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China vor neuer Milliarden-Offensive? Peking könnte jetzt den Investitions-Turbo zünden

Die Ökonomen Carol Liao und Hunter Chan von Standard Chartered gehen davon aus, dass die fiskalische Unterstützung der chinesischen Regierung im zweiten Quartal 2026 nach dem starken Jahresauftakt nachgelassen hat. Dies habe zu einer deutlichen Abschwächung der Investitionen in die Infrastruktur geführt, ähnlich wie bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2025. Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwarten sie eine Beschleunigung der Infrastrukturausgaben sowie der Emissionen spezieller Anleihen der Lokalregierungen. Dabei dürfte die Regierung die bestehenden Emissionsquoten ausschöpfen und im Falle einer weiteren Abschwächung der Exporte oder des Immobilienmarkts möglicherweise einen Teil der für 2027 vorgesehenen Emissionen vorziehen.

Fiskalpolitik und Ausblick für die Infrastruktur

„Die fiskalische Unterstützung der chinesischen Regierung hat sich im zweiten Quartal nach dem starken Jahresauftakt abgeschwächt. Von April bis Mai gingen die gesamten breit gefassten Staatsausgaben im Jahresvergleich um 5,7 Prozent zurück, obwohl die breit gefassten Staatseinnahmen um 2,2 Prozent zulegten. Dadurch verringerte sich das breit gefasste Haushaltsdefizit auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Während die Zuschüsse an private Haushalte gleichmäßig über das Jahr verteilt werden, scheinen sich die Investitionsausgaben abgeschwächt zu haben. Das hat die Infrastrukturinvestitionen deutlich gebremst – ein Muster, das bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 zu beobachten war.“

„Die Regierung könnte das Tempo der fiskalischen Umsetzung bewusst angepasst haben. Die Wirtschaftsaktivität im ersten Quartal übertraf die Markterwartungen, gestützt durch vorgezogene fiskalische Impulse und starke Exporte. Von April bis Mai sanken die Ausgaben des allgemeinen Staatshaushalts im Jahresvergleich um 2,4 Prozent, obwohl die Einnahmen um 6,6 Prozent stiegen.“

„Im Haushalt der staatlichen Sonderfonds verlangsamte sich die Emission spezieller Anleihen der Lokalregierungen im zweiten Quartal deutlich. Die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen gingen im zweiten Quartal weiter zurück und schränkten damit den finanziellen Spielraum der Lokalregierungen ein. Eine stärkere Finanzierung über diese Sonderanleihen hätte diesen Belastungen teilweise entgegenwirken können, wenn sich deren Emission nicht verlangsamt hätte.“

„Wir erwarten, dass sich die fiskalische Unterstützung in der zweiten Jahreshälfte wieder beschleunigt, insbesondere über Infrastrukturinvestitionen. Angesichts ausreichender fiskalischer Spielräume rechnen wir damit, dass die Regierung die Emissionen beschleunigt, um die bestehenden Quoten vollständig auszuschöpfen, bevor weitere Konjunkturmaßnahmen in Betracht gezogen werden.“

„Sollten sich die Exporte unerwartet abschwächen oder der Abschwung am Immobilienmarkt die Finanzierungsmöglichkeiten der Lokalregierungen im dritten Quartal stärker belasten, könnten die politischen Entscheidungsträger reagieren, indem sie einen Teil der für 2027 vorgesehenen Emissionsquote für Sonderanleihen der Lokalregierungen vorziehen oder zusätzliche Anleiheemissionen aus der bislang ungenutzten Schuldenquote genehmigen.“

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