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Silbermarkt: Angebotsdefizite und Industriebedarf treiben Preise auf Rekordniveau

Der Silbermarkt hat sich 2025 zu einem der auffälligsten Segmente an den Rohstoffbörsen entwickelt. Nach jahrelanger relativer Schwäche gegenüber Gold verzeichnete Silber eine deutliche Neubewertung und überschritt zum Jahresende erstmals die Marke von 80 US-Dollar je Unze. Zeitweise wurden sogar Kurse oberhalb von 84 Dollar erreicht.

Im Jahresvergleich legte Silber damit deutlich stärker zu als andere Anlageklassen. Das Gold-Silber-Verhältnis sank spürbar und signalisiert eine Annäherung an langfristige Durchschnittswerte. Marktbeobachter führen dies auf eine Kombination aus strukturellem Angebotsmangel und wachsender industrieller Nachfrage zurück.

Kurzfristige Kursrückgänge zum Jahresende änderten an diesem Bild wenig. Trotz erhöhter Volatilität blieb die physische Nachfrage stabil, wie steigende Bestände großer, physisch hinterlegter Anlagevehikel zeigen. Parallel dazu sorgt ein anhaltender Preisaufschlag auf asiatischen Märkten für eine Umlenkung physischer Lieferströme und verschärft die Angebotslage in westlichen Handelszentren.

Auch auf Unternehmensebene wirkt sich das Marktumfeld aus. Silberproduzenten profitieren von der Hebelwirkung steigender Preise bei weitgehend konstanten Förderkosten. Konsolidierungen und Produktionsausweitungen prägen die Branche, während reine Silberförderer ihre starke Abhängigkeit vom Metallpreis nutzen können.

Fundamental bleibt der Markt angespannt. Die globale Nachfrage übersteigt die Förderung seit mehreren Jahren, wobei insbesondere der Ausbau der Solarenergie den Bedarf deutlich erhöht. Technologische Umstellungen in der Zellproduktion führen zu einem höheren Silberverbrauch pro Einheit und verstärken den strukturellen Nachfrageüberhang.

Unterstützt wird diese Entwicklung durch ein günstigeres geldpolitisches Umfeld. Zinssenkungen in den USA schwächen den Dollar und erhöhen die Attraktivität von Rohstoffen für internationale Abnehmer. In der Summe deuten Angebotsengpässe, industrielle Abnahmeverpflichtungen und geldpolitische Impulse darauf hin, dass das aktuelle Preisniveau weniger als kurzfristige Übertreibung denn als Ausdruck einer nachhaltigen Marktverschiebung zu werten ist.

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