von etwa 65 bis 70 US-Dollar bleibt, spricht technisch wenig für eine nachhaltige Trendwende. Steigende Kurse könnten deshalb zunächst weiterhin eher Verkaufsgelegenheiten als der Beginn eines neuen Bullenmarktes sein.

Bei 56 US-Dollar fällt die Entscheidung

Die wichtigste Marke auf der Unterseite liegt bei 56 US-Dollar.

Dieser Bereich wurde bereits zweimal getestet und könnte damit die Grundlage für einen möglichen Doppelboden bilden.

Auf den ersten Blick klingt das positiv.

Doch Anleger sollten sich nicht zu früh freuen.

Das mögliche Double Bottom ist bislang erst zu rund 25 % ausgebildet. Von einer bestätigten Bodenbildung kann deshalb noch keine Rede sein.

Genau das macht die aktuelle Situation so gefährlich.

Viele Anleger neigen dazu, nach starken Kursverlusten zu früh auf eine Trendwende zu setzen. Doch solange die technische Bestätigung fehlt, bleibt ein möglicher Boden zunächst nur eine Idee.

Die entscheidende Grenze liegt bei 55,965 US-Dollar.

Ein Schlusskurs unterhalb dieser Marke würde die bullische Bodenbildungs-Idee invalidieren.

Dann wäre das wichtigste Argument der Bullen vorerst vom Tisch.

Sollte die Unterstützung bei 56 US-Dollar nachhaltig brechen, könnte der Abwärtstrend schnell wieder an Dynamik gewinnen.

Auf die Silber-Bullen wartet eine massive Wand

Doch selbst wenn Silber von der Unterstützung nach oben dreht, wird der Weg alles andere als einfach.

Zwischen 69 und 70,50 US-Dollar wartet ein massives Widerstandscluster.

Dort treffen gleich mehrere wichtige technische Marken aufeinander.

Das 38,2-%-Fibonacci-Retracement liegt bei 69,01 US-Dollar. Der SuperTrend verläuft bei 70,45 US-Dollar. Zusätzlich wartet bereits vorher eine fallende Abwärtstrendlinie, die von den Mai-Hochs ausgeht und aktuell ungefähr bei 66 US-Dollar verläuft.

Mit anderen Worten: Die Bullen müssten gleich mehrere Hindernisse aus dem Weg räumen.

Ein kurzer Kurssprung reicht dafür nicht.

Erst wenn Silber wichtige Widerstände zurückerobert und sich oberhalb dieser Bereiche behaupten kann, würde sich das technische Bild ernsthaft verbessern.

Bis dahin bleibt jede Erholung unter Beobachtung.

Besonders der Bereich zwischen 69 und 70,50 US-Dollar dürfte darüber entscheiden, ob aus einer kurzfristigen Gegenbewegung tatsächlich ein neuer Aufwärtstrend werden kann.

Hier würde ich aktuell nicht einsteigen

Der aus meiner Sicht schwierigste Bereich liegt zwischen 59,50 und 65,50 US-Dollar.

Genau dort befindet sich der Silberpreis in einer klassischen No-Trade-Zone.

Warum?

Der Kurs bewegt sich in diesem Bereich direkt unter der 20-Tage-Linie und gleichzeitig unter früheren Hochpunkten. Das erhöht die Gefahr schneller Fehlsignale.

Der Markt kann kurzfristig nach oben ausbrechen und wenig später wieder drehen. Dasselbe gilt in die andere Richtung.

Für Trader entsteht dadurch ein hoher Whipsaw-Faktor.

Du könntest also mit einer grundsätzlich richtigen Idee trotzdem schnell ausgestoppt werden, weil dem Markt aktuell eine klare Richtung fehlt.

Das bedeutet nicht, dass es in dieser Zone überhaupt keine Bewegungen geben wird.

Aber zwischen Bewegung und guter Investmentchance liegt ein großer Unterschied.

Entscheidend ist nicht nur, wie viel Gewinn theoretisch möglich ist. Entscheidend ist, welches Risiko du dafür eingehen musst.

Und genau dieses Verhältnis überzeugt mich im Bereich zwischen 59,50 und 65,50 US-Dollar aktuell nicht.

Dieses Short-Szenario bleibt klar im Vorteil

Technisch betrachtet hat das bärische Szenario weiterhin die höhere Konfidenz.

Für aggressive Trendfolger könnte ein Einstieg im Bereich von 64 US-Dollar interessant werden, sofern der Silberpreis dort an der 20-Tage-Linie klar nach unten abgewiesen wird.

