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Bitcoin Prognose: Kommt jetzt die Wende? Experten sehen Hoffnung trotz Verkaufsdruck

Der Bitcoin (BTC) könnte sich nach Einschätzung der Analysten von K33 kurzfristig von dem starken Verkaufsdruck erholen. Hintergrund seien Umschichtungen in den Portfolios zum Quartalsende, die den Zuflüssen in Spot-Bitcoin-ETFs neuen Schwung verleihen könnten, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Nach Angaben des Analysehauses zählt der massive Verkaufsdruck bei ETFs inzwischen zu den wichtigsten Belastungsfaktoren für die jüngste Schwäche des Bitcoins. Die Nettozuflüsse über fünf Handelstage seien in der vergangenen Woche auf minus 34.267 BTC eingebrochen und hätten damit den zweithöchsten Fünf-Tages-Abfluss seit Beginn der Datenerfassung markiert.

1-Wochen-Zuflüsse bei Bitcoin-ETFs. Quelle: K33

Verkaufsdruck bei Bitcoin-ETFs könnte durch Umschichtungen zum Quartalsende nachlassen

Trotz der hohen Abflüsse könnte die Umschichtung institutioneller Portfolios zum Quartalsende dem Markt in den kommenden Wochen vorübergehend Entlastung verschaffen, so K33.

„Während wir auf das Ende eines weiteren Quartals mit einer deutlichen Underperformance von BTC warten, könnten Umschichtungen die ETF-Zuflüsse in der kommenden Woche erneut von negativ auf positiv drehen“, schrieb K33-Forschungschef Vetle Lunde.

Nach Angaben des Unternehmens wichen die ETF-Zuflüsse in neun der vergangenen 18 Monate während der sechs Handelstage rund um das Monatsende vom übrigen Monatstrend ab.

Mehrfach seien Phasen, in denen sich der Bitcoin schlechter entwickelte als der S&P 500, anschließend von stärkeren ETF-Zuflüssen gefolgt worden, da Investoren ihre Bitcoin-Positionen im Zuge der Portfolioumschichtungen erhöhten.

Monatliche Bitcoin-Rendite im Vergleich zum S&P 500 sowie ETF-Zuflüsse drei Tage vor und nach Monatsende. Quelle: K33

K33 betonte jedoch, dass dieser Zusammenhang bislang nicht konstant genug gewesen sei, um als verlässliches Marktsignal zu gelten. In den übrigen neun Monaten habe sich dieses Muster nicht bestätigt. Umschichtungen seien daher lediglich einer von mehreren Faktoren, die die Nachfrage nach ETFs beeinflussten.

„Sollte dieser Zusammenhang bestehen bleiben, könnten Umschichtungen zum Quartalsende dem Bitcoin in den ersten Handelstagen des Juli die dringend benötigte Entlastung verschaffen“, heißt es in dem Bericht.

Zudem untersuchte K33 die jüngsten Veränderungen bei Strategy. Demnach reduziere die ausgeweitete Liquiditätsreserve des Unternehmens die unmittelbaren Sorgen vor erzwungenen Bitcoin-Verkäufen, bringe zugleich aber neue Unsicherheiten mit sich.

Laut dem Bericht erhöhte Strategy seine Liquiditätsreserve auf 2,55 Milliarden US-Dollar. Dadurch verlängere sich die Deckung der Dividenden für Vorzugsaktien von bislang rund zehn auf mehr als 17 Monate.

Darüber hinaus führte das Unternehmen ein Bitcoin-Monetarisierungsprogramm ein. Dieses erlaubt den Verkauf von Bitcoin im Umfang von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar, um Verpflichtungen zu finanzieren und eigene Aktien zurückzukaufen.

„Die Möglichkeit, dass aus den Beständen von 847.363 BTC Verkäufe erfolgen, bleibt ein Risiko für die Marktstimmung – insbesondere dann, wenn Anleger weiterhin einen möglichen Teufelskreis befürchten, in dessen Verlauf Strategy letztlich die Dividenden auf seine Vorzugsaktien aussetzt“, ergänzte K33.

Wintermute: Weitere Kursverluste vor einem Boden möglich

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen die Analysten von Wintermute in einem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Bericht. Zwar deuteten mehrere Indikatoren darauf hin, dass sich der Bitcoin-Bärenmarkt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinde, ein eindeutiger Tiefpunkt sei jedoch noch nicht erreicht.

Wintermute verweist auf die ausgesprochen schwache Marktstimmung. So verharrt der Crypto Fear & Greed Index im Bereich extremer Angst, während gleichzeitig ein wachsender Anteil des umlaufenden Bitcoin-Angebots derzeit mit Verlust gehalten wird.

Auch das neue Finanzierungskonzept von Strategy bewertet das Unternehmen als Maßnahme, die das Risiko einer ungeordneten Abwicklung verringere, zugleich aber das schwierige Marktumfeld unterstreiche.

„Wenn ein Unternehmen, das Bitcoin als Treasury-Reserve hält, sich nun das Recht vorbehält, Bitcoin zur Finanzierung seiner Dividenden zu verkaufen, sagt das viel darüber aus, an welchem Punkt des Marktzyklus wir uns befinden“, schrieb Wintermute.

Nach Einschätzung der Analysten hat der Bitcoin seine Tiefpunkte historisch nur selten in den Sommermonaten erreicht, da das geringe Handelsvolumen größere Käufe erschwere.

Wintermute rechnet daher bis September oder Oktober mit weiterem Abwärtspotenzial, bevor – abhängig vom makroökonomischen Umfeld – eine Erholung einsetzen könnte.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei 58.690 US-Dollar und damit rund zwei Prozent unter dem Niveau des Vortages.

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