Bitcoin-Schock: Strategy verkauft Tausende Coins – Jetzt bröckelt der große Krypto-Mythos
| |Übersetzung überprüftZum OriginalDer Bitcoin (BTC) ist am Montag kurzzeitig unter die Marke von 63.000 US-Dollar gefallen, nachdem Strategy den Verkauf von 3.588 Bitcoin aus seiner Unternehmensreserve bekanntgegeben hatte. Das Unternehmen nahm damit rund 216 Millionen US-Dollar ein.
Nach Angaben aus einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Mitteilung (Formblatt 8-K) wurden die Erlöse zur Finanzierung von Dividendenzahlungen im Rahmen des Digital Credit Capital Framework verwendet. Es handelt sich um den ersten Bitcoin-Verkauf im Rahmen des kürzlich genehmigten BTC Monetization Program sowie um die zweite Rückzahlung des Unternehmens in diesem Jahr.
Strategy finanziert Dividenden mit Bitcoin-Verkauf
Die Verkäufe fanden zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli statt. Dabei veräußerte Strategy an den ersten beiden Tagen des Zeitraums 1.363 Bitcoin und zwischen dem 1. und 5. Juli weitere 2.225 Bitcoin.
Die Einnahmen dienten zur Finanzierung von Dividendenzahlungen für die Vorzugsaktien-Serien STRF, STRE, STRK, STRD sowie der monatlichen Juni-Dividende für STRC. Zudem stockte Strategy den Teil seiner US-Dollar-Reserve wieder auf, der für diese Verpflichtungen vorgesehen ist.
Nach dem Verkauf hält Strategy nach eigenen Angaben noch 843.775 Bitcoin. Diese Bestände wurden zu Gesamtkosten von rund 63,69 Milliarden US-Dollar erworben, was einem durchschnittlichen Kaufpreis von 75.476 US-Dollar je Bitcoin entspricht.
Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine US-Dollar-Reserve von 2,55 Milliarden US-Dollar. Diese ist für Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien sowie Zinszahlungen auf ausstehende Schulden vorgesehen.
Der Verkauf folgt auf die Genehmigung des BTC Monetization Program in der vergangenen Woche. Dieses erlaubt Strategy, durch gezielte Bitcoin-Verkäufe bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar zu erlösen.
Die Mittel können zur Stärkung der US-Dollar-Reserve, zur Finanzierung von Dividenden auf Vorzugsaktien und des Schuldendienstes eingesetzt werden, sofern dies vorteilhafter ist als die Ausgabe neuer Aktien. Zudem können sie für Aktienrückkäufe verwendet werden.
Strategy betonte, dass das gesamte Volumen von 1,25 Milliarden US-Dollar im Rahmen des Monetisierungsprogramms trotz der jüngsten Transaktion weiterhin zur Verfügung stehe. Zugleich teilte das Unternehmen mit, für das zweite Quartal einen Verlust von 8,32 Milliarden US-Dollar auf seine digitalen Vermögenswerte zu erwarten. Davon entfallen 8,31 Milliarden US-Dollar auf nicht realisierte Verluste und rund 900.000 US-Dollar auf realisierte Verluste. Zum 30. Juni belief sich der Buchwert der digitalen Vermögenswerte auf 49,67 Milliarden US-Dollar.
Das BTC Monetization Program ist Teil des umfassenderen Digital Credit Capital Framework von Strategy. Ziel ist es, die Liquidität zu verbessern und das Kreditprofil des Unternehmens zu stärken, ohne die langfristige Strategie zum Aufbau einer Bitcoin-Unternehmensreserve aufzugeben.
Lacie Zhang, Research-Analystin bei Bitget Wallet, erklärte, der Verkauf komme für den Markt nicht überraschend, da das Unternehmen bereits zuvor signalisiert habe, bei Bedarf Teile seiner Bestände veräußern zu können.
„Entscheidender ist, dass jeder tatsächliche Verkauf die Wahrnehmung des ‚Niemals verkaufen‘-Prinzips rund um das Bitcoin-Treasury-Modell schwächt und den Druck auf die Kapitalstruktur wieder stärker in den Fokus rückt“, sagte Zhang gegenüber FXStreet. „Die heutige Marktreaktion dürfte deshalb weniger mit dem Umfang des Verkaufs zusammenhängen als vielmehr mit dem Vertrauensabschlag, der entsteht, wenn diese Verkäufe tatsächlich umgesetzt werden.“
Eine ähnliche Einschätzung äußerte Mike McCluskey, Mitgründer von TX.
„Diese Entwicklung stellt die Tragfähigkeit der Unternehmensstrategie eines ‚Niemals verkaufen‘-Bitcoin-Treasasuries infrage. Die Überzeugung, die in den vergangenen 24 Monaten die institutionelle Nachfrage getragen hat, trifft nun auf die Realität des Drucks auf die Unternehmensbilanz“, schrieb McCluskey in einer Mitteilung an FXStreet. „Mit Blick auf die bevorstehende Berichtssaison dürfte die Diskussion über Unternehmensbestände, die unter dem Einstandspreis liegen, weiter an Intensität gewinnen. Die Marke von 60.000 US-Dollar bleibt dabei die entscheidende technische und psychologische Grenze – insbesondere vor dem Hintergrund des erzwungenen Ausstiegs von Strategy bei 60.201 US-Dollar.“
Nach der Ankündigung von Strategy fiel der Bitcoin zeitweise unter 62.000 US-Dollar, erholte sich im weiteren Verlauf jedoch wieder auf über 63.000 US-Dollar.
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