Forint vor Comeback? Commerzbank sieht EUR/HUF wieder bei 350 bis 355
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer ungarische Forint (HUF) hat seine Gewinne nach der Wahl bislang nur teilweise wieder abgegeben. Tatha Ghose von der Commerzbank rechnet mit einer Erholung der Währung, sofern sich das globale Risikoumfeld stabilisiert. In den kommenden Monaten könnte EUR/HUF demnach wieder in Richtung 350 bis 355 zurückkehren. Mit Blick auf 2027 könnten jedoch ein schwächeres Wachstum, weitere Zinssenkungen der Notenbank und Sorgen um die Staatsfinanzen den Forint erneut unter Druck setzen, da die Unterstützung durch den hohen Realzins nachlässt.
Kurzfristig Erholung möglich, langfristig wächst der Gegenwind
„Die Forint-Rally hat im vergangenen Monat eine Korrektur erlebt, doch diese sollte nicht überbewertet werden. Die Währung war in Mittel- und Osteuropa schon immer die Wette mit der höchsten Risikosensitivität und wurde daher von der jüngsten globalen Flucht aus Risikoanlagen überproportional getroffen. Die Kombination aus Energieschock, geopolitischen Risiken und Dürre schürt Stagflationsängste - schwächere Wachstumsaussichten bei gleichzeitig höherem Inflationsrisiko. Das belastet den Forint tendenziell stärker als den Zloty oder die Krone.“
„In diesem Sinne war die jüngste Bewegung weniger eine Neubewertung der politischen Lage in Ungarn als vielmehr die teilweise Korrektur einer zuvor kräftigen Rally. Es würde uns nicht überraschen, wenn sich EUR/HUF wieder in Richtung 350 bis 355 bewegen würde, sofern sich die geopolitische Lage und die Bedingungen an den Energiemärkten stabilisieren.“
„Zusammenfassend sollte die kurzfristige Korrektur des Forint nicht überbewertet werden. Die Hoffnungen auf einen politischen Wechsel wurden bislang nicht enttäuscht, die Umfragewerte von Tisza bleiben stark und Magyar treibt Reformen an mehreren Fronten voran. Sollte sich das globale Risikoumfeld stabilisieren, könnte der Forint einen Teil seiner jüngsten Verluste wieder aufholen und EUR/HUF in Richtung 350 bis 355 zurückkehren.“
„Später dürften jedoch die bekannten Belastungsfaktoren wieder in den Vordergrund rücken. Ein höheres BIP-Wachstum zu erreichen, substanzielle Reformen umzusetzen und gleichzeitig eine straffere Fiskalpolitik zu verfolgen, wird mit erheblichen Herausforderungen und Zielkonflikten verbunden sein. Das Problem des schwachen Trendwachstums in Ungarn dürfte nur schwer zu lösen sein.“
„Gleichzeitig dürfte Ungarns Realzins sinken, wenn die ungarische Notenbank MNB die Zinsen senkt und sich die zugrunde liegende Inflationsdynamik nicht weiter verbessert. Schwaches Wachstum und ein sinkender Realzins dürften den Wechselkurs im weiteren Verlauf des Jahres 2027 unter Druck setzen.“
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