Indonesische Rupiah steigt trotz Rekorddefizit in der Leistungsbilanz
| |Übersetzung überprüftZum Original- Starker indonesischer Rupiah hält das Währungspaar USD/IDR unter Abwärtsdruck.
- Ein sich ausweitendes Handelsdefizit wird durch zugesagte fiskalische Unterstützung des wichtigen Partners China ausgeglichen.
- Die Zinspause der Bank Indonesia und sinkende US-Treasury-Renditen stützen die Rupiah zusätzlich.
USD/IDR weitet seine Verluste am dritten Handelstag in Folge aus und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag bei rund 17.760. Das Währungspaar wertet weiter ab, da der indonesische Rupiah (IDR) seine Stärke behauptet und damit eine deutliche Ausweitung des indonesischen Leistungsbilanzdefizits ignoriert.
Indonesien verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Rekorddefizit von 12,49 Mrd. USD, entsprechend 3,3% des BIP, deutlich mehr als 2,89 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Diese Ausweitung wurde durch eine drastische Verengung des Handelsüberschusses auf 1,32 Mrd. USD von 10,52 Mrd. USD im zweiten Quartal 2025 angetrieben, was größtenteils auf einen Importanstieg zurückzuführen war, der durch steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten ausgelöst wurde.
Trotz dieser innenpolitischen Handelsbelastungen erhält der Rupiah erhebliche Unterstützung durch die enge wirtschaftliche Partnerschaft Indonesiens mit China. Die Marktstimmung wurde durch Äußerungen des chinesischen Vizeministers für Finanzen, Liao Min, gestützt, der am Freitag zusagte, auf Basis sich abzeichnender wirtschaftlicher Trends rechtzeitig zusätzliche fiskalpolitische Maßnahmen einzuführen, während die politische Kontinuität gewahrt und Ressourcen über einen längeren Zyklus zugewiesen werden sollen.
Die inländische Geldpolitik stützt die Währungsstabilität zusätzlich. Bank Indonesia beließ ihren Leitzins bei ihrer ersten geldpolitischen Sitzung unter der amtierenden Gouverneurin Destry Damayanti nach dem abrupten Ausscheiden von Perry Warjiyo zum zweiten Mal in Folge bei 5,75%. Mit dem Fokus auf Kontinuität nach kumulierten Zinserhöhungen um 100 Basispunkte seit Mai bekräftigte die Zentralbank, dass ihr Policy-Mix vorrangig darauf ausgerichtet sein wird, den Rupiah vor importierter Inflation zu schützen, während Liquiditätsinstrumente zur Unterstützung des breiteren Wirtschaftswachstums eingesetzt werden.
Schließlich wird der Abwärtsdruck auf das Währungspaar USD/IDR durch einen schwächeren US-Dollar (USD) verstärkt. Der Greenback gibt zusammen mit gedämpften US-Treasury-Renditen nach, da die Märkte auf Washingtons Bemühungen reagieren, die erhöhten Renditen durch ein Rückkaufprogramm für Anleihen am langen Ende einzudämmen.
USD-Rückkaufmaßnahme als unbeholfener Versuch gesehen, die Renditen am langen Ende zu stabilisieren
Strategen bei Scotiabank heben hervor, dass die Entscheidung des US-Finanzministeriums, seine Anleiherückkäufe zu verdoppeln, eng begrenzt und vom Umfang her moderat ist, wobei der Plan "auf längerfristige Zinsen abzielt und… begrenzt ist; die Rückkäufe steigen von 2 Mrd. USD auf 4 Mrd. USD und laufen vom 9. September bis zum 4. November." Während die Behörden den Schritt als "offenbar eine Frage des Liquiditätsmanagements" darstellen, merkt Scotiabank an, dass Zeitpunkt und Ausgestaltung der Maßnahme "den Eindruck erweckten, dass das Finanzministerium versucht, die Treasury-Märkte nach dem jüngsten Anstieg der Laufzeitprämien zu beruhigen, und das macht keinen guten Eindruck."
US-Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.
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