Die konservativere Variante wäre ein Einstieg bei 59,50 US-Dollar nach einem Tagesschlusskurs unterhalb von 60 US-Dollar.

Der Stop-Loss würde bei 68 US-Dollar liegen.

Das erste Kursziel befindet sich bei 56 US-Dollar. Das entspricht einem Chance-Risiko-Verhältnis von 2,0.

Das zweite Ziel liegt bei 51 US-Dollar. Hier würde das Chance-Risiko-Verhältnis auf 3,25 steigen.

Das dritte Kursziel liegt bei 48,75 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3,81.

Für Trendfolger ist dieses Szenario aktuell klar interessanter als eine Wette gegen den bestehenden Abwärtstrend.

Der entscheidende Punkt ist jedoch der Einstieg.

Wer mitten in der aktuellen Seitwärtszone blind auf fallende Kurse setzt, erhält nicht automatisch ein gutes Setup. Interessant wird das Szenario erst dann, wenn der Markt die Richtung bestätigt.

Eine klare Ablehnung an der 20-Tage-Linie oder ein bestätigter Bruch unter 60 beziehungsweise 59,50 US-Dollar wären dafür wichtige Signale.

Die bullische Wette ist verlockend – aber gefährlich

Natürlich gibt es auch ein bullisches Szenario.

Die möglichen Kursziele sehen sogar ausgesprochen attraktiv aus.

Ein aggressiver Einstieg wäre bei etwa 58 US-Dollar nach einem erfolgreichen erneuten Test der Unterstützung denkbar.

Die konservativere Variante wäre ein Einstieg bei 65,75 US-Dollar nach einem Schlusskurs oberhalb des letzten Hochs.

Der Stop-Loss würde in diesem Fall bei 55,50 US-Dollar liegen.

Das erste Kursziel wäre die 20-Tage-Linie bei 64,70 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,68.

Das zweite Ziel liegt bei 69 US-Dollar. Hier steigt das Chance-Risiko-Verhältnis auf 4,40.

Das dritte Ziel liegt an der 50-Tage-Linie bei 72,50 US-Dollar. Das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis würde dann sogar 5,80 betragen.

Das klingt auf den ersten Blick hervorragend.

Doch genau hier müssen Anleger aufpassen.

Ein starkes Chance-Risiko-Verhältnis macht aus einem schwachen Setup nicht automatisch eine gute Handelschance.

Silber befindet sich weiterhin in einem dominanten Abwärtstrend. Wer jetzt auf steigende Kurse setzt, handelt gegen die übergeordnete Bewegung.

Deshalb besitzt das bullische Szenario aktuell nur eine niedrige Konfidenz.

Für erfahrene Kontertrend-Trader kann ein solcher Trade interessant sein. Für Anleger, die eine klare Trendbestätigung suchen, dürfte Geduld dagegen die bessere Wahl sein.

Diese Signale könnten den nächsten Kursrutsch bestätigen

Nach einem Einstieg auf der Short-Seite gibt es zwei Signale, die besonders wichtig wären.

Der erste Punkt ist der ADX.

Steigt der Indikator über einen Wert von 25, würde das auf eine zunehmende Trendstärke hindeuten.

In Verbindung mit fallenden Kursen wäre das eine Bestätigung dafür, dass die Verkäufer wieder mehr Kontrolle übernehmen.

Der zweite wichtige Punkt ist die 20-Tage-Linie bei 64,70 US-Dollar.

Wird der Silberpreis dort deutlich abgewiesen, würde das das Short-Szenario zusätzlich stärken.

Eine solche Bewegung würde zeigen, dass Anleger und Trader steigende Kurse weiterhin nutzen, um Positionen abzubauen oder neue Short-Positionen aufzubauen.

Das müsste passieren, damit die Bullen zurückkommen

Die bullische Seite benötigt dagegen deutlich mehr Überzeugungsarbeit.

Ein erstes positives Signal wäre ein Kaufsignal beim MACD in Form eines bullischen Crossovers.

Zusätzlich müsste der RSI wieder über die Marke von 50 steigen.

Besonders wichtig wäre jedoch die 200-Tage-Linie.

Der Silberpreis müsste nicht nur kurz darüber springen, sondern tatsächlich oberhalb dieses langfristigen Durchschnitts akzeptiert werden.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Ein kurzer Ausbruch kann jederzeit wieder verkauft werden. Erst wenn sich der Kurs oberhalb der 200-Tage-Linie stabilisiert, würde das zeigen, dass Käufer bereit sind, auch auf höherem Niveau im Markt zu bleiben.

Erst die Kombination aus verbessertem Momentum, einem RSI über 50 und einer Rückeroberung wichtiger gleitender Durchschnitte würde das derzeit klar bärische Bild ernsthaft infrage stellen.

