Europa stellt Chinas Währungspolitik infrage
| |Übersetzung überprüftZum OriginalRabobank-Analyst Michael Every berichtet, Bundeskanzler Friedrich Merz habe einen Dialog mit China über dessen Geld- und Wechselkurspolitik gefordert. Merz argumentiere, der chinesische Yuan sei um 20 bis 30 Prozent unterbewertet und müsse stärker frei schwanken dürfen. Every weist darauf hin, dass China ein Abkommen nach dem Vorbild des Plaza-Abkommens nicht akzeptieren werde. Zugleich betont er, der wachsende Handelsüberschuss Chinas gegenüber der Europäischen Union könnte Europa in Richtung hoher US-Zölle drängen.
„Bundeskanzler Merz hat gerade einen Dialog mit China über dessen Geld- und Wechselkurspolitik gefordert und erklärt, dass die EU – unabhängig davon, wie innovativ oder leistungsfähig sie sei – gegen einen Wettbewerber nicht bestehen könne, der seine Währung künstlich manipuliert.“
„Er argumentierte, der Yuan sei um 20 bis 30 Prozent unterbewertet und müsse deutlich freier schwanken dürfen, damit er auf ein angemesseneres Niveau aufwerten könne.“
„Um es klar zu sagen: Es gibt kein Szenario, in dem China einem neuen Plaza-Abkommen zustimmen würde oder Europa in der Lage wäre, ein solches China aufzuzwingen. Das wird nicht geschehen.“
„Der stark gestiegene chinesische Handelsüberschuss gegenüber der EU, der inzwischen größer ist als gegenüber den USA und sich seit 2020 nahezu verdoppelt hat, muss jedoch bis Oktober angegangen werden – sei es durch ein Wunder, durch chinesische Zusagen zum Kauf europäischer Sojabohnen oder von Airbus-Flugzeugen, während Peking zugleich Boeing Avancen macht. Andernfalls werde Europa nach jahrelanger herablassender Kritik an den angeblich rückständigen und störenden Methoden gezwungen sein, dem US-Kurs hoher Zölle zu folgen.“
„Die heute veröffentlichten chinesischen Handelsdaten zeigen, dass die Importe im Jahresvergleich um 36 Prozent zulegten und damit die erwarteten 26,1 Prozent deutlich übertrafen. Die Exporte stiegen um 27 Prozent nach erwarteten 19 Prozent. Auf die Aufschlüsselung der EU-Daten müssen wir noch warten, doch sie dürfte kaum das zeigen, was sich Brüssel erhofft.“
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