Bitcoin-Absturz reißt Strategy tief ins Minus – Coinbase enttäuscht Anleger
| |Übersetzung überprüftZum OriginalStrategy hat im zweiten Quartal 2026 einen operativen Verlust von 8,33 Milliarden US-Dollar verbucht. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht hervor. Hauptgrund war ein nicht realisierter Bewertungsverlust von 8,32 Milliarden Dollar auf die Bitcoin-Bestände des Unternehmens, nachdem die Kryptowährung im Berichtszeitraum deutlich an Wert verloren hatte.
Bitcoin-Bewertungsverluste belasten Quartalszahlen von Strategy
Unter dem Strich wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 24,45 Dollar je verwässerter Aktie aus. Der den Stammaktionären zurechenbare Nettoverlust belief sich nach Berücksichtigung von Vorzugsdividenden in Höhe von 400,7 Millionen Dollar auf 8,62 Milliarden Dollar.
Trotz des hohen Quartalsverlusts baute Strategy seine Bitcoin-Reserven weiter aus. Das Unternehmen hält inzwischen 843.775 Bitcoin mit einem gesamten Einstandswert von 63,69 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn habe das Unternehmen eine BTC-Rendite von 4,5 Prozent erzielt. Das entspreche einem Zuwachs von 29.997 Bitcoin beziehungsweise einem Wertgewinn von 1,95 Milliarden Dollar auf Basis des Marktpreises vom 27. Juli.
„Im zweiten Quartal 2026 hat Strategy seine Bilanz weiter gestärkt und gleichzeitig einen deutlichen Rückgang des Bitcoin-Kurses bewältigt“, erklärte Vorstandschef und Präsident Phong Le.
Er ergänzte, dass das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände im Quartal um 11 Prozent auf rund 846.000 Bitcoin erhöht, die Wandelanleihen um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar reduziert und die Dollar-Reserve um 12 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar ausgebaut habe.
Die Quartalszahlen zeigen zudem eine wachsende Bedeutung der Vorzugsaktien und der Kapitalmarktprogramme für die Finanzierung. Seit Jahresbeginn nahm Strategy über die Ausgabe von STRC-Wertpapieren 7,53 Milliarden Dollar auf und zahlte bislang insgesamt 1,06 Milliarden Dollar an Dividenden auf seine Vorzugsaktien.
Die Dollar-Reserve beläuft sich inzwischen auf 3,75 Milliarden Dollar und deckt damit nach Unternehmensangaben mehr als 2,1 Jahre an Dividenden- und Zinsverpflichtungen ab. Zudem kaufte Strategy STRC-Papiere mit einem Nominalwert von 28,9 Millionen Dollar für 25 Millionen Dollar zurück, was einem Abschlag von 13 Prozent auf den Nennwert entspricht.
Finanzchef Andrew Kang erklärte, das Unternehmen habe trotz des jüngsten Bitcoin-Rückgangs inzwischen 18 Quartale in Folge Dividenden gezahlt. Die sogenannte BTC Hurdle ARR, die den aktuellen effektiven Finanzierungssatz des Unternehmens widerspiegele, liege bei 10,8 Prozent.
Strategy kündigte zudem an, bei günstigen Marktbedingungen weiterhin Bitcoin zu verkaufen, um die Dollar-Reserve wieder aufzufüllen. Künftige Kapitalaufnahmen sollen außerdem nicht ausschließlich dem Erwerb weiterer Bitcoin dienen.
Die Aktie von Strategy legte im regulären Handel um 4,73 Prozent zu. Nachbörslich geriet das Papier jedoch unter Druck.
Coinbase steigert Marktanteil – Umsatz fällt dennoch deutlich
Auch Coinbase legte ein schwächeres zweites Quartal vor. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 359 Millionen Dollar beziehungsweise 1,36 Dollar je Aktie und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück, die lediglich mit einem Verlust von 0,01 Dollar je Aktie gerechnet hatten.
Trotz der schwächeren Umsatzentwicklung verringerte Coinbase seine Abhängigkeit von Gebühren aus dem Bitcoin-Spothandel weiter und baute andere Krypto-Finanzdienstleistungen im zweiten Quartal aus.
Die Handelsplattform erreichte einen Rekordmarktanteil von 10,3 Prozent am Kryptohandelsvolumen, nach 9,1 Prozent im ersten Quartal. Damit war es bereits das dritte Quartal in Folge mit Marktanteilsgewinnen. Das Geschäft mit Prognosemärkten legte gegenüber dem Vorquartal beim Vertragsvolumen und den Erlösen um 106 Prozent zu und überschritt auf annualisierter Basis die Marke von 100 Millionen Dollar Umsatz.
Nach Angaben des Unternehmens stammten 88 Prozent der Nettoerlöse im zweiten Quartal aus Bereichen außerhalb des Bitcoin-Spothandels. Die Erlöse aus Abonnements und Dienstleistungen beliefen sich auf 555 Millionen Dollar und machten damit 48 Prozent der Nettoerlöse aus.
Der durchschnittliche Bestand an USDC über sämtliche Coinbase-Produkte erreichte mit 20 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Das entsprach zum Quartalsende mehr als 30 Prozent aller im Umlauf befindlichen USDC.
Zudem erzielte Coinbase das 14. Quartal in Folge ein positives bereinigtes EBITDA.
Die Coinbase-Aktie schloss am Donnerstag bei 163 Dollar und gewann rund zwei Prozent. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen drehte das Papier im nachbörslichen Handel jedoch ins Minus und verlor rund fünf Prozent.
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