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Ethereum Prognose: Netzwerk boomt – doch der Kurs bleibt unter Druck

Nach Monaten stark fallender Kurse und eines von makroökonomischen Unsicherheiten geprägten Umfelds hat Ethereum im ersten Quartal 2026 bei den wichtigsten Kennzahlen ein gemischtes Bild gezeigt. Das geht aus einem Quartalsbericht von Token Terminal hervor.

In seinem Ethereum-Report verwies die Onchain-Analyseplattform auf rückläufige Entwicklungen bei DeFi-bezogenen Kennzahlen wie Kreditvergabe, Handelsvolumen und Gebühren. Gleichzeitig legten die Tokenisierung von Vermögenswerten und die Netzwerkleistung zu.

Der Total Value Locked (TVL), der das im gesamten Ethereum-Ökosystem gebundene Kapital misst, sank im Vergleich zum Vorquartal um 11 Prozent. Hauptgrund waren deutliche Wertverluste an den Kryptomärkten. Im Jahresvergleich liegt der TVL jedoch weiterhin 22 Prozent höher. Laut Bericht bleibt Ethereum mit einem gebundenen Kapital von 316,2 Milliarden US-Dollar klar führend unter den großen Blockchains und weist gegenüber Tron, Solana, BNB Chain und Plasma zusammen einen Vorsprung von 71 Prozent auf.

Token Terminal zufolge belief sich das durchschnittliche Volumen aktiver Kredite im Ethereum-Ökosystem im ersten Quartal auf 21,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Maßgeblich dazu beigetragen habe ein Rückgang der Kreditaktivitäten bei Aave um 24 Prozent. Im Berichtszeitraum verließen mehrere wichtige Entwickler und Mitwirkende das Projekt, darunter die Aave Chan Initiative (ACI), BGD Labs und Chaos Labs. Trotz des Rückgangs bleibt Ethereum Marktführer bei aktiven Krediten und vereint 79,2 Prozent des Volumens der fünf größten Blockchains in diesem Segment auf sich.

Beim Handelsvolumen auf dezentralen Spotbörsen belegt Ethereum weiterhin den zweiten Platz hinter der BNB Chain. Das Volumen lag im ersten Quartal bei 134,5 Milliarden US-Dollar und damit 24 Prozent unter dem Vorquartal sowie 31,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Den Großteil des Handels auf Ethereum entfielen auf Uniswap, Curve und CoW Swap.

Im Bereich der Tokenisierung blieb die Marktkapitalisierung tokenisierter Vermögenswerte mit 203,4 Milliarden US-Dollar weitgehend stabil. Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies einem Rückgang von 0,7 Prozent, im Jahresvergleich steht jedoch ein Plus von 42,9 Prozent. Stablecoins dominieren diesen Markt auf Ethereum mit einem Anteil von 87,9 Prozent beziehungsweise 178,9 Milliarden US-Dollar. Allerdings lag dieser Wert 2,3 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals.

Das Volumen tokenisierter Fonds stieg auf 19,4 Milliarden US-Dollar. Die stärkste Expansion verzeichneten tokenisierte Rohstoffe mit 4,7 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Nahezu das gesamte Wachstum entfiel auf Gold. Ethereum vereint dabei 84 Prozent des Marktes für tokenisierte Rohstoffe unter den fünf größten Blockchains auf sich.

Mit Blick auf das Wachstum tokenisierter Vermögenswerte auf Ethereum erklärte Etherealize: „Institutionen, die tokenisierte Finanzanwendungen entwickeln, entscheiden sich nicht aus ideologischen Gründen für Ethereum, sondern weil Liquidität, Kompatibilität und institutionelle Akzeptanz bereits vorhanden sind.“

„Jeder neue tokenisierte Vermögenswert erhöht die Liquidität und zieht weitere Projekte an. Eine neutrale Infrastruktur bleibt dabei die einzige stabile Lösung, weil große Marktteilnehmer niemals bereit sein werden, sich auf die Infrastruktur eines Wettbewerbers zu verlassen“, ergänzte Etherealize.

