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Lira unter Druck: Commerzbank sieht neue Risiken für die Türkei-Währung

Die marktbasierten Inflationserwartungen für die Türkei haben sich nach Einschätzung der Commerzbank erneut verschlechtert. Wie Devisenstratege Tatha Ghose hervorhebt, sind sowohl die Erwartungen für die Inflation Ende 2026 als auch für die kommenden zwölf Monate gestiegen. Das schwäche das Vertrauen in den laufenden Disinflationsprozess. Gleichzeitig rechneten die Teilnehmer einer Umfrage damit, dass die türkische Notenbank den Leitzins in dieser Woche bei 37 Prozent belässt und ihn bis Jahresende auf 34,7 Prozent senkt. Diese Kombination sei aus Sicht der Lira problematisch, da die zugrunde liegende monatliche Inflation weiterhin bei rund zwei Prozent liege und zugleich die Prognose für den USD/TRY-Kurs Ende 2026 angehoben worden sei.

Commerzbank: Zinspfad belastet die Lira

„Die türkische Zentralbank (CBRT) hat gestern ihre jüngste Umfrage unter den Marktteilnehmern veröffentlicht, und die Botschaft war nicht ermutigend. Die Prognose für die Verbraucherpreisinflation Ende 2026 stieg im Juli leicht auf 29,2 Prozent nach 29,1 Prozent im Juni und setzte damit den seit Jahresbeginn anhaltenden Aufwärtstrend fort. Auch die Erwartung für die kommenden zwölf Monate erhöhte sich auf 23,95 Prozent. Lediglich die Prognose für die nächsten 24 Monate ging auf 17,8 Prozent zurück. Diese betrachten wir jedoch als eine eher träge zum Mittelwert zurückkehrende theoretische Schätzung mit nur geringer Verbindung zur aktuellen Realität.“

„Entscheidend ist, dass die kurzfristigen Inflationserwartungen wieder steigen. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Zeit nach dem Krieg mit dem Iran. Das bedeutet, dass der Markt die von den Währungshütern vertretene Einschätzung nicht teilt, wonach die Disinflation ausreichend überzeugend voranschreitet.“

„Das bedeutet auch, dass neue Belastungsfaktoren – sei es durch den Ölpreis, die Lira oder die Innenpolitik – inzwischen in die Inflationserwartungen einfließen, anstatt von den Marktteilnehmern ausgeblendet zu werden.“

„Auch die Zinserwartungen zeichnen ein wenig erfreuliches Bild. Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die CBRT den Leitzins auf ihrer Sitzung in dieser Woche unverändert bei 37,0 Prozent belässt und ihn anschließend bis zum Jahresende auf 34,7 Prozent senkt. Diese ungewöhnlich genaue Zahl ergibt sich aus dem Durchschnitt der Umfrageergebnisse. Genau diese Kombination wäre für die Lira problematisch, wenn die zugrunde liegende Inflationsdynamik – wie von uns erwartet – weiterhin bei rund zwei Prozent pro Monat bleibt.“

„In derselben Umfrage wurde zudem die Prognose für den USD/TRY-Kurs zum Jahresende 2026 auf 51,55 angehoben. Wir befürchten allerdings, dass der Kurs am Ende noch höher liegen könnte.“

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