Bitcoin unter Druck: Fed-Zinsentscheid und BitMEX-Aus sorgen für Nervosität
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer Bitcoin ist am Mittwoch unter die Marke von 64.000 US-Dollar gefallen. Anleger reagieren laut einer Analyse von K33 auf die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Fed sowie auf die Schließung mehrerer Kryptobörsen.
BitMEX-Aus steht für Wandel im Kryptomarkt
In einer am Dienstag veröffentlichten Analyse schreibt K33, dass die Schließung von BitMEX das Ende einer prägenden Ära im Markt für Krypto-Derivate markiere. Die Handelsplattform habe maßgeblich dazu beigetragen, unbefristete Futures (Perpetual Swaps) populär zu machen und Vertragsstandards zu etablieren, die später auch von großen Wettbewerbern wie Binance und Bybit übernommen wurden.
In den vergangenen Jahren habe die Bedeutung der Plattform jedoch deutlich nachgelassen. Nach Angaben von K33 entfielen auf BitMEX einst rund 40 Prozent des außerbörslichen Open Interest bei Bitcoin-Derivaten. Bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 sei dieser Anteil jedoch auf lediglich 0,6 Prozent gesunken.
„Die Schließung kommt nicht überraschend. Seit 2020 hat die Börse kontinuierlich an Bedeutung verloren, während die Handelsvolumina eingebrochen sind“, schrieb K33.
Das Analysehaus führt den beschleunigten Niedergang unter anderem auf das Vorgehen des US-Justizministeriums gegen die Plattform im Jahr 2020 zurück. Zudem hätten neue Wettbewerber im Derivatehandel, veränderte Marktstrukturen und regulatorischer Druck die Bedeutung von BitMEX weiter geschwächt.
„BitMEX ist die prominenteste Börse, die in diesem Sommer ihre Abwicklung angekündigt hat – vor allem wegen ihrer früheren dominierenden Marktstellung“, so K33.
Auch BitMart und AscendEX hätten ihre Schließung angekündigt. Das deute auf einen breiteren Druck auf Offshore-Kryptobörsen hin. Zwar hätten zunehmender institutioneller Wettbewerb und regulatorische Vorgaben wie das europäische MiCA-Regelwerk zu den Herausforderungen beigetragen, ausschlaggebend seien nach Einschätzung von K33 jedoch vor allem rückläufige Handelsvolumina und sinkende Einnahmen.
Unsicherheit vor Fed-Entscheidung belastet Bitcoin
Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse ist die Unsicherheit vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank. Am Markt wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 66,3 Prozent gerechnet, dass die Fed die Leitzinsen unverändert lässt. Die Chance auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte liegt bei 33,7 Prozent. Das verdeutliche die ungewöhnlich gespaltenen Erwartungen der Marktteilnehmer.
Laut K33 ist die Unsicherheit auch darauf zurückzuführen, dass Fed-Chef Kevin Warsh die geldpolitische Kommunikation im Vorfeld von Sitzungen weniger stark über Ausblicke steuert. Dadurch verfügten die Märkte vor den Entscheidungen über weniger Orientierung.
Auch die Inflationsdaten lieferten zuletzt widersprüchliche Signale. Zwar habe sich der Preisauftrieb nach der Beschleunigung im April und Mai wieder abgeschwächt. Gleichzeitig verwies K33 auf steigende Ölpreise, Störungen in der Straße von Hormus sowie neue Zollvorschläge von US-Präsident Donald Trump als Risiken, die die Inflation hoch halten könnten.
Diese Unsicherheit könnte die Kursschwankungen rund um den Zinsentscheid erhöhen. K33 geht jedoch davon aus, dass die Auswirkungen auf den Bitcoin geringer ausfallen dürften als in früheren Phasen ausgeprägter geldpolitischer Unsicherheit.
Zugleich ist die 30-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq-Index auf 0,43 gesunken und bewegt sich damit nahe dem unteren Ende ihrer Fünfmonatsspanne. K33 führt die schwächere Entwicklung darauf zurück, dass der Bitcoin weiterhin in einer engen Handelsspanne nahe mehrjähriger Tiefstände verharrt, während der Nasdaq seine Aufwärtsdynamik beibehalten habe.
Auch der Gesamtmarkt zeigt bereits Anzeichen einer vorsichtigeren Haltung. Die größte Kryptowährung verlor innerhalb der vergangenen Woche knapp vier Prozent. Das durchschnittliche tägliche Spot-Handelsvolumen sank im Vergleich zur Vorwoche um vier Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar.
Nach Einschätzung von K33 steuert der Juli damit auf das niedrigste durchschnittliche monatliche Spot-Handelsvolumen bei Bitcoin seit November 2023 zu.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei 63.642 US-Dollar und damit rund zwei Prozent niedriger als 24 Stunden zuvor.
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