Netzwerkaktivität steigt dank höherer Kapazität kräftig an

Dem Bericht zufolge stieg die Zahl monatlich aktiver Adressen auf Ethereum im ersten Quartal auf durchschnittlich 13,2 Millionen und erreichte damit einen Rekordwert. Das entspricht einem Anstieg von 53,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 85,9 Prozent im Jahresvergleich. Die wachsende Nutzerbasis führte auch zu einem Anstieg der Transaktionszahlen auf 200,4 Millionen. Das entspricht einem Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 81,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Transaktionskapazität erhöhte sich ebenfalls auf einen Rekordwert von 25,78 Transaktionen pro Sekunde und lag damit 41,2 Prozent über dem Vorquartal.

Trotz der stark gestiegenen Netzwerkaktivität fielen die Gebühreneinnahmen im ersten Quartal auf 39,9 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 47,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 81,9 Prozent im Jahresvergleich. Hintergrund ist die durch das Fusaka-Upgrade im vergangenen Dezember deutlich ausgeweitete Datenkapazität, wodurch die durchschnittlichen Transaktionskosten sanken.

„Hier zeigt sich das Jevons-Paradoxon. Wir erwarten, dass die steigende Gesamtnachfrage im Netzwerk die niedrigeren Gebühren mehr als ausgleichen wird – ähnlich wie die Halbleiterindustrie heute um ein Vielfaches höhere Umsätze erzielt als 1975, als Intel-Mitgründer Gordon Moore feststellte, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Mikrochip etwa alle zwei Jahre verdoppelt“, erklärte Etherealize.

Auf der anderen Seite führten mehrere Berichte zu Jahresbeginn den starken Anstieg der Netzwerkaktivität auch auf eine Zunahme sogenannter Address-Poisoning-Angriffe zurück. Diese Entwicklung sei durch das niedrige Gebührenniveau nach den jüngsten Netzwerk-Upgrades begünstigt worden.

Bei der Bewertung von Ethereum sank die vollständig verwässerte Marktkapitalisierung von ETH im ersten Quartal auf 290 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 30,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz des Kursrückgangs stieg das Verhältnis der Marktkapitalisierung gestakter ETH zur gesamten ETH-Marktkapitalisierung von 0,28 auf 0,31.

Ethereum Prognose: ETH fällt unter wichtige Trendlinie

Im Tageschart bleibt das kurzfristige Bild für Ethereum angeschlagen. Der Kurs notiert weiterhin unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage, die sich im Bereich zwischen rund 1.784 und 2.100 US-Dollar befinden. Der jüngste Bruch der zuvor steigenden Unterstützungslinie, die nun im Bereich von 1.751 US-Dollar als Widerstand fungiert, spricht für ein Marktumfeld mit anhaltendem Verkaufsdruck. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei etwa 38 Punkten und signalisiert eine weiterhin schwache, zuletzt aber etwas stabilere Abwärtsdynamik.

Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand bei 1.741 US-Dollar. Darüber folgen der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 1.784 US-Dollar sowie eine weitere Hürde bei 1.806 US-Dollar. Anschließend könnten Verkäufer im Bereich von 1.909 US-Dollar und am 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 1.944 US-Dollar wieder aktiver werden. Darüber rückt die Widerstandszone zwischen 2.018 und 2.108 US-Dollar sowie der 100-Tage-Durchschnitt bei rund 2.100 US-Dollar in den Fokus.

Auf der Unterseite würde ein Bruch der jüngsten Tiefs den Weg in Richtung der Unterstützung bei 1.524 US-Dollar freimachen. Weitere Auffangzonen liegen bei 1.405 US-Dollar und anschließend bei 1.156 US-Dollar. Dort dürfte verstärkt Kaufinteresse aufkommen und einen weiteren Kursrückgang bremsen.

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