Silber schwankt extrem – das wird jetzt zum Risiko

Ein Problem wird aktuell häufig unterschätzt: die hohe Volatilität.

Der Average True Range, kurz ATR, liegt bei 3,926 US-Dollar.

Das entspricht rund 6,44 %.

Silber bewegt sich also stark.

Für Trader hat das direkte Folgen.

Zu enge Stop-Loss-Marken können sehr schnell ausgelöst werden, obwohl sich die ursprüngliche Handelsidee später trotzdem als richtig erweist.

Das bedeutet natürlich nicht, dass auf einen Stop verzichtet werden sollte.

Ganz im Gegenteil.

Bei hoher Volatilität wird konsequentes Risikomanagement noch wichtiger. Die Stop-Distanz muss allerdings zur aktuellen Schwankungsbreite des Marktes passen.

Wer Silber aktuell genauso handelt wie einen ruhigen Markt, könnte unangenehm überrascht werden.

Der aktuellen Erholung fehlt ein wichtiges Signal

Auch das Volumen spricht bislang nicht für eine überzeugende Trendwende.

Während der Erholung ist das Handelsvolumen zurückgegangen.

Das ist problematisch.

Eine starke und nachhaltige Rally wird idealerweise von steigendem Interesse der Marktteilnehmer begleitet. Wenn der Kurs steigt, während das Volumen sinkt, fehlt der Bewegung häufig die notwendige Überzeugung.

Genau dieses Bild sehen wir aktuell bei Silber.

Hinzu kommt eine bärische Candlestick-Rejection bei 62,45 US-Dollar vom 7. Juli 2026.

Diese Reaktion zeigt, dass nach dem vorherigen Bounce wieder Verkäufer aktiv geworden sind.

Auch das passt zum bisherigen Gesamtbild: Die Bären haben ihre Kontrolle noch nicht verloren.

Silberpreis Prognose: Jetzt könnte Geduld bares Geld wert sein

Die Lage beim Silberpreis ist aus meiner Sicht klarer, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Auf der Unterseite wartet bei 56 US-Dollar eine wichtige Unterstützung. Auf der Oberseite steht zwischen 69 und 70,50 US-Dollar ein massiver Widerstandsbereich.

Dazwischen steckt der Markt fest.

Und genau deshalb sehe ich aktuell keinen Grund, einen Einstieg zu erzwingen.

Der Bereich zwischen 59,50 und 65,50 US-Dollar bleibt für mich eine No-Trade-Zone.

Natürlich können auch hier schnelle Kursbewegungen entstehen. Aber das Chance-Risiko-Verhältnis ist aktuell nicht attraktiv genug, um dem Markt hinterherzulaufen.

Das bärische Szenario bleibt technisch im Vorteil.

Eine klare Ablehnung an der 20-Tage-Linie bei 64,70 US-Dollar oder ein Tagesschlusskurs unter 60 beziehungsweise 59,50 US-Dollar könnten den nächsten Abwärtsimpuls einleiten.

Die bullische Seite braucht dagegen deutlich mehr.

Ein MACD-Kaufsignal, ein RSI über 50 und eine nachhaltige Rückeroberung der 200-Tage-Linie wären erste wichtige Schritte.

Bis dahin sollten Anleger eine Erholung nicht mit einer Trendwende verwechseln.

Mein Fazit

Bei Silber kämpfen die Bullen aktuell mit einem klaren Nachteil.

Der Kurs liegt unter wichtigen gleitenden Durchschnitten, der übergeordnete Trend zeigt nach unten und oberhalb des aktuellen Niveaus warten mehrere massive Widerstände.

Gleichzeitig sorgt die Unterstützung bei 56 US-Dollar dafür, dass ein neuer Short-Einstieg mitten in der aktuellen Zone ebenfalls nicht besonders attraktiv ist.

Genau deshalb könnte Geduld jetzt die beste Entscheidung sein.

Das bärische Szenario besitzt weiterhin die höhere Wahrscheinlichkeit. Doch für einen wirklich überzeugenden Einstieg fehlt aktuell noch die Bestätigung.

Unterhalb von 59,50 bis 60 US-Dollar könnte der Verkaufsdruck deutlich zunehmen. Oberhalb der wichtigen Widerstände müsste die Silberpreis Prognose dagegen neu bewertet werden.

Bis dahin bleibt das Bild neutral bis bärisch.

Die Chancen sind da. Aber noch nicht zu einem Preis, bei dem das Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und eingegangenem Risiko wirklich überzeugt.

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