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Bitcoin-Schock: Fast alle neuen Anleger tief im Minus

Der jüngste Rückgang des Bitcoin-Kurses (BTC) in Richtung der Marke von 60.000 US-Dollar hat den Markt laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von Glassnode weiter in den Abwärtstrend gedrückt. Vor allem neue Anleger verzeichneten dabei hohe nicht realisierte Verluste.

Nach Einschätzung des Analysehauses erscheint die Kursrally vom Mai inzwischen zunehmend als sogenannte „Bärenmarkterholung“. Ein Hinweis darauf sei das Verhältnis AVIV Ratio, das den Bitcoin-Spotpreis mit dem sogenannten True Market Mean vergleicht. Der Indikator fiel auf einen Vierjahres-Tiefstand beim Z-Score von minus 1,09 und erholte sich anschließend leicht auf minus 1,06.

„Dass sich der Preis in der vergangenen Woche nicht deutlich von diesem zyklischen Tief lösen konnte, unterstreicht die anhaltende Angst in der aktuellen Marktstimmung“, schrieb Glassnode.

AVIV Ratio mit Vierjahres-Z-Score. Quelle: Glassnode

Jüngste Bitcoin-Käufer sitzen wegen Marktturbulenzen auf steigenden Buchverlusten

Auch Käufer der vergangenen Monate litten unter der Kursschwäche. Das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert bei kurzfristigen Investoren (STH-MVRV) fiel auf 0,81 und erholte sich anschließend leicht auf 0,83. Dies deutet darauf hin, dass kurzfristig orientierte Anleger im Durchschnitt weiterhin rund 17 bis 19 Prozent im Minus liegen. Auch Bitcoin-Bestände, die im Mai im Bereich zwischen 78.000 und 82.000 US-Dollar aufgebaut wurden, werden überwiegend mit Verlust gehalten.

STH-MVRV und Kostenbasis kurzfristiger Halter. Quelle: Glassnode

Glassnode verwies zudem auf erheblichen Druck bei neueren Marktteilnehmern. Der Anteil der kurzfristig gehaltenen Bitcoin-Bestände mit Gewinn sank zeitweise auf lediglich 0,6 Prozent und erholte sich später leicht auf 3,3 Prozent. Damit liegt der Wert deutlich unter dem Vierjahresdurchschnitt von 55 Prozent.

„Praktisch betrachtet befindet sich derzeit mehr als 95 Prozent der jüngsten Käuferkohorte im Minus“, erklärte Glassnode. Derartige Werte seien in der Vergangenheit häufig mit Kapitulationsphasen zusammengefallen, in denen die Märkte besonders anfällig für weitere Kursverluste gewesen seien.

Nach Ansicht des Analysehauses wird eine stärkere Nachfrage erforderlich sein, um einen weiteren Abwärtsschub zu verhindern. Die institutionelle Spot-Nachfrage über Coinbase bleibe verhalten. Der Coinbase Premium Index notiere weiterhin im negativen Bereich.

CryptoQuant sieht Bitcoin trotz schwacher Nachfrage noch nicht am Zyklustief

Daten von CryptoQuant deuten hingegen darauf hin, dass Bitcoin mit dem Rückgang auf 59.000 US-Dollar noch immer rund neun Prozent über dem realisierten Preis von 53.600 US-Dollar liegt. Dieser Wert entspricht der aggregierten On-Chain-Kostenbasis aller Marktteilnehmer.

Bitcoin: Realisierte Preisbänder. Quelle: CryptoQuant

Historisch betrachtet bildete Bitcoin wichtige Tiefpunkte in Bärenmärkten meist auf oder leicht unterhalb des realisierten Preises. Dazu zählt auch der Kurssturz während des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX im November 2022.

Gleichzeitig verwies CryptoQuant auf die schwache Nachfrage nach der Kryptowährung. Die kombinierte Kennzahl aus spekulativer Aktivität am Terminmarkt und sichtbarer Spot-Nachfrage fiel innerhalb der vergangenen 30 Tage auf minus 652.000 Bitcoin. Dies entspricht dem stärksten wöchentlichen Nachfragerückgang seit Januar 2022.

Zudem habe sich die Veränderung der sichtbaren Nachfrage auf Jahressicht ins Negative gedreht. Dies deute darauf hin, dass es inzwischen weniger Bitcoin-Käufer gebe als noch vor einem Jahr.

Auch die institutionelle Beteiligung habe weiter nachgelassen. Laut CryptoQuant fiel das Nachfragewachstum bei Spot-Bitcoin-ETFs innerhalb von 30 Tagen auf minus 74.000 Bitcoin. Dies sei der schwächste Wert seit Einführung der US-Spot-ETFs.

„Anstatt den Verkaufsdruck aus der Verteilung in einem Bärenmarkt aufzufangen, tragen ETFs inzwischen zur Ausweitung des Nettoangebots bei, da Investoren ihre Bitcoin-Positionen reduzieren“, heißt es in dem Bericht.

Trotz der zunehmenden Verluste sieht CryptoQuant bislang keine Kapitulation in dem Ausmaß, das typischerweise an Zyklustiefs zu beobachten sei. Bitcoin-Anleger realisierten im vergangenen Monat Verluste von rund 187.000 Bitcoin. Während des durch den FTX-Kollaps ausgelösten Ausverkaufs beliefen sich die realisierten Verluste dagegen auf rund 1,2 Millionen Bitcoin.

Bitcoin Nettogewinne und -verluste. Quelle: CryptoQuant

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei 62.100 US-Dollar und damit 0,5 Prozent höher als 24 Stunden zuvor.

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