Die Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank weist darauf hin, dass der chinesische Yuan trotz der Lockerung der Obergrenze für US-Dollar-Einlagenzinsen durch die chinesische Notenbank (PBoC) in diesem Jahr bereits rund 3 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat. Da die Kursgewinne des Yuan die Zinsdifferenzen übersteigen und die Fremdwährungseinlagen dennoch weiter zunehmen, rechnet Nguyen damit, dass sich die Aufwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar in den kommenden Monaten fortsetzen wird.

Schritt der PBoC dürfte nur begrenzte Auswirkungen auf den Yuan haben

„Die Ankündigung dürfte daher nur geringe Auswirkungen haben. Dies liegt auch daran, dass die aktuelle Zinsdifferenz bei einjährigen Termineinlagen mit rund 2,2 Prozent nicht wesentlich niedriger ist als die derzeitige Zinsdifferenz bei einjährigen Staatsanleihen, die bei 2,7 Prozent liegt. Zudem liegen beide Zinssätze derzeit unter dem Aufwertungspfad, den der Yuan gegenüber dem US-Dollar eingeschlagen hat.“

„Betrachtet man die Veränderung des USD/CNY-Wechselkurses über drei Monate und rechnet diesen Wert auf ein Jahr hoch, muss man bis Mai vergangenen Jahres zurückgehen, um eine Aufwertung zu finden, die unter der Zinsdifferenz liegt. Das bedeutet: Rückblickend ergab es aus Renditesicht in den vergangenen Monaten keinen Sinn, US-Dollar statt Yuan zu halten, obwohl Dollar-Einlagen höhere Zinsen abwarfen.“

„Seit Jahresbeginn hat der Yuan jedoch gegenüber dem US-Dollar um rund 3 Prozent aufgewertet. Entsprechend gibt es derzeit nur wenige Anzeichen für Abwertungsdruck.“

„Dennoch steigen die Fremdwährungseinlagen bei chinesischen Banken seit Monaten kräftig an. Seit Februar vergangenen Jahres wachsen die Fremdwährungseinlagen von Unternehmen bei chinesischen Banken im Jahresvergleich mit zweistelligen Raten und erreichten zuletzt 602,4 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Januar 2015.“

„Wie bereits erwähnt, hat all dies den Yuan in den vergangenen Monaten jedoch nicht daran gehindert, gegenüber dem US-Dollar aufzuwerten. Und dieser Trend dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen.“

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