Bitcoin rutscht Richtung 65.000 Dollar – Streit um Marktmanipulation
| |Übersetzung überprüftZum OriginalBitcoin ist am Freitag in Richtung 65.000 US-Dollar gefallen, nachdem mehrere Marktexperten Vorwürfe zurückgewiesen haben, das Handelshaus Jane Street habe den Kurs gezielt gedrückt.
Die Kryptowährung gab im Tagesverlauf bis auf 65.000 Dollar nach, während sich erneut Unsicherheit am Markt ausbreitete. Im Mittelpunkt der jüngsten Spekulationen steht Jane Street, ein auf Hochfrequenzhandel spezialisiertes Unternehmen, dem vorgeworfen wird, den Bitcoin-Preis über seine Rolle als autorisierter Teilnehmer bei börsengehandelten Bitcoin-Spotfonds zu beeinflussen.
An Fahrt gewannen die Vorwürfe, nachdem eine Klage das Unternehmen mit dem Zusammenbruch von Terraform Labs im Jahr 2022 in Verbindung brachte. In viel beachteten Beiträgen in sozialen Medien wurde behauptet, Jane Street führe systematische Verkäufe um 10.00 Uhr US-Zeit durch. Demnach soll das Unternehmen täglich zum US-Börsenstart Bitcoin veräußern, um ETF-Positionen abzusichern und die Kurse zu drücken.
Mehrere Marktanalysten und Branchenexperten wiesen diese Darstellung jedoch zurück und verwiesen auf ein grundlegendes Missverständnis hinsichtlich der Funktionsweise von ETF-Arbitrage und Marktmechanismen.
Der Investmentchef von Bitwise, Matt Hougan, bezeichnete die Anschuldigungen in einem Beitrag auf der Plattform X am Donnerstag als weiteres Beispiel wiederkehrender Verschwörungserzählungen im Kryptomarkt. Ähnliche Vorwürfe seien in der Vergangenheit bereits gegen Unternehmen wie Binance und Wintermute erhoben worden.
Hougan führte die Kursschwäche von Bitcoin auf Investoren zurück, die ihre Bestände am Kassamarkt veräußerten, gehebelte Positionen abbauten und gedeckte Kaufoptionen schrieben. Zudem verwies er auf breitere zyklische Belastungsfaktoren sowie neue Sorgen im Zusammenhang mit aufkommenden Technologien wie dem Quantencomputing.
„Der wahre Grund, warum Bitcoin fällt, ist, dass eine Reihe von Investoren, die auf steigende Kurse gesetzt hatten, ihr Bitcoin-Engagement verkauft haben“, schrieb er.
Ein Großteil der intensiven Verkaufswelle könnte inzwischen bereits abgearbeitet sein, fügte er hinzu und deutete an, dass der Markt möglicherweise eine Bodenbildung einleite.
„Das ist ein klassischer Krypto-Winter, und es wird einen klassischen Krypto-Frühling geben. Die Menschen wollen jemandem die Schuld geben – aber die Realität ist weitaus langweiliger“, ergänzte er.
Auch der Ökonom und Trader Alex Krüger wies Manipulationsvorwürfe zurück und sprach von einer fehlerhaften Verschwörungstheorie. In einer Reaktion auf einen Beitrag des Investmentchefs von ProCap, Jeff Park, erklärte Krüger, dass es für die Nachfrage letztlich keinen Unterschied mache, ob ein autorisierter Teilnehmer oder ein Basis-Trader am Kassamarkt Bitcoin kaufe, um eine Arbitragelücke zu schließen.
Autorisierte Teilnehmer und Basis-Trader trügen dazu bei, Preise von ETFs, Futures-Kontrakten und dem Kassamarkt in Einklang zu bringen, und seien zentrale Elemente der Preisfindung – nicht der Preisunterdrückung, betonte Krüger.
Eine weitergehende Analyse von Vetle Lunde, Forschungschef bei K33, nahm die verbreitete Behauptung zu Verkäufen um 10.00 Uhr genauer unter die Lupe. Auf Basis von 606.513 Minuten an Bitcoin-Renditedaten zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 26. Februar 2026 stellte Lunde fest, dass die durchschnittliche Rendite um 10.00 Uhr bei 0,207 Basispunkten lag. Damit belegte dieser Zeitpunkt Rang 359 der stärksten Handelsminuten des Tages und gehörte zu den oberen 25 Prozent aller gemessenen Minuten.
Selbst in einem enger gefassten Zeitraum von November 2025 bis Februar 2026, in dem die durchschnittliche Rendite um 10.00 Uhr mit minus 1,41 Basispunkten etwas schwächer ausfiel, handele es sich um Bewegungen im Rahmen normaler Volatilität, betonte Lunde. Zu dieser Uhrzeit sorgten häufig die Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten sowie die Öffnung der Aktienmärkte für kurzfristige Kursschwankungen.
Die erneute Fokussierung auf Jane Street folgt auf eine Klage des gerichtlich bestellten Verwalters, der die Abwicklung von Terraform Labs überwacht. In der Klageschrift wird Jane Street vorgeworfen, beim Zusammenbruch des Terra/Luna-Ökosystems im Mai 2022 Insiderinformationen genutzt zu haben, um sich durch vorgezogene Transaktionen Vorteile zu verschaffen.
Die Anklagebehörden gehen davon aus, dass das Unternehmen potenzielle Verluste von mehr als 200 Millionen US-Dollar vermieden habe und zugleich zu einem breiteren Markteinbruch beigetragen habe, durch den im Terra-Ökosystem Vermögenswerte im Umfang von rund 40 Milliarden Dollar vernichtet worden seien.
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