Ethereum vor dem Ausbruch? Warum die Rally trotz Kursplus auf wackligen Beinen steht
| |Übersetzung überprüftZum OriginalEthereum (ETH) hat sich nach einer längeren Phase mit Verkaufsdruck in den vergangenen Tagen allmählich wieder unter die Kontrolle der Käufer bewegt. Trotz eines Kursanstiegs von knapp 10 Prozent seit Monatsbeginn bleibt die Kaufdynamik jedoch schwach.
Die Kennzahl Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) hat sich von -0,46 auf -0,30 verbessert. Das zeigt, dass die jüngsten Kursgewinne die Verluste der Anleger zwar verringert haben, ihre Bestände aber weiterhin im Minus liegen. Erst ein deutlicherer Kursanstieg, getragen von einer stärkeren Nachfrage, würde viele Positionen wieder in die Gewinnzone bringen.
Der NUPL-Indikator für Ethereum. Quelle: CryptoQuant
Große Anleger mit Wallets von 10.000 bis 100.000 ETH verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von rund 100.000 ETH. Auf Sicht von drei Wochen blieb ihr Bestand jedoch nahezu unverändert. Auch bei kleineren Anlegern mit Wallets zwischen 100 und 1.000 ETH sowie 1.000 bis 10.000 ETH gab es im gleichen Zeitraum kaum Veränderungen.
Gleichzeitig verbuchten US-Spot-ETFs auf Ethereum laut Daten von SoSoValue erstmals seit Anfang Mai an vier Handelstagen in Folge Nettozuflüsse. Insgesamt flossen in diesem Zeitraum 91,5 Millionen US-Dollar in die Fonds. Das reichte allerdings nicht aus, um eine kräftige Aufwärtsbewegung beim Kurs auszulösen.
Ein ähnliches Bild zeigt der Coinbase Premium Index, der die Stimmung unter US-Anlegern widerspiegelt. Der Indikator verbesserte sich von einem Tief bei -0,169 auf -0,076. Das deutet darauf hin, dass sich die Nachfrage in den USA gegenüber den Vorwochen zwar erholt hat, insgesamt aber weiterhin verhalten bleibt. Auffällig ist zudem, dass sich der Index seit Jahresbeginn nie länger als 50 Tage im positiven Bereich halten konnte.
Der Coinbase Premium Index für Ethereum. Quelle: CryptoQuant
Historisch betrachtet müssen sowohl der Coinbase Premium Index als auch die Zuflüsse in Spot-ETFs auf Ethereum über einen längeren Zeitraum hoch bleiben, um eine deutliche Aufwärtsbewegung des Kurses auszulösen.
Am Terminmarkt blieb das Open Interest in der vergangenen Woche weitgehend unverändert. Das spricht für Zurückhaltung unter gehebelten Marktteilnehmern, die trotz der jüngsten Kursgewinne bislang kein zusätzliches Kapital in den Markt investieren.
Ethereum-Ausblick: ETH testet die 20-Tage-EMA
Bei Ethereum wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden Positionen im Wert von 61,6 Millionen US-Dollar liquidiert. Davon entfielen 51,5 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.
Der Kurs bleibt damit kurzfristig in einem bärischen Umfeld und notiert weiterhin unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 100 Tage bei 1.803 beziehungsweise 1.965 US-Dollar. Aktuell hält sich ETH nur knapp über der Unterstützung an der 20-Tage-EMA bei 1.714 US-Dollar. Gleichzeitig lässt die Kaufdynamik nach: Sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Stochastik-Oszillator bewegen sich mit Werten von rund 51 beziehungsweise 70 abwärts.
Auf der Unterseite bietet die 20-Tage-EMA bei 1.714 US-Dollar zunächst Unterstützung. Weitere wichtige Unterstützungszonen liegen bei 1.524 und 1.404 US-Dollar. Bei einem stärkeren Rückgang könnte zudem der langfristige Unterstützungsbereich um 1.155 US-Dollar in den Fokus rücken.
Tageschart ETH/USDT
Auf der Oberseite bildet der Bereich um die 50-Tage-EMA bei 1.803 US-Dollar sowie die horizontale Widerstandsmarke bei 1.806 US-Dollar den ersten wichtigen Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone könnte den Weg in Richtung 1.909 US-Dollar und zur 100-Tage-EMA bei 1.965 US-Dollar ebnen. Weitere Widerstände liegen anschließend bei 2.018 und 2.107 US-Dollar.
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