Öl-Schock oder Zinspause? Darum dürfte die Bank of England jetzt stillhalten
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDie Analysten der ING gehen davon aus, dass die Bank of England ihre Leitzinsen bei der Sitzung am 30. Juli unverändert lässt. Nach Einschätzung der Bank könnte die Zinspause sogar bis ins Jahr 2026 andauern. Die neuen Inflationsprognosen dürften zeigen, dass die Teuerungsrate ihren Höchststand in diesem Jahr bei rund 3 % erreicht und damit deutlich unter der Marke von 4 % bleibt, die von der Notenbank als kritisch angesehen wird. Nach Ansicht der ING müssten die Öl- und Erdgaspreise deutlich stärker steigen, damit eine Zinserhöhung gerechtfertigt wäre.
ING rechnet mit längerer Zinspause
„Die Bank of England dürfte die Zinsen am 30. Juli trotz der gestiegenen Energiepreise unverändert lassen. Wir erwarten, dass die neuen Prognosen zeigen, dass die Inflation im weiteren Jahresverlauf ihren Höchststand bei rund 3 % erreicht. Nach unserer Einschätzung müssten die Öl- und Erdgaspreise deutlich stärker steigen, damit die Notenbank die Zinsen bereits im September anhebt.“
„Die aktualisierten Prognosen der Bank dürften zeigen, dass die Inflation in der zweiten Jahreshälfte und bis Anfang kommenden Jahres bei etwa 3 % liegt. Entscheidend ist, dass dieser Wert klar unter der Schwelle von 4 % bleibt. Nach Einschätzung der Notenbank ist ab diesem Niveau die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass sogenannte Zweitrundeneffekte auftreten und der Preisauftrieb länger anhält.“
„Vor diesem Hintergrund müssten die Energiepreise aus unserer Sicht deutlich stärker steigen, damit sich mehr als die vier restriktiv eingestellten Ratsmitglieder für eine Zinserhöhung aussprechen. Ölpreise von rund 120 US-Dollar je Barrel statt derzeit etwa 90 US-Dollar sowie niederländische TTF-Erdgaspreise von rund 80 Euro je Megawattstunde statt aktuell etwa 58 Euro würden die Inflation über die Marke von 4 % treiben und dürften eine moderate geldpolitische Straffung auslösen.“
„Ein solches Szenario ist durchaus denkbar, falls die Straße von Hormus den gesamten August über blockiert bleibt. Unser Basisszenario geht jedoch davon aus, dass die Bank of England die Zinsen bis ins Jahr 2026 unverändert lässt. Derzeit rechnen wir erst ab dem Frühjahr 2027 mit zwei Zinssenkungen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Herbstbudget keine nennenswerten fiskalischen Impulse enthält.“
„Selbst dann bleibt die Trennlinie zwischen den restriktiv und den eher locker eingestellten Ratsmitgliedern klar erkennbar. Wie bereits in der Debatte über Zinssenkungen zu Beginn dieses Jahres gibt es fünf Notenbankvertreter, darunter Gouverneur Andrew Bailey, die deutlich weniger davon überzeugt sind, dass die Wirtschaft so anfällig für eine Inflationswelle ist wie vor vier Jahren. Entscheidend ist zudem, dass die jüngsten Konjunkturdaten diese Einschätzung stützen.“
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