Ethereum-Schock: Stromverbrauch bricht um 99,9 Prozent ein – das steckt dahinter
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer Energieverbrauch von Ethereum (ETH) ist seit „The Merge“ um 99,9 Prozent gesunken. Mit dem Schritt wurde die Smart-Contract-Blockchain vom Proof-of-Work- (PoW) auf das Proof-of-Stake-Konsensverfahren (PoS) umgestellt.
In einem im vergangenen Monat veröffentlichten Bericht erklärten Forscher des Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF), dass der kontinuierliche Strombedarf von Ethereum auf 0,90 Megawatt gesunken sei. Vor „The Merge“ habe dieser noch bei rund 2,4 Gigawatt gelegen – „ein Wert, der einst mit dem Stromverbrauch eines kleinen Landes vergleichbar war“.
Nach einer Untersuchung von rund 8.522 vollständigen Netzwerkknoten, die die Daten des Netzwerks speichern und verarbeiten, stellten die Forscher fest, dass der jährliche Stromverbrauch von Ethereum inzwischen bei 7,87 Gigawattstunden liegt. Das entspricht weniger als 50 Prozent des Stromverbrauchs des Britischen Museums.
„Wenn der Energieverbrauch von Ethereum vor ‚The Merge‘ der Höhe der Freiheitsstatue entsprochen hätte, dann wäre das Netzwerk nach der Umstellung ein Golfball am Fuß ihres Sockels“, heißt es in dem Bericht.
Ethereum setzte ursprünglich auf das energieintensive Proof-of-Work-Verfahren, um Transaktionen zu validieren und die Sicherheit des Netzwerks zu gewährleisten. Dafür stand das Projekt jahrelang in der Kritik, bevor es im September 2022 schließlich auf Proof of Stake umgestellt wurde.
„Unter Proof of Work war der Stromverbrauch der Preis für den Konsens. Unter Proof of Stake wird die Sicherheit durch hinterlegtes Kapital gewährleistet, während Strom lediglich die Betriebskosten der teilnehmenden Netzwerkknoten darstellt“, heißt es in der Studie.
Die Forscher aus Cambridge hoben hervor, dass die USA (31 Prozent), Deutschland (16 Prozent), Finnland (8 Prozent) und Frankreich (6 Prozent) zusammen 62 Prozent aller vollständigen Netzwerkknoten stellen. Den Berechnungen zufolge stammt der für Ethereum genutzte Strommix zu 56,4 Prozent aus nachhaltigen Energiequellen und zu 43,6 Prozent aus fossilen Energieträgern. Dadurch belaufen sich die jährlichen Emissionen auf 2,37 Kilotonnen CO₂-Äquivalent und liegen damit 99,98 Prozent unter dem Niveau vor „The Merge“. Das entspreche in etwa dem gemeinsamen CO₂-Fußabdruck von 900 britischen Haushalten.
Zugleich weisen die Forscher darauf hin, dass der CO₂-Fußabdruck von Ethereum weiter sinken werde, selbst wenn der Stromverbrauch unverändert bleibe – vorausgesetzt, die Stromnetze, auf denen die vollständigen Netzwerkknoten betrieben werden, werden weiter dekarbonisiert.
Ethereum-Ausblick: ETH testet die 50-Tage-EMA erneut
Im Tageschart bleibt der kurzfristige Ausblick für Ethereum eingetrübt, da der Kurs weiterhin unter den exponentiell gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 100 Tage (EMA) bei 1.801 beziehungsweise 1.957 US-Dollar notiert. Gleichzeitig hält sich der Kurs über der 20-Tage-EMA bei 1.724 US-Dollar, was auf eine gewisse kurzfristige Unterstützung hindeutet. Das übergeordnete Chartbild bleibt jedoch durch mehrere Widerstandsbereiche nach oben begrenzt.
Die Momentum-Indikatoren zeigen sich konstruktiv. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 57 Punkten, während der Stochastik-Indikator mit einem Wert von rund 85 bereits den überkauften Bereich erreicht hat. Erholungsversuche könnten daher im Bereich der nahegelegenen gleitenden Durchschnitte auf Gewinnmitnahmen treffen.
Auf der Oberseite verläuft der erste Widerstand im Bereich der 50-Tage-EMA und der Marke von 1.806 US-Dollar. Darüber folgen ein horizontaler Widerstand bei 1.909 US-Dollar sowie die 100-Tage-EMA. Eine ausgeprägtere Widerstandszone liegt zwischen 2.018 und 2.107 US-Dollar.
Auf der Unterseite befindet sich die erste Unterstützung am jüngsten horizontalen Tief bei rund 1.741 US-Dollar, verstärkt durch die 20-Tage-EMA bei 1.724 US-Dollar. Fällt der Kurs darunter, rücken die nächsten Unterstützungen bei 1.524 und 1.404 US-Dollar in den Fokus. Bei einer weiteren Ausweitung der Abwärtsbewegung könnte anschließend die Marke von 1.155 US-Dollar angesteuert werden.
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