Ethereum vor Zinsentscheid: Anleger ziehen sich zurück - droht jetzt der Rückschlag?
| |Übersetzung überprüftZum OriginalEthereum (ETH) bewegt sich am Mittwoch in der Nähe der Marke von 1.900 US-Dollar. On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass die Erholung der vergangenen Wochen vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (FOMC) an Dynamik verliert.
Die Stimmung unter US-Anlegern am Ethereum-Markt hat sich in der vergangenen Woche eingetrübt. Der Coinbase Premium Index fiel von -0,036 auf -0,098 und gab damit einen Teil der Erholung der Vorwochen wieder ab. Der Indikator bleibt damit im negativen Bereich.
Der Coinbase Premium Index misst die prozentuale Preisdifferenz zwischen dem Handelspaar ETH/USDT auf Coinbase Pro und Binance. Er gilt als Stimmungsbarometer für die Nachfrage von US-Anlegern im Vergleich zu den globalen Ethereum-Handelsplätzen.
Während die Stimmung an den klassischen Kryptobörsen schwach bleibt, setzt sich die Erholung der US-Spot-ETFs auf Ethereum fort. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die Produkte in der vergangenen Woche bereits die dritte Woche in Folge Nettozuflüsse, die sich auf insgesamt 103,9 Millionen US-Dollar beliefen. Auch auf Tagesbasis kehrten die Mittelzuflüsse zurück: Am Montag flossen 9,23 Millionen US-Dollar in die ETFs, nachdem am Freitag noch Abflüsse von 70,62 Millionen US-Dollar registriert worden waren.
Trotz der Zuflüsse bleiben die Volumina allerdings deutlich hinter den kräftigen Mittelabflüssen zurück, die die Ethereum-ETFs in der ersten Jahreshälfte verzeichnet hatten.
Anleger reduzieren Positionen nahe der Gewinnschwelle vor FOMC-Entscheidung
Die Kapitalströme an den traditionellen Kryptobörsen blieben insgesamt zwar negativ, haben sich in der vergangenen Woche jedoch leicht nach oben entwickelt. Das deutet darauf hin, dass Kaufinteresse zwar weiterhin überwiegt, der Druck aber langsam nachlässt. Sinkende Nettoabflüsse von den Börsen gelten als Hinweis auf dominierende Käufe, während steigende Zuflüsse auf zunehmenden Verkaufsdruck hindeuten.
Mit den gestiegenen Kursen könnten Anleger vermehrt Coins an Börsen übertragen haben. Ein Großteil dieser Bestände wird derzeit mit moderaten Verlusten gehandelt. Das spricht dafür, dass Investoren weiterhin vorsichtig agieren und die jüngste Erholung nutzen, um Verluste zu begrenzen.
Ein ähnliches Bild zeigt auch die Kennzahl Spent Output Profit Ratio (SOPR), die die Profitabilität der bewegten Coins misst. Sie bewegte sich in der vergangenen Woche überwiegend zwischen 0,99 und 1,01. Das deutet darauf hin, dass die meisten der transferierten Coins in der Nähe ihrer Einstandskurse bewegt wurden.
Ein Großteil dieser veräußerten Coins dürfte von kleineren Anlegern stammen, deren Wallets zwischen 100 und 1.000 ETH halten. Diese Gruppe verringerte ihren gemeinsamen Bestand in der vergangenen Woche um rund 130.000 ETH und setzte damit ihren Verkaufstrend fort.
Die Bestände größerer Wallets mit 1.000 bis 10.000 ETH beziehungsweise 10.000 bis 100.000 ETH blieben dagegen weitgehend unverändert. Das spricht für eine neutrale Haltung dieser Anlegergruppen.
Die nachlassende Dynamik der Erholung und die überwiegend neutrale Stimmung in den On-Chain-Daten kommen unmittelbar vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Da der Markt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 30 Prozent für eine Zinserhöhung einpreist, agieren viele Anleger vorsichtig und dürften bis zum Ergebnis der Sitzung zunächst an der Seitenlinie bleiben.
Ethereum-Ausblick: ETH prallt an der 20-Tage-EMA ab und testet die 100-Tage-Linie
Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden am Ethereum-Markt Positionen im Volumen von 101,68 Millionen US-Dollar liquidiert. Davon entfielen 72,67 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.
Im Tageschart bleibt das kurzfristige Bild konstruktiv. Ethereum notiert weiterhin oberhalb der exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20 und 50 Tage bei 1.863 beziehungsweise 1.842 US-Dollar. Gleichzeitig liegt der Kurs nur knapp unter der 100-Tage-EMA bei 1.933 US-Dollar, die derzeit als Widerstand fungiert.
Auch die Momentum-Indikatoren sprechen weiter für die Käufer. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 58 Punkten, während der Stochastik-Oszillator bei etwa 65 notiert. Das deutet auf anhaltendes Kaufinteresse hin, ohne dass bereits eine überkaufte Marktlage erreicht wäre.
Auf der Unterseite bildet der Bereich zwischen der 20- und 50-Tage-EMA bei 1.863 bis 1.842 US-Dollar die erste wichtige Unterstützungszone. Darunter rückt die Marke von 1.806 US-Dollar in den Fokus. Sollte der Kurs weiter nachgeben, könnten anschließend die Unterstützungen bei 1.741 und 1.524 US-Dollar getestet werden.
Auf der Oberseite stellt die 100-Tage-EMA bei 1.933 US-Dollar den ersten Widerstand dar. Weitere Hürden liegen bei 2.018 und 2.108 US-Dollar. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marken, würden die Kursziele bei 2.211 sowie anschließend bei 2.388 und 2.746 US-Dollar in den Fokus rücken.
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