Krieg im Nahen Osten alarmiert Türkei – Zentralbank stoppt Zinssenkung
| |Übersetzung überprüftZum OriginalEin anhaltender Konflikt im Nahen Osten erhöht nach Einschätzung von Talha Nadeem, Ökonom bei Standard Chartered, die Risiken für Inflation und außenwirtschaftliche Stabilität der Türkei. Die Lage veranlasse die Zentralbank der Republik Türkei (CBRT) zu einem vorsichtigeren Kurs. Die Bank gehe nun davon aus, dass die CBRT ihren Leitzins im März unverändert bei 37 Prozent belassen wird. Zuvor war eine Zinssenkung um 100 Basispunkte erwartet worden. Die Prognose für einen Leitzins von 30 Prozent zum Jahresende bleibt jedoch bestehen.
Konfliktrisiken verändern den Zinspfad der CBRT
„Der Konflikt im Nahen Osten könnte, falls er anhält, Folgen für die türkische Wirtschaft haben – von einem Inflationsimpuls durch höhere Ölpreise bis hin zu Auswirkungen auf den Außenbereich, etwa durch Druck auf die Leistungsbilanz und die Lira. Die Zentralbank der Republik Türkei (CBRT) reagierte daher rasch nach Ausbruch des Konflikts. Konkret kündigte die CBRT am 1. März 2026 folgende Maßnahmen an:“
„1. Aussetzung der einwöchigen Repo-Auktionen: Die CBRT wird in ihren Refinanzierungsgeschäften den Übernacht-Kreditzins von 40 Prozent nutzen – faktisch vergleichbar mit einer ‚verdeckten‘ Zinserhöhung um 300 Basispunkte gegenüber dem Leitzins. Für die Dauer der Aussetzung wurde kein Zeitraum genannt.“
„2. In Lira abgewickelte Devisentermingeschäfte: Die CBRT wird Devisentermingeschäfte durchführen, die in türkischer Lira abgewickelt werden, um unter anderem das reibungslose Funktionieren des Devisenmarktes sicherzustellen.“
„Die proaktiven Maßnahmen der CBRT haben die Lira bislang gestützt und setzen aus unserer Sicht den Ton für die Sitzung des geldpolitischen Ausschusses am 12. März. Wir erwarten nun, dass die Zentralbank den Status quo beibehält und damit Vorsicht signalisiert; zuvor waren wir von einer Zinssenkung um 100 Basispunkte ausgegangen.“
„Die mit dem Konflikt verbundenen Risiken kommen zu einer bereits nachlassenden Dynamik beim Inflationsrückgang hinzu. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar um 31,53 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 30,65 Prozent im Januar. Auch die Kerninflation lag in den vergangenen zwölf Monaten bei rund 33 Prozent, was bereits vor Ausbruch des Konflikts Gegenwind für eine weitere Disinflation bedeutete.“
Die Informationen auf diesen Seiten enthalten zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken und Ungewissheiten in sich bergen. Die auf dieser Seite beschriebenen Märkte und Instrumente dienen nur zu Informationszwecken und sollen keinesfalls als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dieser Vermögenswerte verstanden werden. Sie sollten Ihre eigenen gründlichen Recherchen anstellen, bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen. FXStreet garantiert in keiner Weise, dass diese Informationen frei von Fehlern, Irrtümern oder wesentlichen Falschaussagen sind. FXStreet garantiert auch nicht, dass diese Informationen zeitnah zur Verfügung stehen. Investitionen in offene Märkte sind mit einem großen Risiko verbunden, einschließlich des Verlusts Ihrer gesamten Investition oder eines Teils davon, sowie mit psychischen Belastungen. Alle Risiken, Verluste und Kosten, die mit einer Investition verbunden sind, einschließlich des vollständigen Verlusts des Kapitals, liegen in Ihrer Verantwortung. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die der Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die offizielle Linie oder Position von FXStreet oder seinen Werbekunden wider.