Dollar unter Druck – doch Rohstoffwährungen springen nicht an
| |Übersetzung überprüftZum OriginalBNY-Stratege Geoff Yu weist darauf hin, dass eine weniger restriktive US-Notenbank den Dollar geschwächt hat, ohne jedoch eine nachhaltige Nachfrage nach Rohstoffwährungen wie der norwegischen Krone (NOK), dem australischen Dollar (AUD) sowie Schwellenländerwährungen wie dem chilenischen Peso (CLP), dem südafrikanischen Rand (ZAR) und dem brasilianischen Real (BRL) auszulösen. Die hohen nominalen Zinsen in Australien und Norwegen werden durch Stagflations- und Produktivitätsprobleme aufgewogen. In Südafrika wiederum zeigt die geldpolitische Ausrichtung, dass die Unterstützung des globalen Wachstums inzwischen klar Vorrang vor attraktiven Zinsdifferenzen hat.
Rohstoffwährungen fehlt weiter der Schwung
„Schon vor den Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag zeigte iFlow, dass die Absicherung gegen den Dollar wieder zunahm. Eine Rückkehr zum Mittelwert war ohnehin überfällig, doch die Fed-Entscheidung und die anschließende Debatte über ihre ‚Glaubwürdigkeit‘ haben diesen Prozess beschleunigt. Wir haben extreme Positionierungen stets als Verstärker von Kursbewegungen betrachtet, und der Dollar passt sich nun entsprechend an.“
„Abgesehen von Gold gibt es weiterhin keine Anzeichen für eine breit angelegte Bewegung bei Rohstoffen, die den im Januar und Februar dominierenden Handel mit einer Geldentwertung wiederbeleben könnte. Am Devisenmarkt lassen sich einige der eindeutigsten Rohstoffwährungen herausgreifen: NOK, AUD sowie ein Schwellenländer-Korb aus CLP, ZAR und BRL. In der ersten vollständigen Handelswoche nach der Fed-Entscheidung gab es keinen einzigen Handelstag, an dem die gesamte Gruppe netto gekauft wurde. Bereits eine Woche später bewegten sich die aggregierten Kapitalströme wieder in Richtung Nettoverkäufe.“
„Die Reserve Bank of Australia und die Norges Bank weisen weiterhin die höchsten nominalen Zinssätze innerhalb der G10 auf. Die länderspezifischen Risiken sind jedoch nach wie vor zu hoch, um am kurzen Ende einen ausreichend großen Realzinsvorsprung gegenüber dem US-Dollar entstehen zu lassen.“
„Da sich der Iran-Konflikt aus Marktsicht inzwischen weitgehend stabilisiert hat, sind rohstoffabhängige Volkswirtschaften gleichzeitig eher bereit, zu ihren früheren Zinssenkungspfaden zurückzukehren und eine erneute Ausweitung der Realzinsdifferenzen zu verhindern. Südafrika ist dafür ein gutes Beispiel: Die südafrikanische Notenbank überraschte die Märkte im Juli mit unveränderten Zinsen und behielt zugleich eine vorausschauende geldpolitische Ausrichtung bei. Die Erwartung einer schwächeren Inflation öffnet dabei die Tür für einen Kurswechsel. Die Priorität für das globale Wachstum wird zunehmend deutlich und setzt der Entwicklung von Carry-Strategien eine klare Obergrenze, solange die Fed nicht beginnt, Zinssenkungen zu signalisieren.“
„Anleger sollten dem Rohstoffwährungs-Trade auf einen schwächeren Dollar daher noch nicht hinterherlaufen. Engagements in Rohstoffwährungen und länger laufenden Schwellenländeranleihen sollten selektiv bleiben, bis die Kapitalströme eine breitere Erholung des Wachstums bestätigen und nicht lediglich lockerere Erwartungen an die Fed widerspiegeln.“
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