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Krypto-Chef warnt: Das eigentliche Risiko liegt nicht bei Bitcoin

Atlas-Capital-Chef Reza Bandi sieht die nächste große Wachstumsphase der Kryptoindustrie nicht im spekulativen Handel, sondern in der Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real-World Assets, RWAs).

Tokenisierung könnte weit über spekulative Krypto-Anwendungen hinauswachsen

In einem Interview mit FXStreet nannte Bandi drei Faktoren, die das Wachstum der Tokenisierung unterstützen könnten. Der erste sei eine höhere Effizienz im Fondsmanagement, da blockchainbasierte Infrastruktur Prozesse im Hintergrund vereinfachen und die Kosten von Anlageprodukten senken könne.

„Das operative Umfeld rund um einen Fonds wird deutlich schlanker und die Margen werden sinken. Mit anderen Worten: Durch die Tokenisierung entsteht auf der Backend-Seite einer Fondsstruktur wesentlich mehr Effizienz“, sagte Bandi.

Zudem argumentierte er, dass die Tokenisierung den Zugang zu regulierten Finanzprodukten erweitern könne, indem sie einem breiteren Kreis von Anlegern die Teilnahme an Märkten ermögliche, die bislang nur schwer zugänglich gewesen seien.

„Dadurch erschließt man potenziell viele Käufer auf der ganzen Welt, die Zugang zu regulierten Produkten erhalten, den sie sonst nicht hätten“, sagte er.

Der dritte Punkt betrifft nach Ansicht Bandis die zunehmende Anfälligkeit der traditionellen Finanzinfrastruktur für geopolitische Störungen. Die globalen Kapitalmärkte seien weiterhin stark vom Internet und von Kommunikationsnetzen abhängig, die in Konfliktzeiten beeinträchtigt werden könnten, warnte er.

Bitcoin dürfte traditionelle Geldsysteme trotz geopolitischer Risiken kaum ersetzen

Auf die Frage nach Bitcoin äußerte sich Bandi zurückhaltend zur langfristigen Rolle der Kryptowährung im globalen Finanzsystem. Bitcoin werde voraussichtlich weiterhin starken Kursschwankungen unterliegen und als spekulative Anlage beliebt bleiben, könne traditionelle Geldsysteme jedoch kaum ersetzen.

„Ich sehe derzeit keinen Wechsel des geldpolitischen Systems hin zu einer Bitcoin-Welt. Vielleicht passiert das irgendwann in der Zukunft, aber aktuell sehe ich das nicht“, sagte Bandi.

Der Manager verwies zudem auf zunehmende geopolitische Risiken für Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte. Moderne Konflikte richteten sich immer häufiger gegen kritische Infrastruktur wie Stromnetze, Telekommunikationssysteme und Internetverbindungen, auf denen auch Kryptowährungsnetzwerke basierten.

„Ich denke, je asymmetrischer und geopolitisch geprägter die Welt wird, desto stärker werden Risiken sichtbar, die mit der zugrunde liegenden Infrastruktur verbunden sind, welche Bitcoin unterstützt“, fügte er hinzu.

Trotz seiner Vorbehalte gegenüber Bitcoin als künftigem Geldstandard schrieb Bandi der Kryptowährung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Blockchain-Technologie zu.

„Wir dürfen Bitcoin nicht abschreiben. Die Kryptowährung hat die Aufmerksamkeit, die Spekulation und die Finanzierung geschaffen, die notwendig waren, damit das größere Bild entstehen konnte – nämlich die Tokenisierung realer Vermögenswerte.“

Auch Stablecoins bezeichnete Bandi als eine der erfolgreichsten Anwendungen der Kryptoindustrie, verwies jedoch auf einen offensichtlichen Widerspruch in deren Entwicklung.

Erfolg von Hyperliquid wirft Fragen zu grundlegenden Risiken auf

Mit Blick auf Hyperliquid sagte Bandi, er betrachte die dezentrale Derivateplattform als innovatives Unternehmen, dem es gelungen sei, eine Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und der Kryptowelt zu schlagen.

Gleichzeitig mahnte er, die Branche müsse sich stärker auf grundlegende strukturelle Herausforderungen konzentrieren, anstatt übermäßige Spekulation zu fördern.

„Ich denke, wir treten in eine Phase ein, in der Spekulation und Gegenparteirisiken Risiken sind, die wir uns schlicht nicht mehr leisten können – insbesondere wenn es um das hart erarbeitete Geld der Menschen geht“, sagte er.

Als drängenderes Problem für die globalen Märkte bezeichnete er die wachsenden Schwierigkeiten beim Umgang mit steigenden Schuldenlasten und umfassenderen makroökonomischen Verwundbarkeiten. Diese Themen sollten seiner Ansicht nach Vorrang vor der Entwicklung immer komplexerer Handelsmechanismen haben.

„Es ist gut, dass Unternehmen wie dieses an den Rändern für Liquidität sorgen. Das eigentliche Kernrisiko ist jedoch, dass unser globales Geldsystem unter Druck steht“, sagte Bandi.

Die Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund eines steigenden institutionellen Interesses an Hyperliquid. Dazu beigetragen haben insbesondere die in den vergangenen Wochen aufgelegten Spot-ETFs auf den HYPE-Token von Bitwise, 21Shares und Grayscale.

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